Jahres-Mitgliederversammlung des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten

Vorsitzende Dr. Jutta Kneißel zieht eindrucksvolle Jahresbilanz

Rechenschaftsbericht der Vereinsvorsitzenden

Vor fünf Jahren gegründet, zählt der Verein Erneuerbare Energien für Schotten (EES) inzwischen 62 Mitglieder und kann auf eine eindrucksvolle Bilanz an Aktivitäten zurückblicken. Das gilt auch für das abgelaufene Jahr 2011, wie die Vereinsvorsitzende Dr. Jutta Kneißel auf der Jahresmitgliederversammlung des EES berichtete. Aktuelles Thema war auch die geplante Kürzung der Solarförderung durch die Bundesregierung. Für das ausscheidende Vorstandsmitglied Birgit Stingl wurde der Energieberater Christoph Steinhäuser nachgewählt.

Der EES besuchte im letzten Jahr gemeinsam mit Stadtverordneten aus Schotten die ökologisch sanierte Kläranlage in Nidda. In zwei Veranstaltungen war der EES den „Stromfressern“ im Haushalt auf der Spur und diskutierte was bei der Hausdämmung beachtet werden muss. An einem alten Bauernhaus in Bingenheim konnten vor Ort diffusionsoffene energetische Sanierungsmaßnahmen und bei der Schreinerei Gebhard in Busenborn dessen „modulierende-Sole-Wasser-Wärmepumpe“ besichtigt werden.

Ein großes Thema im letzten Jahr waren Elektroautos. Der EES organisierte Probefahrten mit dem Tazzari Zero, einem kleinen Stadtflitzer aus Italien und dem Twike. Wie aus einem Landwirt ein Energiewirt wird, erfuhren die Besucher auf dem Simmenhof in Maar, wo Andreas Feick eine Biogaslanlage betreibt, die Ihn und seine Familie gut ernährt. Auf zwei Veranstaltungen mit Wolf von Fabeck vom Solarförderverein Deutschland und Vertretern der OVAG wurden Speichermöglichkeiten und intelligente Stromnetze diskutiert, ohne die eine ökologische Energiewende nicht gelingen kann.

Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima organisierte der EES gemeinsam mit dem Schülerrat der Vogelsbergschule zwei Mahnwachen auf dem Europaplatz. In einer Resolution setzte er sich für einen atomstromfreien Vogelsberg ein. Sie wurde an alle Kreistagsfraktionen geschickt. Im Gespräch mit dem zukünftigen Landrat Manfred Görig wurde deutlich, dass die neue Kreistagskoalition davon viele Punkte in ihr Programm aufgenommen hat.

Aktuelle Themen für das erste Halbjahr 2012 sind eine Gedenkveranstaltung zu Fukushima am 10. März und zwei Veranstaltungen zu Kleinwindrädern. Eine Referentin der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erläutert die Förderprogramme der Bank für Privatpersonen. Auf dem Programm stehen ferner die Besichtigung der Leitstelle der OVAG Netz AG und die Möglichkeiten der Stromspeicherung für den privaten Haushalt.

Abschießend verabschiedeten die Vereinsmitglieder eine Resolution an die Bundestagsabgeordneten zur geplanten Kürzung der Solarförderung von bis zu 40% und die Deckelung des Ausbaus. Werden trotzdem mehr Anlagen gebaut, sollen das Umwelt- und Wirtschaftsministerium „ermächtigt“ werden, ohne Zustimmung des Parlaments, weitere Kürzungen per Rechtsverordnung zu erlassen. Das Erneuerbare Energiegesetz werde so zu einem Solarausstiegsgesetz. Der Umstieg auf eine dezentrale demokratische Energieerzeugung und -verteilung durch viele Bürger und kommunale Energieerzeuger werde verhindert und die großen Energiekonzerne mit ihren zentralisierten alten und neuen fossilen Großkraftwerken begünstigt. Maßgeschneiderte Stromtrassen quer durch Deutschland statt intelligenter Stromnetze wären die Folge. Der Umbau unserer Stromversorgung würde sich weit über das Jahr 2020 hinaus verzögern. Außerdem wären die 130.000 Arbeitsplätze in der Solarbranche und viele im örtlichen Handwerk gefährdet. Statt in den Regionen als Kaufkraft zu bleiben flösse das Geld an die großen Energiekonzerne. Die regionale Wertschöpfung würde eingeschränkt, heißt es in der Resolution.

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