„Ein flottes Auto mit schönem Design“

EES-Vorsitzende Jutta Kneißel bei einer Probefahrt mit dem TAZZARI ZERO

Trotz vollmundiger Ankündigungen fast aller Automobilkonzerne gibt es so gut wie kein marktreifes Elektroauto. Eine Ausnahme ist das dreiräderige TWIKE, mit dem Elektro-Autofan Klaus Scheithauer vom Verein Solarmobil Rhein-Main bereits vor zwei Jahren nach Schotten kam. Von vielen wird der TWIKE allerdings nicht als „vollwertiges“ Auto angesehen. Seit zwei Jahren baut nun die italienische Firma Tazzari mit dem TAZZARI ZERO ein vollwertiges Elektroauto. Auf Einladung des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten wurde es jetzt in Schotten präsentiert. Mehr als 20 Interessierte nutzten diese Gelegenheit zu einer Probefahrt.

Inzwischen ist Klaus Scheithauer in zehn Jahren mit seinem TWIKE 170.000 Kilometer gefahren – fürwahr ein Langzeittest. Mit fünf Kilowattstunden fährt er 100 Kilometer, was etwa 1 Euro Energiekosten entspricht. Die Reichweite beträgt 200 Kilometer und die Höchstgeschwindigkeit 85 Stundenkilometern. Für den Normalbürger ist das mehr als ausreichend, liegen doch bei über 80 Prozent der Autofahrer die Fahrleistungen bei weniger als 40 Kilometer pro Tag. Falls doch einmal eine größere Reichweite benötigt wird, reicht zum Laden an einer normalen Steckdose eine Minute pro Kilometer, also eine Stunde für 60 Kilometer.

Wolfram Leister aus Leun kam mit einem, einen flotten Zweisitzer aus Imola in Italien. Tazzari war bisher kein Automobilbauer. Seine Aluminiumgießereien gehören aber seit 45 Jahren zur Weltspitze. So nutzte das Unternehmen sein Know How, um eine Tragkonstruktion aus Aluminiumguss zu entwickeln. Sie besteht aus drei Rahmen. Der vordere und der hintere Rahmen kann bei einem Unfall die von außen einwirkende Stoßkräfte durch kontrollierte Verformungen absorbieren, sodass die mittlere Sicherheitszelle unversehrt bleibt. Und das recycelfähige Material führt zu einem geringen Gewicht von nur 470 Kilogramm.

Alle anderen Komponenten werden zugekauft, wie die Lithium-Ionen-Batterien. Sie sind unter den Sitzen und im vorderen Teil des Fahrzeugs verteilt. Mit dem mittig liegenden Drehstrom-Asynchronmotor mit Aluminiumgehäuse führt das zu einem niedrigen Massenmittelpunkt, was die Straßenlage des Autos verbessert. Die durchschnittliche Fahrleistung beträgt 120 Kilometer zu 1,80 Euro beim gegenwärtigen Strompreis. Mit einem serienmäßig eingebauten 220 Volt Standard-Ladegerät lassen sich die Batterien in 9 Stunden vollständig von 0% auf 100% aufladen. Ein Kabel mit Stecker befindet sich im vorderen Kofferraum. Es kann an jeder Steckdose angeschlossen werden. Weitere technische Merkmale sind der Hinterradantrieb und vier Scheibenbremsen. Beim Bremsen wird Energie zurückgewonnen.

Es gibt vier verschiedenen Fahrprogramme, denen auf dem Armaturenbrett vier verschiedenfarbige Tasten zugeordnet sind. RACE für die maximale Leistung, ECONOMY optimiert die Ladung und ermöglicht eine Reichweite bis 140 km, STANDARD für den täglichen Gebrauch und RAIN für das sichere Fahren bei geringer Bodenhaftung. Jedes Fahrprogramm unterscheidet sich aufgrund von Leistung, Beschleunigung, Antrieb, und Bremsleistung.

Klaus Scheithauer, EES-Vorsitzende Dr. Jutta Kneißel, Bürgermeisterin Susanne Schaab, Dachdeckermeister Erich Buß und Klaus Scheithauer vor dem TAZZARI ZERO (von links)

Auf dem Parkplatz der Reha konnten die Besucher den TAZZARI ZERO zur Probe selber fahren. Beschleunigung und kaum vernehmbare Fahrgeräusche beeindruckten. Bürgermeisterin Schaab testete den kleinen Flitzer auf der alten Rennstrecke nach Rudingshain. „Das Auto fährt sich flott und das Design gefällt mir“, so ihr Kommentar. Allerdings wird der Preis von 24.000 Euro wohl erst die ganz Umweltbewussten zu Käufern machen, obwohl er für berufliche Pendler durchaus interessant sein kann. Gekauft werden kann er bei Wolfram Leister. Die Lieferzeit beträgt drei Monate.

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