Durchblick durch den Förderdschungel

Ulfa (em).Viele Bauherren haben den Wunsch, Energie zu sparen oder regenerative Quellen zu nutzen, schrecken aber vor den erforderlichen Investitionen zurück. Um da Perspektiven aufzuzeigen, lud der Verein Erneuerbare Energien Schotten e.V. in Zusammenarbeit mit den SPD-Ortsverbänden Schotten, Nidda und Hungen in das Ulfaer Bürgerhaus. 60 Interessierte, weit über den Kreis der Veranstalter hinaus, kamen.

Als Referentin zum Themenschwerpunkt „Sie bauen oder sanieren – wir finanzieren: Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)!“ konnte die Vereinsvorsitzende Dr. Jutta Kneißel die KfW-Prokuristin Silke Apel begrüßen. Niddas Erster Stadtrat Reimund Becker ermutigte in einem Grußwort, sich auf den „Weg durch den Förderdschungel“ zu machen und dadurch zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Energie beizutragen.

Dr. Jutta Kneißel mit der Referentin Silke Apel (rechts)

Silke Apel begann mit einer kurzen Darstellung der KfW, ihren Förderaufgaben für Gründer und Mittelständler, in Umwelt- und Klimaschutz, Bildung und Wohnwirtschaft, kommunaler und sozialer Infrastruktur, Export und Projektfinanzierung sowie Entwicklungshilfeprojekten. Wohnwirtschaftliche KfW-Förderung habe die drei Schwerpunkte energieeffizientes Bauen, eben solches Sanieren sowie altersgerechtes Umbauen. Allein für die ersten beiden Aufgaben, genauer definiert als Einsparung von Energiekosten, Reduzierung des Kohlendioxydausstoßes, Anreiz für technische Innovationen wie auch für private Investitionen und Sicherung von Arbeitsplätzen, konnten 2011 KfW-Kredite und -Zuschüsse in Höhe von 6,5 Milliarden Euro zugesagt bzw. ausgezahlt werden.

Sehr detailliert schilderte Apel die Basisförderung für Selbstnutzer  und Vermieter, die es allerdings nur für Wohn-, nicht für gewerblich genutzte Räume gibt. Sie skizzierte das Modell des KfW-Effizienzhauses, definiert über die Größen Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust. Mit der Einteilung in mehrere Effizienzstufen, angefangen bei einem Jahresprimäerenergiebedarf von 70 Prozent und Transmissionswärmeverlust von 85 Prozent bis hin zu effizenteren und höher geförderten Modellen, versucht man, den individuellen Möglichkeiten des Bauherrn gerecht zu werden. Der Baukredit kann bei einer Laufzeit von 30 Jahren, Tilgungszuschuss  von zehn bzw. fünf Prozent je nach Effizienzklasse, festem Zinssatz für zehn Jahre und hundertprozentiger Auszahlung bis zu einem Kreditbetrag von 50 000 Euro gehen. Mit Finanzierungsbeispielen machte die Referentin deutlich, wie zinsgünstige KfW-Kredite bzw. Tilgungszuschüsse die Finanzierung entscheidend erleichtern. Die Anträge müssen über die Hausbank gestellt und abgewickelt werden.

Die Sanierung von Altbauten wird ebenfalls unterstützt und zwar sowohl bei Einzelmaßnahmen (Dämmung von Dach, Außenwänden oder Kellerdecke; Einbau von Wärmeschutzfenstern, Lüftungsanlage oder moderner Heizung sowie Optimierung der Wärmeverteilung) wie auch bei der Entwicklung zum KfW-Effizienzhaus hin. Für diese Einzelmaßnahmen, die allerdings den technischen Anforderungen der KfW genügen müssen, gibt es Kredite bis zu 100 Prozent der Maßnahmekosten bei günstigen, bis zehn Jahre festgelegten Zinssätzen, hundertprozentiger Auszahlung und bis zu 30-jähriger Darlehenslaufzeit. Bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus gibt es sogar bis zu 75 000 Euro Kredit je Wohneinheit zu den selben Rahmenbedingungen.

Großzügig sind die energetischen Ausnahmeregelungen für Gebäude, die nach dem hessischen Denkmalschutzgesetz als Baudenkmal oder von der zuständigen Kommune als erhaltenswerte Bausubstanz eingestuft wurden. Für alle diese Sanierungsvarianten ist die Baubegleitung durch von der KfW anerkannte Sachverständige erforderlich. 50 Prozent der dadurch entstehenden Baubegleitungskosten werden übernommen und pro Antragssteller und Investitionsvorhaben  können bis zu 4000 Euro Zuschuss gewähr werden. Zertifizierte Sachverständige für die Energieberatung, energetische Fachplanung und Baubegleitung  sind im Internet unter www.energie-effizienz-experten.de zu finden. Weitere Informationen gibt es im Infocenter der KfW Montag bis Freitag 8 bis 17.30 unter der kostenlosen Servicerufnummer 0800/5399002 oder der Mailadresse infocenter@kfw.de.

Für den sehr informativen Vortrag dankten Jutta Kneißel und Heiko Lederer (SPD Hungen) Silke Apel

 

Quelle: Kreisanzeiger 23.5. 2012

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