Das eigene Kraftwerk

Dezentrale Energiespeicher sind ein Schlüssel für die Energiewende

„Weg von fossilen und atomaren Energieträgern hin zu regenerativen Energien“. Über dieses Ziel sind sich die Deutschen weitgehend einig. Ein Kernproblem für die Energiewende liegt jedoch im schwankenden Angebot erneuerbarer Energien aus Wind- und Sonnenkraft. Technologien zum Speichern von elektrischer Energie werden hier in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen. Auf Einladung des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten (EES) erläuterte Jens Gröschner von der Firma EnerWit das „Hauskraftwerk EnerStore“.

Jens Gröschner erklärt den StromspeicherJens Gröschner erklärt die Funktion des kleinen Stromspeichers

Der Schaltschrank mit den Batterien eines 20 KW/h-Speichers passt in jeden Keller.  Der Strom der eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach kann also gespeichert und zeitversetzt bei fehlendem Sonnenschein wieder verbraucht werden. Mit einer PV-Anlage von 8 KWp kann ein 4-Personenhaushalt damit über 70 Prozent seines Jahresverbrauchs selber erzeugen. Ein wichtiges technisches Merkmal ist die 3-phasige Ausgangsspannung von 3×230 Volt Wechselstrom. „Damit kann jede Steckdose bedient werden“, so Gröschner. Es ließen sich Drehstrommotoren antreiben oder die Batterie des eigenen Elektroautos schneller aufladen.

Die Lithium-Eisenphosphat-Batterie in Modulbauweise ermöglicht bis zu 8000 Ladezyklen. Die Entladung beträgt 89 Prozent. Bei 300 Zyklen pro Jahr betrüge die Lebensdauer mehr als 20 Jahre. Da die Batterie physikalisch nicht brennen kann, benötigt der Anwender auch keine Brandschutzeinrichtungen. Jede Batteriezelle wird einzeln überwacht, was eine Überlastung einzelner Zellen ausschließt und ein sauberes Auf- und Entladen ermöglicht. Ist die Batterie voll, wird der zusätzlich produzierte Strom in das Stromnetz eingespeist. Mögliche Energiequellen sind neben einer PV-Anlage, eine Kleinwind-Anlage oder ein Blockheizkraftwerk.

Noch sind solche Stromspeicher relativ teuer und nur für den wirtschaftlich zu betreiben, der seine PV-Anlage nach 2009 installiert hat. Mittelfristig muss man aber von weiter steigenden Strompreisen ausgehen, so Gröschner. Gleichzeitig würden die Preise für PV-Anlagen und die Einspeisevergütung weiter sinken. Dann würde der selbst erzeugte Strom billiger als der von einem Energieversorgungsunternehmen.

Für die EES-Vorsitzende Dr. Jutta Kneißel liegt ein Schlüssel für die Energiewende in dezentralen Speichersystemen speziell auch für den eigenen Haushalt. So sei es am Günstigsten den Strom dort zu erzeugen wo er verbraucht wird. Von den 4500 Kilometer geplanten Hochspannungstrassen würden dann nur wenige gebraucht. Unser Energiesystem ließe sich dezentral und somit demokratischer entwickeln. Kaufkraft würde in den Regionen bleiben.

Weitere Informationen unter www.enerwit.de

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