Auf dem Weg zum Selbstversorger

Steigende Strompreise  machen Photovoltaik-Anlagen zunehmend attraktiv für den Eigenverbrauch

„Wir müssen auch in Zukunft mit steigenden Strompreisen rechnen. Das macht die Eigennutzung von Photovoltaik-Anlagen zunehmend interessant“, so Energieberater Peter Kupetz. Stromanwendung betrügen zwar nur 12,7 % des Energieverbrauchs von Haushalten im Vergleich zu Warmwasser und Raumwärme, machten aber bis zu 40 Prozent der Jahreskosten aus. Er erläuterte auf Einladung des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten (EES) das Für und Wider von Netzeinspeisung und Eigenverbrauch bei der Installation von Photovoltaik-Anlagen.

Energieberater Peter Kupetz

Die gegenwärtig heftige Diskussion um die Erhöhung der Umlage für die Einspeisevergütung für den Strom von Photovoltaik-Anlagen verkenne die Erfolgsstory des Erneuerbaren Energiegesetzes (EEG). So sei es inzwischen von mehr 90 Ländern im Grundsatz übernommen und habe weltweit zum Ausbau der Photovoltaik beigetragen. Das führte zu einer dramatischen Verbilligung der Anlagen bei gleichzeitiger Leistungssteigerung. Es gibt kaum eine Technologie, die sich vergleichbar effizient entwickelt habe wie die Photovoltaik. Starthelfer war die anfangs sehr hohe Einspeisevergütung von 51 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2000. Ab dem 1.12.2012 werden es unter 18 Cent pro Kilowattstunde sein.

Anders als bei Atom- und Kohlekraftwerken, die über Steuermittel subventioniert werden, zahlt beim Strom von der Sonne der Verbraucher eine Umlage. Diese soll ab 2013 um knapp 50 Prozent steigen. Das hängt aber mit der politisch gewollten Ausnahmeregelung für stromintensive und exportabhängige Unternehmen zusammen. Von der profitieren mittlerweile aber auch nicht exportabhängige Unternehmen wie Verkehrsbetriebe oder Betreiber von Golfplätzen. Ohne diese Ausnahmen würde die Umlage sogar sinken.

Bei der heutigen Einspeisevergütung rechne sich auch heute noch eine Photovoltaik-Anlage, die den Strom ausschließlich in das Netz über die Laufzeit von 20 Jahren einspeise. Sie werfe allerdings keine nennenswerten zusätzlichen Erträge ab. Da sei es sinnvoll, so Kupetz, die Eigennutzung des auf dem eigenen Dach erzeugten Stroms zu prüfen. So würden in Deutschland je nach Einstrahlung und Anlage Erträge um 900 kWh/kWp pro Jahr erzielt. Ein durchschnittlicher 4-Personen Haushalt verbrauche pro Jahr ca. 5000 kWh Strom. Dies entspricht dem Jahresertrag von 38 m² gewöhnlicher Module. Die Dachfläche eines Einfamilienhauses reiche somit theoretisch aus, um den Jahresstrombedarf einer Familie über eine PV Anlage zu erzeugen.

Da die Sonne in unseren Breitengraden nicht dauerhaft über das Jahr verteilt zu hohen Erträgen führe, gelte es zunächst alle Möglichkeiten zum Stromsparen auszuschöpfen und verbrauchsintensive Geräte durch sparsamere zu ersetzen. Darüber hinaus könne man Vorgänge wie Waschen, Trocknen und Kühlen optimieren. Neue Wechselrichter seien dafür ausgelegt, Einspeisung und Eigenverbrauch zu steuern, sodass die eigenen Geräte vorrangig bedient würden. Wenn es zusätzlich gelänge, den Strom für drei Tage zwischen zu speichern, könnten bereits 70 Prozent des Jahresverbrauchs durch die eigene Anlage abgedeckt werden. Hier werde in Deutschland intensiv geforscht, sodass in den nächsten Jahren zunehmend günstigere Speichermöglichkeiten auf den Markt kämen.

Als Dank für das Referat überreicht Jutta Kneißel dem Referenten Peter Kupetz "Sonnenenergie in der Flasche"

Wer immer eine Investition in eine Photovoltaik-Anlage plane, so die EES-Vorsitzende Dr. Jutta Kneißel abschließend, solle sich den Rat eines unabhängigen Energieberaters einholen. Dadurch sei sichergestellt, dass eine individuell geeignete technische und finanziell attraktive Lösung gefunden werde.

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