Schimmel im Haus – das „schwarze Erwachen“

Unsachgemäße Wärmedämmung und fehlende Lüftung führen zur Schimmelbildung

Der größte Energieverbraucher im Haushalt ist nach wie vor die Heizung. Eine sinnvolle Dämmung hat deshalb bei vielen Hausbesitzern eine hohe Priorität. Häufig wird dabei außer acht gelassen, dass ein Haus auch „atmen“ muss, um die Feuchtigkeit, die sich im Inneren ansammelt, abtransportieren zu können. Andernfalls entsteht sonst sehr leicht Schimmel und der gefährdet die Gesundheit. Auf Einladung des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten (EES) informierten der Energieberater Christoph Steinhäuser und der Architekt Gerold Hirth wie man sein Haus ohne Schimmel und Bauschäden fit für die Zukunft machen kann.

EES-Vorsitzende Jutta Kneißel mit Gerold Hirth (links) und Christoph Steinhäuser

Die Vorteile einer energetischen Sanierung des eigenen Hauses seien offensichtlich, so die beiden Experten. Der Energieverbrauch werde gesenkt, der Immobilienwert gesteigert und der Wohnkomfort verbessert. Man verbrauche weniger Wärmeenergie und das sei eine sichere Kapitalanlage für die Zukunft. Durch die Kombination verschiedener Maßnahmen könne zum Beispiel bei einem Einfamilienhaus mit dem Baujahr 1958 Heizungsenergie von 50 bis 70 Prozent eingespart werden.

Allerdings würden bei der energetischen Sanierung oft Fehler gemacht. So werde die Isolierungswirkung von Fenstern nur durch einen fachmännischen Einbau erreicht. Wenn anschließend noch Zugluft vorhanden sei, ist die Dämmung überflüssig. Die Wärme sei dann nur ein „flüchtiger Gast“. Genau so problematisch sei eine „Totaldämmung“. So würden in einem Vier-Personenhaushalt durch Atmen, Kochen, Blumengießen etc. bis zu 15 l Wasser am Tag „produziert“. Wenn das Haus nach dem Einpacken „dicht“ sei, könne das Wasser nicht mehr nach außen diffundieren. Eine Schimmelbildung sei dann ohne ein entsprechendes Lüftungskonzept vorprogrammiert. Mit Fotos von Schimmel- und Algenbildung, Durchfeuchtungen oder Ausblühungen belegten die Referenten ihre Aussagen.

Vor jeder Maßnahme sollte deshalb eine gründliche Analyse über den „Ist-Zustand“ des eigenen Hauses gemacht werden. Gemeinsam mit einem Energieberater – er sollte ein Praktiker sein – solle man dann einen Modernisierungsfahrplan entwickeln. Wie groß ist mein finanzieller Spielraum? Welche Fördermöglichkeiten gibt es? Sollen es Einzelmaßnahmen sein oder wird eine umfassende Sanierung angestrebt? Welche „thermische Gebäudehülle“ wird angestrebt? Zeitnah sollte die eigene Hausbank mit in die Planung einbezogen werden, um die Finanzierung zum Beispiel über Darlehen oder Zuschüsse der KFW zu sichern.

Die Heizkosten werden in den nächsten Jahren aufgrund steigender Öl- und Gaspreise weiter steigen. Nur sinnvoll kombinierte Maßnahmen erhöhten das Potenzial der Einsparung von Energie und Kosten. Zum Beispiel verringere sich die Heizlast bei Dämmmaßnahmen. Eine neue Heizung könne danach geringer dimensioniert und dadurch die Anschaffungskosten reduziert werden. Beim Fenstertausch kann es sinnvoll sein ihn mit einer Außenwanddämmung zu kombinieren. Ganz wichtig sei der dichte Anschluss an angrenzende Bauteile. Eine unzureichende Wärmedämmung der Außenwände nach Erneuerung der Fenster und fehlende Lüftung würden unweigerlich zur Schimmelpilzbildung führen.

Auch könne man nicht alle Baumaterialien miteinander kombinieren. Dämmstoffe aus Styropor seien problematisch wegen ihres Primärenergiebedarfs zur Herstellung, ihrer leichten Entflammbarkeit und späteren Entsorgung. Für die Innendämmung eigneten sich nur wenige Stoffe. Hirth und Steinhäuser empfahlen deshalb ein Wärmedämmungs-Verbundsystem (WDVS) z.B. mit Holzfasern. Planung und Ausführung sollten einer Fachfirma übertragen werden. Das würde auch spätere Reklamationen erleichtern.

Es gelte also einen Spagat zu bilden zwischen einer dichten Gebäudehülle und einer sinnvollen Lüftung, zog die EES-Vorsitzende Dr. Jutta Kneißel das Fazit für eine richtige energetische Sanierung. Wer nicht Stoßlüften wolle, sei mit einer eingebauten Zwangslüftung gut beraten.

 

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