Der klimaneutrale Biobrennstoff Holz

Holzheizanlagen im Vergleich

Erneuerbare Energien sind für die meisten Menschen Windkraft oder Sonnenstrahlung. Dabei ist Holz eine erneuerbare Energie im wahrsten Sinne des Wortes. Es wächst nach und ist klimaneutral. „Wir sollten deshalb mehr über Holz reden“, appellierte Markus Bernhardt von der Firma Fröling an die knapp 50 Zuhörer im Infozentrum auf dem Hoherodskopf. Die österreichische Firma baut seit 50 Jahren Holzfeuerungs-Anlagen. Der Verein Erneuerbare Energien für Schotten (EES) hatte gemeinsam mit der Firma Betz aus Eschenrod zu einer Informationsveranstaltung „Holzheizanlagen im Vergleich“ eingeladen.

Interessierte Zuhörer

Interessierte Zuhörer

Das Potenzial für den Biobrennstoff Holz sei riesig, so Bernhardt. Das gelte besonders für Hessen, dem waldreichsten Bundesland. Insgesamt verfüge Deutschland über 11,1 Millionen Hektar Wald mit einem Holzvorrat von 3,4 Milliarden m3. Jährlich würden 120 Millionen m3 nachwachsen von denen nur 64 Millionen m3 genutzt werden, davon knapp 20 Prozent als Brennholz. Unser Holzvorrat wachse also nicht nur nach. Er nehme sogar noch zu. Dieser Überschuss führe u.a. dazu, dass wir 40 Prozent der in Deutschland produzierten Pellets exportieren. Würden die bei uns verbrannt, ließe sich die deutsche Erdöl- und Erdgasrechnung senken. Heizen mit Holz sei außerdem preiswert. Im Zehnjahresvergleich lagen die Preise für Pellets höchstens bei der Hälfte des Heizölpreises.

Die Firma Fröling wurde 1961 gegründet und produzierte damals mit zehn Mitarbeitern die ersten Kessel. Inzwischen arbeiten 600 Mitarbeiter für Fröling, vorwiegend in Österreich und in Deutschland. Die Firma hat ihre Produkte zu High-Tech-Anlagen weiterentwickelt und wurde mit zahlreichen Innovationspreisen und dem österreichische Umweltzeichen ausgezeichnet.

Markus Bernhardt stellte unterschiedliche Holzheiz-Anlagen, Pufferspeicher und Lagermöglichkeiten für Pellets vor. Außerdem hatte er auf einem Anhänger je einen Scheitholz- und Pelletkessel als Demonstrationsobjekte mitgebracht. Scheitholzkessel gibt es in den Leistungsgrößen von 15 kW bis 70 kW. Ein großer Füllraum für Halbmeterscheite ermöglicht  lange Nachlegeintervalle. Eine Lamdasonde steuert und optimiert die Luftverhältnisse während der Verbrennung. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit und minimiert die Aschereste. Das Scheitholz kann sogar während des Betriebs von oben nachgelegt werden, da ein Saugzuggebläse die Verbrennung nach unten regelt. Wer über eigenes Holz verfügt oder es preiswert beziehen kann, wie viele Menschen im Vogelsberg, findet hier sicher passende Lösung.

Markus Bernhardt befüllt einen Scheitholzkessel – daneben die EES-Vorsitzende Jutta Kneißel

Markus Bernhardt befüllt einen Scheitholzkessel – daneben die EES-Vorsitzende Jutta Kneißel

Pelletskessel umfassen einen Leistungsbereich bis zu 100 kW. Sie ermöglichen eine automatische Beschickung und Entaschung. Zwei Kilogramm Pellets entsprechen einem Liter Heizöl. Bei einem Jahresverbrauch von 3000 Liter Heizöl benötigt man etwa 10 m3 Lagerraum, weniger als für einen Öltank. Eine besondere Option ist die Brennwerttechnik bei der die Abgasluft durch einen zusätzlichen Wärmetauscher genutzt wird. Damit wird ein Kesselwirkungsgrad von mehr als 100 Prozent erreicht. Ein Kombikessel aus beiden Systemen ermöglicht auch längere Abwesenheitszeiten, da nach Verbrennung des Scheitholzes automatisch auf den Pellettskessel umgeschaltet wird.

Jede Heizungsanlage muss für die kälteste Zeit im Jahr dimensioniert werden. Nur selten wird jedoch die volle Kesselleistung benötigt. Um dennoch eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Energienutzung zu erzielen, wird ein Pufferspeicher eingesetzt. Er nimmt überschüssige Wärme auf und gibt sie bei Bedarf an das Heizungsnetz ab. Für 1 kW empfehlen sich 55 Liter Speichervolumen. Bei einer 15 kW-Anlage wären das 825 Liter. Im Frölingsche Schichtspeicher  wird das einströmende Wasser z.B. der Rücklauf aus dem Heizungssystem dort im Speicherraum eingeschichtet, wo ein ähnliches Temperaturniveau herrscht. Dadurch werden konstante Warmwasserzonen gewährleistet.

Schließlich wies Bernhardt noch auf Fördermöglichkeiten hin. Ein Pelletskessel wird mit bis zu 2900 Euro und ein Scheitholzkessel mit bis zu 1400 Euro gefö. Eine informative und lohnende Veranstaltung, waren sich Geschäftsführer Michael Weber von der Firma Betz und die EES-Vorsitzende Dr. Jutta Kneißel einig. Sicher wird jetzt der eine oder andere Besucher ernsthaft die Alternative Holz für seine neue Heizung prüfen.

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