Klimaschutz geht jeden an – das Konzept der Stadt Nidda

Ohne einen Kümmerer passiert nichts

Im August letzten Jahres beschlossen Niddas Stadtverordnete ein Klimaschutzkonzept. Um die Klimabilanz der Stadt zu verbessern wurden 55 Maßnahmen in sechs Handlungsfeldern festgelegt. Vorangegangen war eine fast zweijährige Diskussion mit interessierten Bürgern, mit ortsansässigen Unternehmen und Landwirten, mit Entscheidungsträgern, in den Schulen und mit Experten, die ihre Ideen und Anregungen zum Klimaschutz einbrachten. Zuständig für die Umsetzung ist die Klimaschutzbeauftragte Birgit Herbst. Auf Einladung des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten (EES) informierte sie über Entstehungsprozess und Inhalte des Niddaer Klimaschutzkonzeptes.

Die Klimaschutzbeauftragte Birgit Herbst informiert  über das Klimaschutzkonzept der Stadt Nidda

Die Klimaschutzbeauftragte Birgit Herbst informiert über das Klimaschutzkonzept der Stadt Nidda

Ein zentrales Handlungsfeld sei die Energieeinsparung bei Wohngebäuden. Hier plane die Stadt eine Beratungsoffensive mit einem kostenlosen Energiecheck für Hausbesitzer. Dazu ist sie der Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) als Regionalpartner beigetreten. Ziel sei die Qualifizierung örtlicher Handwerker, die in einer kostenlosen Erstberatung energetische Schwachstellen aufzeigen und Anregungen für eine sinnvolle Sanierung geben. Mit nicht verbrauchten Haushaltsmitteln soll der Austausch von Heizungsumwälzpumpen gefördert werden.

Nidda möchte das Mobilitätsverhalten ihrer Bürger verändern und sie anregen, kurze Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen. So seien die Hälfte aller mit dem Auto gefahrenen Strecken kürzer als fünf Kilometer – eine ideale Entfernung zum Radfahren. Die Stadt hat sich deshalb der bundesweiten Initiative zum Stadtradeln angeschlossen. Im Aktionsmonat September 2013 legten 82 aktive Radler über 10.000 Kilometer zurück. Stadtverordnete beteiligten sich mit einer Parlamentstour.

Wichtig für die Umsetzung des Konzeptes ist der überregionale Erfahrungsaustausch. Deshalb ist Nidda jetzt Mitglied im Klimabündnis der 100 EE-Kommunen in Hessen. Dort gibt es Fachveranstaltungen, es werden Erfahrungen ausgetauscht und aus erster Hand über Fördermöglichkeiten informiert.

Ein wichtiger Punkt ist die Öffentlichkeitsarbeit. In Informationsveranstaltungen, auf Ausstellungen und mit Vorträgen wird über aktuelle Schwerpunkte informiert. Es gibt eine Kurzinformation über das Niddaer Klimaschutzkonzept als Broschüre. Die Langfassung findet man auf der Homepage der Stadt wie auch Hinweise zu aktuellen Projekten.

Der vorgelegte Maßnahmenkatalog sei jedoch „nicht in Stein gemeißelt“ und würde im Prozess laufend ergänzt und angepasst, so Birgit Herbst. Sie räumt ein, dass das vielleicht wichtigste Handlungsfeld im umweltbewussten Handeln der Bürger liege. Deshalb sei es so wichtig, sie von Anfang an zu beteiligen und sie bei ihren Projekten zu unterstützen. Ohne öffentliche Fördergelder und die Vernetzung mit anderen Kommunen gäbe es heute kein Klimaschutzkonzept Nidda. Und ohne ein professionelles Klimaschutzmanagement mit einem hauptamtlichen Kümmerer würden alle guten Absichten schnell versanden. Da könne Schotten von Nidda lernen, so die Vorsitzende des EES Dr. Jutta Kneißel. Sie regte eine enge Kooperation mit Nidda an, damit auch das Schottener Klimaschutzkonzept endlich professionell gemanagt und mit Leben erfüllt wird.

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