Wasserstoff – Kraftstoff der Zukunft?

Speichermedium mit vielen Anwendungsmöglichkeiten

Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt und anders als Strom auch langfristig gespeichert werden kann, hat alle Voraussetzungen, zu einem Schlüsselfaktor für die Energieversorgung der Zukunft zu werden. Diethardt Stamm, Vorstandsmitglied der Mittelhessischen Energiegenossenschaft (MiEG), erläuterte die Potenziale in einer Veranstaltung des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten (EES).

Diethardt Stamm mit der Vorsitzenden des EES Jutta Kneißel

Diethardt Stamm mit der Vorsitzenden des EES Jutta Kneißel

Um die Erderwärmung zu begrenzen muss die CO2-Produktion durch fossile Brennstoffe reduziert werden, sei es durch Energiesparen oder durch die Erzeugung erneuerbarer Energien. Da die Sonne aber nicht immer scheint und der Wind nicht immer weht benötige man Speicher für große Energiemengen. Hier biete sich Wasserstoff an, so Stamm. Er sei nicht nur ein idealer Energieträger sondern könne mit Hilfe einer Elektrolyse in chemische, gasförmige Energie umgewandelt werden. Dieses Gas kann z.B. in Gasnetze eingespeist werden. Man spreche bei diesem Prozess dann üblicherweise von „Power to Gas“. Bei Bedarf könne man den Wasserstoff wieder in elektrische Energie umwandeln. So ließen sich Stromnetze stabilisieren, die bei zu viel oder zu wenig Sonne und Wind großen Schwankungen ausgesetzt sind.

Von besonderer Bedeutung sind Wasserstoffanwendungen im Bereich der Elektromobilität. Die bislang überwiegend verwendeten Lithium-Ionen Batterien seien nicht nur sehr teuer. Sie hätten auch nur eine sehr begrenzte Reichweite. Außerdem seien sie schwer zu recyceln. Elektroautos mit Brennstoffzellentechnologie hätten dagegen das Potenzial, langfristig Verbrennungsmotoren ohne Abstriche bei Leistung, Reichweite und Komfort zu ersetzen. Die Brennstoffzellen erzeugten den Strom mittels Elektrolyse direkt aus der chemischen Energie von Wasserstoff, der allerdings stark verdichtet werden muss. Der Wirkungsgrad der Umwandlung von Strom zu Wasserstoff und zurück in Strom liegt bei etwa 40 % und damit in etwa so hoch wie bei einem Braunkohlekraftwerk – allerdings ohne deren schädliche Emissionen. Denn als „Abfallprodukt“ bleibe nur Wasser übrig.

Mittel- und langfristig sei offen, ob sich eher die Batterie- oder die Wasserstofftechnik bei der Elektromobilität durchsetzt. Nach Aussage des Hessischen Umweltministeriums, das erst im September dieses Jahres ein Brennstoffzellenforum veranstaltete, solle der Markt über die Durchsetzung der einen oder anderen Technologie entscheiden. Japan und Korea seien Vorreiter der Brennstofftechnologie. In Deutschland gebe es zu wenig Förderung und kaum Tankstellen. Eine mit Mitteln des Hessischen Umweltministeriums geförderte mobile Brennstoffzellen-Tankstelle wurde kürzlich nach NRW abgegeben.

Zuletzt ging Stamm auf die Bedeutung der Wasserstoff-Technologie für Schotten ein. In Betzenrod stehen drei Windkraftanlagen, deren Förderung aus dem EEG Ende 2020 ausläuft. Sie können nicht repowert werden, seien aber auch dann noch technisch in Ordnung und könnten somit weiterlaufen. Der Strom könne dann entweder an der Strombörse zu Minibeträgen verschleudert werden oder es werde damit Wasserstoff produziert als Treibstoff für die modernen Kraftfahrzeuge.

Eine angeregte Diskussion und der Dank an den Referenten beendeten diesen informativen Abend.

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