Technik zum Anfassen

Das OVAG-Technikum im Hofgut Grass

„Technik zum Anfassen“. Unter diesem Motto hat die OVAG im Hofgut Grass ein Technikum eingerichtet. Wissensdurstige können hier auf Entdeckungsreise gehen. Sie erfahren dabei wie die Versorgung mit Energie, Wasser und Mobilität in unserer Gegend funktionieren. Technische Details und naturwissenschaftliche Grundlagen werden anschaulich und unterhaltsam dargestellt. Der Verein Erneuerbare Energien für Schotten (EES) hatte eingeladen, das OVAG-Technikum zu besichtigen.

Burghardt Euler erklärt den Besuchern den Multitouch-Tisch

Burghardt Euler erklärt den Besuchern den Multitouch-Tisch

Eine Schautafel entführt die Besucher auf eine Zeitreise. Ausgrabungen belegen, dass bereits vor 6000 Jahren diese Gegend besiedelt war. Um 800 v. Chr, gab es hier ein keltisches Bauerndorf. Später war diese Gegend Grenzgebiet zum römischen Reich. 1311 wird erstmals eine Mühle zu Grass urkundlich erwähnt, die um 1600 zu einem herrschaftlichen Hofgut ausgebaut wird. Aus dieser Zeit stammt der Sandsteinbrunnen im Hof. Um 1900 gab es hier nichts als Schweine. Eine große Stallung ist davon noch heute erhalten. Fundstücke aus den verschiedenen Perioden sind in einer Vitrine ausgestellt. 2002 wurde das Gut von der OVAG erworben und umfassend saniert.

Ein großes Thema ist das Wasser, das im Vogelsberg gefördert wird und weitergeleitet wird. 1909 wird die erste Wasserleitung nach Friedberg, Bad Vilbel und Frankfurt gebaut. Es ist die Geburtsstunde der OVAG. Mit den Einnahmen wurde die Elektrifizierung der heutigen Wetterau finanziert. Es werde nur soviel Wasser entnommen, wie die Natur hergibt, erläuterte der inzwischen pensionierte Wasserwerker Burkhardt Euler den Besuchern. 40 Jahre hat er davon selber miterlebt. Allerdings musste dieses Prinzip in den 1970er Jahren von den Vogelsbergern hart erstritten werden. Doch der Wasserdurst scheint unstillbar. Jeder Einwohner verbraucht 121 Liter pro Tag.

Die OVAG ist unser größter regionaler Stromversorger. Von 1911 bis 1926 wurde das Stromnetz im heutigen Versorgungsgebiet ausgebaut. Später wurden Umspannwerke gebaut, die Netze verstärkt und erweitert bis hin zur Installation von Starkstromleitungen. Welche Kabelstärken dafür notwendig sind zeigt eine Mustersammlung. Bis 1991 betrieb die OVAG in Wölfersheim ein Braunkohlewerk zur Stromerzeugung. Inzwischen setzt die OVAG zunehmend auf erneuerbare Energien. 1992 wurde der erste Windpark im Vogelsberg eingeweiht. Die zur OVAG-Gruppe gehörende hessenENERGIE betreibt inzwischen 114 Anlagen mit rund 130 Megawatt Leistung. Strom aus Biomasse, die Kraft-Wärme-Kopplung, die Energieeffizienz und Energieeinsparung sind weitere Themen im Technikum. Die Besucher erfahren zum Beispiel, dass eine alte Glühlampe verglichen mit einer LED-Lampe fünfzehnmal höhere Stromkosten verursacht.

Weitere Schautafeln erläutern die Gasversorgung und den öffentlichen Nahverkehr. Mehrere Tafeln sind mit Hörstationen ausgerüstet. „Herzstück“ des Technikums ist jedoch der Multitouch-Tisch. Er zeigt eine Landkarte des OVAG-Versorgungsgebietes. Die Besucher können sich interaktiv über die Standorte von Energieanlagen, Naturschutzgebieten und Versorgungsnetzen informieren mit Hinweisen über deren Größe und Leistungen.

Das Technikum ist ein Ort, der sowohl Erwachsene als auch Kinder zum Mitmachen anregt. Dem sechsjährigen Pius, der mit seinem Vater kam, hat es jedenfalls viel Spaß gemacht.

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