Heizkosten im Griff

Einsparung ohne Komfortverlust: so heizt man heute

Es wird Winter, wie ein Blick in die weiße Landschaft zeigt. Die Heizperiode hat seit einigen Wochen begonnen. Wie lassen sich dabei Kosten einsparen? Das wurde auf einer gut besuchten Veranstaltung der ovag Energie AG, der Stadt Schotten und des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten (EES) im Dorfgemeinschaftshaus Eschenrod diskutiert.

Beim Indoabend: Peter Glasstetter (Klimaschutzbeauftragter Schotten), Maik Rößler (Oberhessen-Gas), Jutta Kneißel (Vorsitzende EES), Willi Zinnel (Magistrat Schotten) und Stefan Hirth (ovag Energie AG)

Beim Indoabend: Peter Glasstetter (Klimaschutzbeauftragter Schotten), Maik Rößler (Oberhessen-Gas), Jutta Kneißel (Vorsitzende EES), Willi Zinnel (Magistrat Schotten) und Stefan Hirth (ovag Energie AG)

Referent Stefan Hirth von der ovag Energie AG zeigte zunächst anhand der Energiebilanz eines Hauses die möglichen Einsparpotenziale durch Modernisierungsmaßnahmen der Heizung und des Gebäudes. Die größten Energieverluste gibt es bei der Heizung (bis zu 18 Prozent) sowie bei schlechter Dämmung vom Dach, der Fenster und Außenwände (zusammen bis über 50 Prozent). Sie können auf bis zu 20 Prozent reduziert werden, abhängig vom Alter und Zustand des Gebäudes und der Heizung.

So seien Heizkessel, die vor 1986 installiert wurden „Museumsstücke“. Der Nutzungsgrad neuer Heizkessel liegt um ein Drittel höher. Ein weiterer Verlustbringer sind ungedämmte Leitungen für die Wärmeverteilung. Ein großes Einsparpotenzial ergebe sich durch den Austausch ungeregelter Umwälzpumpen. Hier hatte eine Austauschaktion des EES gemeinsam mit der Stadt und der ovag Energie AG vor einigen Jahren großen Zuspruch erfahren. Der Heizkörper muss seine Wärme ungehindert in den Raum abgeben können. Verkleidungen, Gardinen vor dem Heizkörper und auskragende Fensterbänke erfordern zusätzliche Heizungsenergie. Hirth erläuterte auch den Unterschied zwischen verschiedenen Endgeräten wie Heizplatte, Konvektor, Radiator und Fußboden-Heizung. Über moderne Heizkörperventile lässt sich heute die Wunschtemperatur tagesabhängig steuern. Wenn tagsüber niemand zu Hause ist, fährt die Heizung runter und entsprechend der eigestellten Zeit fährt die Heizung vor Rückkehr der Bewohner wieder hoch. Mit einem hydraulischen Abgleich der Heizung ließen sich Heizkosten sparen, Stromkosten für den Betrieb der Heizung senken und Fließgeräusche vermeiden. Der koste zwar Geld, so Hirth, lohne sich aber. Außerdem gäbe es dafür Zuschüsse vom Staat.

Ein weiteres Thema war die Brennstoffwahl bei einer neuen Heizung. Seit 2013 seien die Preise für Erdgas und Holzpellets relativ stabil. Gesunken sei der Preis für Heizöl. Das müsse jedoch nicht so bleiben, wie wir aus der Vergangenheit wissen. Die teuerste Energieform sei derzeit der Strom (ausgenommen hiervon sind die Wärmepumpen). Er sollte auf keinen Fall mehr „verheizt“ werden. Stefan Hirth zeigte dazu einen Vergleich der verschiedenen Energieträger.

Entscheidungsprobleme gibt es bei einer neuen Heizung – welche Technik soll ich wählen? Alternativen sind die Brennwerttechnik (Gas, Öl und Pellets), verschiedene Wärmepumpen (z.B. Luft-Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe), eine Kombination mit Solarthermie oder Photovoltaik. Für die Sanierung alter Heizungen gibt es je nach Anlage und Modernisierungsvariante Fördergelder. Private Hauseigentümer können Beratungsleistungen der Oberhessischen Energieagentur für einen Haus-Check Energie, Photovoltaik- und Solarthermie-Check und auch für die Neubauberatung in Anspruch nehmen. Dazu gibt es auch ein Internet-Informationsangebot mit einem Fragebogen. Auf der Homepage der Stadt Schotten finden sich Termine mit einem unabhängigen Energieberater vor Ort. Es gebe nicht die beste Heizung – jeder Fall sei individuell zu betrachten. Das bestätigte der Vertreter einer ortsansässigen Firma. Gastgeber und Ortvorsteher Ewald Appel sorgte für einen Imbiss gegen eine Spende. Der Überschuss ging in die Jugendarbeit.

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