Aufgelesen

 

„Weiter so nicht mehr möglich“

Vogelsberger Wasser für Rhein-Main: Konflikt zwischen Versorgung und Naturschutz

Demo vor dem Frankfurter Römer Foto: Wack

Demo vor dem Frankfurter Römer
Foto: Wack

SCHOTTEN/FRANKFURT – (sw). Der Konflikt hat eine lange Geschichte: Die Versorgung des Ballungsraums Rhein-Main mit Trinkwasser geht zu Lasten von Natur und Umwelt in ländlichen Fördergebieten von Vogelsberg, dem hessischen Ried und dem Burgwald.

Am Vorabend des Tags des Wassers hatte die Schutzgemeinschaft Vogelsberg (SGV) gemeinsam mit den Naturfreunden Hessen, der Aktionsgemeinschaft “Rettet den Burgwald”, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und sieben Kommunen aus dem Vogelsberg nach Frankfurt geladen. Veranstaltungsort war der große Saal des DGB-Hauses, der mit rund 150 Besuchern, darunter etwa 60 aus Schotten, Nidda und dem Vogelsberg, zu etwa zwei Dritteln gefüllt war.

Im Mittelpunkt stand eine Podiumsdiskussion unter der Moderation von Klaus Pradella (HR) zum Thema “Klimawandel – Zukunftsfähigkeit erfordert politischen Mut”. Die SGV unter der Vorsitzenden Cecile Hahn hatte Thesen verfasst, die Schauspieler Edgar M. Böhlke verlas. Darin stellt die Schutzgemeinschaft für Stadt und Land eine gemeinsame Interessenlage fest: einen intakten Naturraum und eine stabile Wasserversorgung zu erhalten, auch bei künftig zu erwartenden extremen Wetterlagen. Wobei der Schutz des Grundwassers Vorrang vor dem Export ins Rhein-Main-Gebiet haben müsse. Eine Absage erteilt die SGV an profitorientierte private Wasserwirtschaftsunternehmen. “Die Wasserversorgung ist wichtiger Teil der gesellschaftlichen Daseinsvorsorge und liegt in der politischen Verantwortung von Land und Kommunen.” Die Versorgung Frankfurts aus eigenen Wasserressourcen müsse Vorrang vor dem Bezug von Fernwasser haben. Neubauten sind mit einem doppelten Leitungsnetz für Trinkwasser und Brauchwasser auszustatten, fordert die SGV. Weiterhin sollten ein sparsamer Verbrauch und ein möglichst verlustfreier Wassertransport angestrebt werden. Schließlich setzt sich die SGV für kostendeckende Wassergebühren in Ballungszentren ein.

Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig betonte, alle Städte würden derzeit wachsen und brauchten mehr Wasser. Sie plädierte für eine “ökologische Wassernutzung”, um das Umland zu schonen. Ebenso stellte sie mehr Förderung aus eigenen Brunnen in Aussicht. Es gäbe bereits eine Magistratsvorlage, mit der Auflage, bei Neubauten eine zweite Wasserleitung einzurichten. Auch Wassersparen sei ein Thema. Schottens Bürgermeisterin Susanne Schaab machte deutlich, dass ein höherer Wasserverbrauch des Ballungsraums mehr Schäden in den Fördergebieten verursache. Außerdem habe ihre Kommune die Verantwortung für das flächendeckende Wasserschutzgebiet, was hohe Kosten verursache. “Wir betreiben Daseinsvorsorge für das Rhein-Main-Gebiet.” Diese Kosten könnten von den Bürgern nicht mehr getragen werden. Außerdem kritisierte sie das Geschäftsgebaren privater Wasserunternehmen. “Dort sind Kostenkalkulationen Geschäftsgeheimnis.” Lautertals Rathauschef Heiko Stock, er ist stellvertretender SGV-Vorsitzender, machte auf die großen Probleme seiner Gemeinde aufmerksam, um die Wasserversorgung aufrecht zu erhalten. “Die Wasserspiegel sinken immer weiter. Der Aufwand für die Wassergewinnung wird immer größer. Es besteht die reelle Gefahr, dass die Bevölkerung in bestimmten Zeiten ohne Wasser auskommen muss.”

Die Staatssekretärin im Umweltministerium, Dr. Beatrix Tappeser, bezeichnete die Wasserversorgung als ein Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge, die nicht privatisiert werden sollte. Sie verwies auf den im vergangenen Jahr begonnenen Leitbildprozess, bei dem alle Beteiligten an einem Tisch säßen. “Im Mittelpunkt steht der Ausgleich zwischen Wasserversorgung und Schutz der Natur. Das neue Leitbild soll Wege aufzeigen, um eine gute Wasserversorgung auch bei Extremwetterlagen aufrecht zu erhalten. Dabei müsse Rücksicht auf die Naturräume genommen werden. “Ein ,Weiter so’, wie bisher, ist angesichts des Klimawandels nicht mehr möglich.” Umweltdezernentin Heilig räumte ein, dass in Frankfurt der Schutz von Brunnen zuweilen hinter wirtschaftlichen Interessen, zum Beispiel bei Baumaßnahmen, zurückstehe. Die Mainmetropole versorge sich derzeit nur zu etwa 20 Prozent aus eigenen Wasserressourcen. Thema war auch ein finanzieller Ausgleich zwischen Stadt und Land. Hans-Otto Wack, wissenschaftlicher Berater der SGV, verwies auf die Grundwasserabgabe zu Beginn der 1990er Jahre. “Das war ein erfolgreiches Instrument, wurde aber wieder abgeschafft.” Tappeser teilte mit, im Rahmen des Leitbildprozesses gebe es Überlegungen, als Ausgleich für die ländlichen Regionen eine Wasserentnahmegebühr einzuführen.

Zum Auftakt hatten die Organisatoren ein Kulturprogramm arrangiert. Edgar M. Böhlke rezitierte aus den “Vogelsberger Wassernachrichten” die Geschichte der Wasserversorgung und des -exports. Die Gedern-Hirzenhainer Mundartgruppe “Kreuz und Quer” hatte zu ihren musikalischen Beiträgen eigene “Wassertexte” verfasst. Karin und Wolfgang Eckhardt zeichneten in Vogelsberger Platt den früheren Protest gegen den Wasserraubbau nach.

Quelle: Kreis-Anzeiger vom 23.03.2018

Wasser ist keine Handelsware, sondern Überlebensmittel für Mensch und Natur

Wasser ist keine Handelsware, sondern Überlebensmittel für Mensch und Natur

 

Energiewende – eine Ideologie?

Energiewende – eine Ideologie?

Leserbrief von Jutta Kneißel

Leserbrief von Jutta Kneißel

 

 

Neue ökologische Batteriespeicher-Technologie mit Salz-Nickel-Batterien

Wir kennen von den Batterien als Stromspeicher verschiedene Technologien. Am günstigsten und daher am weitesten verbreitet sind Batterien auf Blei-Basis. Die Blei-Säure Batterien oder Blei-Gel-Batterien kennen wir alle aus der Autobatterie, daher ist diese Technik auch bei der Stromspeicherung auch mit dabei.

Sehr viele Anbieter setzen heute aber auf die Lithium-Ionen-Technologie, die mehr Lade- und Entladezyklen als Blei-Batterien verträgt. Weitere Vorteile sind der, wenn überhaupt vorhanden, nur sehr geringe Memory-Effekt, und die hohe Energiedichte, sowie die thermische Stabilität, die konstante Spannung beim gesamten Entladungsvorgang und die sehr geringe Selbstentladung. Nachteil dieser Technologie sind Sicherheitsmaßnahmen, die die Kosten für diese Batterien erhöhen (Quelle: Stromtankstellen.eu). Von Lithium-Ionen-Batterien wird in Zukunft einiges erwartet, sowohl in der Speicherung erneuerbarer Energien, als auch bei der Elektromobilität. Aber besonders werden sinkende Preise erwartet, die wichtig sind für einen wachsenden Markt. Lithium-Ionen-Batteriespeicher gibt es in verschiedenen Größen von 2 kWh bis in den Megawattbereich, wie die Speicher von Younicos zeigen.

Batterie-Alternative Salz-Nickel

Eine weitere Alternative sind Natrium-Nickelchlorid (SoNick) Akkumulatoren. Das sind Hochtemperatur-Batterien, die Temperaturen zwischen 300° und 400° Celsius benötigen und laut Wikipedia aus einem festen Elektrolyt und einer Kombination aus flüssigen und festen Elektroden bestehen. Diese Speicher sind durch modulare Bauweise für alle Anwendungsgrößen skalierbar und von 4 kWh bis 1,5 MWh lieferbar. Die SoNick-Technologie löst das sich bei anderen Technologien stellende Recycling-Problem, die Komponenten der SoNick-Batterien sind vollständig recyclebar.

Der italienische Marktführer FIAMM, sonst bekannt für Autohupen, bemüht sich jetzt mit dieser Technologie stark um den wachsenden Markt für Energiespeicher und ganzheitliche Lösungen um den Strom intelligent ins jeweilige Verbrauchsnetz einspeisen.

„Die 100 Prozent ökologischen Salz-Batterien der FIAMM-Gruppe sind dafür das ideale Speichermedium“, erklärt Stefano Dolcetta, Geschäftsführer der FIAMM S.p.A. „Sie bestehen vollständig aus ungiftigen Bestandteilen, gasen nicht aus und geben keinerlei Emissionen an die Umwelt ab. Die hohe Zyklenfestigkeit sichert eine überlegene Lebensdauer von 15 Jahren. Danach lassen sich alle Bestandteile problemlos recyceln. Außerdem sind die SoNick-Batterien rund 70 Prozent leichter als übliche Blei-Akkus und bei gleicher Leistung rund 30 Prozent kleiner. Deshalb benötigen sie weniger Platz und passen in zwei handelsübliche 20-Fuß ISO-Container.“

Zu den weiteren Vorteilen dieser Technologie gehört die konstante Leistungsabgabe, auch bei extrem unterschiedlichen Temperaturen von minus 20 und plus 60 Grad Celsius. Somit sind sie immer schnell einsatzbereit, was bei anderen Technologien, wie Blei-Batterien nicht der Fall ist, die empfindlich sind auf große Hitze oder Kälte. Eine Klimaanlage wird damit bei dieser Technologie nicht benötigt, was die Kosten und den Energiebedarf deutlich reduziert. Des weiteren sind die Batterien von FIAMM wartungsfrei und lassen sich mit integrierter elektronischer Steuerung per Fernüberwachung kontrollieren.

Bei einer Entladung bis zu 80% der Speicherkapazität kann die Batterie bis zu ca. 4.500 mal geladen werden.

Effizienter Speicher für Off-Grid-Einsatz mit Photovoltaik

Als Beispiel für den Einsatz der Batterie ist die Off-Grid-Lösung einer Fünf-Sterne-Hotelanlage auf den Malediven interessant. Das „Gasfinolhu Island Resort“ auf der rund zwei Hektar kleinen Insel Gasfinolhu aus dem Nord-Male Atoll wird künftig seinen Energiebedarf künftig nahezu vollständig mit Hilfe von Photovoltaik-Solarzellen decken. Zur Speicherung und bedarfsgerechten Einspeisung des Ökostroms in das Mikronetz der Insel leistet der italienische Batterie-Spezialist FIAMM einen wesentlichen Beitrag:

Das FIAMM „Microgrid Hybrid Energy System ST523“ sammelt den Solarstrom in hoch innovativen Natrium-Nickelchlorid-Batterien und liefert daraus bei Bedarf, etwa nachts oder zu Zeiten starker Bewölkung, bis zu 1,5 Megawattstunden (MWh) Strom. Die Versorgung ist damit stets zuverlässig gesichert. Eine Fülle weiterer Maßnahmen verbessert die Energieeffizienz zusätzlich und macht die neue Anlage zu einem weltweiten Vorzeigeprojekt.

Quelle: http://www.energynet.de/2013/04/25/neue-oekologische-batteriespeicher-technologie-mit-salz-nickel-batterien/

Solare Leselampen für 1,6 Millionen Schulkinder

Solare Leselampen für 1,6 Millionen Schulkinder – was für eine Perspektive! Die Energieversorgung in Indien ist natürlich mit der unserigen überhaupt nicht zu vergleichen. Dennoch ist das Prinzip einer dezentrale Energieversorgung auch für uns eine wichtige Zukunftsoption. Ein Mutmachendes Beispiel ist der folgende Bericht.

Durchbruch für dezentrale Solarenergie in Indien. Ein indischer Bundesstaat verteilt kostenlos Solarlampen an 1,3 Millionen arme Familien, statt weiter Petroleum für Lampen zu bezuschussen. Hochwertiges Licht statt Subventionen für fossilen Brennstoff.

Der zentralindische Bundesstaat Chhattisgarh hat entschieden, allen Haushalten in Dörfern ohne Stromanschluss kostenlos Solar-Lampen zur Verfügung zu stellen. Davon profitieren 1,3 Millionen arme Familien. Zusätzlich erhalten 1,65 Millionen Schulkinder Solare Leselampen für ihre Hausaufgaben. Finanziert wird das Großprojekt durch die Einsparungen an Subventionen: weil die Solarlampen die bisher verwendeten Petroleumlampen ersetzen, deren Brennstoff vom Staat bezuschusst wird, werden sich die Kosten nach kurzer Zeit amortisieren.

Neben dem Staat sparen auch die Menschen das bisher für Brennstoff benötigte Geld. Die neuen Lampen geben mindestens fünf mal mehr Licht und halten 10 Jahre. Zum Einsatz kommen Geräte des indischen Herstellers THRIVE, langjähriger Technologie- Partner der Bonner Hilfsorganisation green energy against poverty.

Nach den Daten der Volkszählung von 2011 haben in dem noch teilweise bewaldeten Bundesstaat 1,3 Millionen Familien keinen Anschluss ans öffentliche Stromnetz – meist von der Volksgruppe der Adivasi, der indischen „Ureinwohner“. Zwar steht Chhattisgarh damit noch besser da als andere Bundesstaaten; im nationalen Durchschnitt sind 44 % der Inder mangels Stromanschluss auf Petroleumlampen angewiesen, im Bundesstaat Bihar sogar 89 %. Für die entlegenen Dörfer in 95 Dorfverbänden wäre die Elektrifizierung besonders aufwendig, da zum Bau von Stromleitungen die nationale Forstbehörde kooperieren müsste.

Noch dazu ist das indische Stromnetz notorisch unzuverlässig und chronisch überlastet. Statt zentraler Versorgung ist lokale Energieproduktion mit Solarzellen die bessere Option; kleine Solarzellen laden direkt die Akkus der tragbaren Solarlampen. Damit erübrigen sich auch die Subventionen für das bisher verwendete Petroleum. Nach dem staatlichen Verteilungssystem für Bedürftige stehen jeder Familie 4 Liter im Monat zu, was aber nur etwa die Hälfte des tatsächlichen Bedarfs deckt. Die Subventionen dafür belaufen sich auf 2,5 Mrd. indische Rupien oder 35 Mill. EUR pro Jahr. Die gesamten Investitionskosten für die neuen Solarlampen betragen ca. 30 Mill. EUR. Damit rechnet sich die Investition bereits innerhalb eines Jahres – und vermeidet während der 10jährigen Lebensdauer der Lampen dauerhaft Kosten, die sich weder die Armen, die auf Petroleum angewiesen waren, noch der Staat leisten konnten.

Für den Chef von THRIVE zählt nicht, dass er einen großen Auftrag gewonnen hat, sondern dass damit der Durchbruch erreicht ist, in moderne Geräte zu investieren statt unsinnige Subventionen zu zahlen. „Über drei Jahre habe ich daran gearbeitet, den Regierungen zu vermitteln, dass sie bereits nach kurzer Zeit sparen – und zugleich die Menschen besseres Licht bekommen“, sagt Ranga Bodavala. „Damit erfüllt sich mein Traum, dass alle Menschen endlich richtiges Licht haben.“

Nach seinen Schätzungen werden Kinder in der Region 1½ Mrd. zusätzliche Stunden zum Lernen zur Verfügung haben, ohne dass die Abgase der Petroleumlampen ihre Augen und Schleimhäute reizen; die Erwachsenen können zusätzliche 2,7 Mrd. Stunden für einkommensschaffende Aktivitäten nutzen, wie Bastmatten flechten etc. Nebenbei werden 150 Millionen Liter Petroleum pro Jahr eingespart und 384.000 Tonnen CO2 vermieden. Indem eine indische Regionalregierung diesen Weg geht, schafft sie den Durchbruch beim großflächigen Ersatz von Petroleumlampen durch moderne Solarlampen.

Auch green energy against poverty ist stolz auf diesen Erfolg. „Wir haben immer an das Potential der Technik geglaubt“, sagt Dr. Sabine te Heesen, CSR-Managerin der Bonner Hilfsorganisation. „Unser Partner produziert nicht nur hervorragende Geräte, sondern engagiert sich massiv, um damit die Lebensbedingungen der Armen nachhaltig zu verbessern“. Doch trotz dieses großen Erfolges sei noch viel zu tun: in anderen Bundesstaaten wird noch Petroleum subventioniert, und die Projekte mit Schülerlampen in Vorort-Slums von Calcutta sind weiterhin auf Spenden angewiesen.

Eine tragbare Solarlampe kostet 15 Euro und gibt Licht für einen ganzen Raum, eine solare Leselampe für Schulkinder kostet 5 Euro. green energy against poverty sammelt weiter Gelder für Projekte mit diesen Lampen.

Quelle:

green energy against poverty e.V. 2013

Studie zu Energiekosten

Das Märchen vom teuren Ökostrom

Von Silvia Liebrich

Studien zeigen: Wind, Wasser und Sonne liefern schon heute die Energie billiger als Atom- und Kohlekraftwerke. Das fällt aber nicht auf. Die hohen Subventionen für konventionelle Erzeuger, die nicht auf der Stromrechnung erscheinen, müssen die Steuerzahler tragen. 

Atom- und Kohlestrom profitieren seit Jahrzehnten in erheblichem Umfang von staatlichen Mitteln in Form von Subventionen, Steuervergünstigungen und anderen Beihilfen.

Windräder und Solarparks statt Atom-Meiler und Kohlekraftwerke: Dass die Energiewende notwendig ist, daran besteht bei den meisten Deutschen kein Zweifel. Trotzdem gibt es kaum ein Thema, das politisch so umstritten ist. Vor allem die hohe Ökostrom-Umlage treibt Verbraucher auf die Barrikaden. Viele würden das Rad der Energiegeschichte am liebsten zurückdrehen: In einer Umfrage von Bild wünschten sich vor Kurzem 65 Prozent der Befragten die Kernkraft zurück. Abgestimmt haben mehr als 100.000 Leser. So etwas nennt man dann wohl eine erfolgreiche Kampagne der Atomstrom-Lobby.

Doch das Getöse der EEG-Umlage, die im nächsten Jahr auf 5,28 Cent je Kilowattstunde steigen wird, ist nur ein Teil der Wahrheit. Was Industrievertreter und konservative Politiker lieber nicht sagen: Atom- und Kohleenergie kosten die Verbraucher unter dem Strich deutlich mehr als Ökostrom. Das zeigt eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS). “Konventionelle Energien verursachen deutlich mehr Kosten, als den Stromkunden direkt in Rechnung gestellt wird”, sagt Eike Meyer, stellvertretender Geschäftsführer beim FÖS.

Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes bestätigt: “Nicht nur Atomkraft, sondern auch Kohle sind über Jahrzehnte vom Steuerzahler subventioniert worden. Das sind deutlich höhere Kosten als das, was wir im Augenblick für die Energiewende und für die erneuerbaren Energien ausgeben.” Diese hohen Ausgaben fallen jedoch nicht auf, weil die horrenden Fördermittel für Atom- und Kohlestromlieferanten nicht auf der Stromrechnung auftauchen.

“Die versteckten Zusatzkosten zahlen die Verbraucher durch Steuern und Abgaben”, sagt Meyer. Wie viel genau, das zeigt die Studie des FÖS im Auftrag von Greenpeace Energy und dem Bundesverband Windenergie. Demnach profitieren konventionelle Energien seit Jahrzehnten von einer umfangreichen staatlichen Förderung. So wurde Atomstrom seit 1970 mit mindestens 187 Milliarden Euro gefördert (Grafik), Energie aus Stein- und Braunkohle mit 177 Milliarden beziehungsweise mit 65 Milliarden Euro. Im Vergleich dazu kommen erneuerbare Energien gerade einmal auf 54 Milliarden Euro.

Aber anders als die Erneuerbaren werden konventionelle Energien vor allem durch Finanzhilfen und Steuervergünstigungen gefördert, die den Staatshaushalt belasten. Im Zeitraum von 1970 bis 2012 wurde erneuerbar erzeugter Strom mit durchschnittlich 3,4 Cent je Kilowattstunde gefördert. Braunkohlestrom profitierte von staatlichen Mitteln in Höhe von 1,3 Cent und Steinkohle von 3,3 Cent. Atomenergie weist mit 4,0 Cent je Kilowattstunde den höchsten Förderwert auf.

Doch damit ist es nicht getan. Was in dieser Berechnung fehlt, sind die gesamtwirtschaftlichen Folgekosten, die den Erzeugern nicht direkt zugeschrieben werden, und für die sie nicht aufkommen müssen. Das gilt für die Folgekosten der Endlagerung von Atommüll, Klimaschäden, Umweltverschmutzung oder nukleare Unfälle. “Im Gegensatz zu den erneuerbaren Energien werden wir die Folgekosten von Kohle- und Atomstrom auch noch Jahre nach dem Abschalten der Kraftwerke bezahlen müssen”, ergänzt FÖS-Experte Meyer.

Deshalb summiert die FÖS-Studie auch die gesamten volkswirtschaftlichen Kosten der Stromerzeugung auf. So gerechnet trägt die Gesellschaft im Jahr 2012 bei einer Kilowattstunde Windstrom Kosten von 8,1 Cent und bei Wasserstrom 7,6 Cent. Steinkohle beläuft sich auf 14,8 Cent. Atomstrom kommt je nach Bandbreite der angesetzten externen Kosten mindestens auf 16,4 Cent, im höchsten Fall auf 42,2 Cent. Den vergleichsweise hohen Wert bei Fotovoltaik von 36,7 Cent stellen die FÖS-Experten in Relation zur Markteinführung der Atomenergie. Solarstrom ist derzeit vor allem wegen der hohen Anfangsinvestitionen für den Bau von Fotovoltaikanlagen relativ teuer. Vergleicht man diese Ausgaben aber mit den frühen Jahren der Kernenergie, dann zeigt sich, dass die staatliche Unterstützung für Atomstrom mit mehr als 60 Cent je Kilowattstunde damals fast doppelt so hoch lag.

“Diese Zahlen zeigen, dass einige erneuerbare Energien heute schon günstiger sind als konventionelle Energieträger, wenn außer dem Strompreis auch die Kosten von staatlichen Förderungen sowie die Kosten für Umwelt- und Klimabelastung sowie nukleare Risiken einbezogen werden”, stellt Meyer fest. Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt Jochen Luhmann vom “Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie”. “Wir müssen die Frage stellen, ob Strom mit Energiewende wirklich teurer wäre als ohne. Die entsprechenden Untersuchungen zeigen inzwischen, dass die Variante mit Energiewende die billigere ist.”

Dass der Ausbau von Ökostrom schon heute einen dämpfenden Effekt auf die Gesamtkosten hat, rechnet die Agentur für Erneuerbare Energien vor. Demnach konnte Deutschland 2011 dadurch auf den Import von fossilen Energieträgern im Wert von sechs Milliarden Euro verzichten. Fest steht schon jetzt, diese Einfuhren werden in den nächsten Jahren nicht billiger. 2011 musste Deutschland für den Import fossiler Energierohstoffe mehr als 80 Milliarden Euro ausgeben. Bei gleichbleibenden Mengen dürften diese Ausgaben bis 2020 auf 120 Milliarden Euro steigen, prognostiziert die Agentur für Erneuerbare Energie.

Rohstoffexperten erwarten, dass die Preise für Kohle, Gas und Erdöl in den nächsten Jahren drastisch steigen werden – und das nicht nur, weil die weltweite Nachfrage steigt. Inzwischen zeichnet sich ab, dass die Vorräte an Erdöl, Gas und Kohle zur Neige gehen. Selbst die konservative Internationale Energieagentur (IEA) in Paris ist der Meinung, dass das weltweite Fördermaximum bei Erdöl, dem wichtigsten Energielieferanten überhaupt, bereits überschritten ist.

Quelle Süddeutsche Zeitung vom 7.11.2012

Weltweit größte Power-to-Gas-Anlage zur Methan-Erzeugung läuft

31.10.2012 + Vorstufe für die industrielle Anwendung erreicht.

ZSW stellt 250-Kilowatt-Forschungsanlage zur Ökostromspeicherung fertig. Baden-Württembergs Umweltminister Untersteller: „Anlage erfolgreicher Schritt zur Etablierung der neuen Technik.“

 Eine weitere Hürde auf dem Weg zur Marktfähigkeit der Power-to-Gas- Technologie ist überwunden: Am 30. Oktober 2012 hat das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) eine Forschungsanlage mit einer elektrischen Anschlussleistung von 250 Kilowatt eingeweiht. Die vom Bundesumweltministerium geförderte Anlage wandelt Ökostrom in Wasserstoff und Methan um.

Mit einer möglichen Methanproduktion von bis zu 300 Kubikmetern pro Tag ist sie die größte Anlage ihrer Art weltweit und zehnmal leistungsstärker als die drei Jahre zuvor am ZSW entstandene Versuchsanlage. Damit rücken die Wissenschaftler aus Stuttgart unmittelbar an die industrielle Anwendung der neuen Stromspeichertechnologie heran.

Während des Betriebs wollen die ZSW-Forscher mit ihren Kollegen vom Fraunhofer IWES und der Firma SolarFuel die Technologie weiter optimieren. Das Hochskalieren künftiger Power-to-Gas-Anlagen im energiewirtschaftlich relevanten Bereich von 1 bis 20 Megawatt soll dadurch erleichtert werden. Eine Bewertung des künftigen Speicherbedarfs ist ebenfalls Gegenstand der FuE-Arbeiten.

Die 250-Kilowatt-Anlage besteht aus einem alkalischen Druckelektrolyseur, einer Methanisierungseinheit sowie dem Prozessleitsystem für die Steuerung und Regelung. „Unsere Forschungsanlage arbeitet dynamisch und intermittierend. Im Gegensatz zur ersten Anlage kann sie flexibel auf das rasch wechselnde Stromangebot aus Wind und Sonne und auf plötzliche Unterbrechungen reagieren“, erklärt Dr. Michael Specht, Leiter des ZSW-Fachgebiets Regenerative Energieträger und Verfahren und einer der Väter der neuen Technologie.

 „Das ist eine Bedingung künftiger Energiesysteme mit einem hohen Anteil erneuerbaren Stroms.“ Ein weiterer Vorteil für die Anwendung: Die Steuerungs- und Regelungstechnik entspricht der Technik künftiger industrieller Großanlagen.

 Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller lobt den Fortschritt in der Power-to-Gas-Technologie: „Um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern, brauchen wir Innovation und neue Technologien. Dazu gehört bei einem stetig wachsenden Anteil erneuerbaren Stroms auch die Erforschung und Nutzung von Speichergas. Die 250-Kilowatt- Forschungsanlage ist ein erfolgreicher Schritt zur Etablierung der neuen Technik.“

 Vor allem das Automobil-Land Baden-Württemberg könne künftig von Power-to-Gas profitieren, weil das Verfahren auch Alternativen für die künftige Mobilität biete, so Untersteller weiter.

 Das nächste Kapitel der Power-to-Gas-Erfolgsgeschichte soll 2013 im niedersächsischen Werlte aufgeschlagen werden. SolarFuel errichtet dort im Auftrag der Audi AG eine 6-Megawatt-Anlage, mit der die Stufe der industriellen Anwendung avisiert wird. Die Erfahrungen aus der 250er-Forschungsanlage des ZSW werden auch in das „e-gas-Projekt“ des Ingolstädter Konzerns einfließen.

 Der Ökostromanteil im deutschen Stromnetz wächst enorm. Das stellt das Energiesystem vor neue Aufgaben: Bei einem hohen Anteil von Wind- und Sonnenenergie schwankt die Strommenge je nach Wetterlage stark. Schon heute kann in manchen Regionen überschüssiger Ökostrom nicht mehr in das Stromnetz eingespeist werden. Zwischen 2020 und 2030 sind deutschlandweit in bestimmten Jahreszeiten überschüssige Stromleistungen im Gigawattbereich zu erwarten.

 Ohne Langfristspeicher mit hohen Kapazitäten, die bis dahin aufgebaut werden müssen, können die künftigen Überschüsse dem Verbraucher für Zeiten ohne Wind und Sonne nicht zur Verfügung gestellt werden. Eine Speicherung über lange Zeit und mit großem Volumen bieten die chemischen Speichermedien Wasserstoff und Methan.

 Nur sie sind lange ohne Verluste lagerfähig und können in das große, gut ausgebaute deutsche Erdgasnetz eingespeist werden. Blockheizkraftwerke, Erdgasautos und die Industrie können das erneuerbare Gas nutzen.

 Quelle:

Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) 2012

Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES 2012

SolarFuel GmbH 2012

Photovoltaik-Investitionen weiterhin attraktiv

01.11.2012 + Neue Fördersätze für Solarstromanlagen.

Vergütung für kleine PV-Anlagen beträgt im November 12,39 bis 17,9 Cent pro Kilowattstunde. Fördersätze sinken bis Januar 2013 um 2,5 Prozent pro Monat. Verbrauch selbst erzeugten Solarstroms gewinnt an Attraktivität.

Die neuen Fördersätze für Solarstromanlagen sind seit dem heutigen Mittwoch bekannt: Betreiber von Photovoltaik-Anlagen, die im November installiert werden, erhalten – je nach Anlagengröße – demnach eine für 20 Jahre garantierte Vergütung von 12,39 bis 17,90 Cent pro Kilowattstunde. In den Folgemonaten Dezember und Januar sinkt die Förderung um monatlich jeweils 2,5 Prozent.

Damit greift eine weitere Regelung, die mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Sommer verabschiedet wurde. Sie verfolgt das Ziel, die Solarstromförderung stärker an die Preisentwicklung und den Zubau neuer Solarstromanlagen anzupassen.

Im Verlauf dieses Jahres war die Solarstromförderung bereits mehrfach reduziert worden, um auf einen Preisverfall bei Solarmodulen zu reagieren und den weiteren PV-Zubau zu regulieren. Allein von Januar bis Oktober dieses Jahres sank die Vergütung je nach Größe der Photovoltaik-Anlage um 36 bis 43 Prozent. Durch die wiederholte Absenkung und die bereits festgeschriebenen weiteren Kürzungen wird der Bau neuer Solarstromanlagen kaum noch die Verbraucherstrompreise beeinflussen.

“Die Anschaffung einer Solarstromanlage bleibt auch in Zeiten zurückgehender Fördersätze weiterhin ökologisch sinnvoll und sehr oft auch wirtschaftlich attraktiv. Die Photovoltaik-Preise sind derzeit niedrig und die Produktionskosten von Solarstrom liegen inzwischen deutlich unter den Verbraucher-Stromtarifen. Damit wird der unmittelbare Eigenverbrauch selbst erzeugten Solarstroms immer interessanter”, erläutert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar).

Die Anrechnung möglichst hoher Eigenverbrauchsquoten werde immer wichtiger für die Wirtschaftlichkeitsberechnung privater oder gewerblicher Photovoltaik-Anlagen. Die Solarbranche hat auf diese Entwicklung bereits reagiert und Lösungen zur Optimierung des Eigenverbrauchs entwickelt wie intelligente Energiemanagement-Systeme und Stromspeicher, die auch bei Eigenheimen zur Anwendung kommen können.

Quelle:

Bundesverband Solarwirtschaft 2012


Nur lokaler Strom macht Energie bezahlbar

 Strom von der Nordsee, das klingt erst einmal vernünftig. Doch wie kommt die Energie zum Verbraucher? Statt auf riesige Parks sollten wir lieber auf dezentrale Anlagen zur Energieerzeugung setzen.

 Stellen Sie sich vor, Sie kaufen als Frankfurter, Stuttgarter oder Münchner eine Kilowattstunde Strom in der Nordsee; sagen wir mal, aus einem der Windräder in der Deutschen Bucht. Das sollte – so die allgemeine Meinung – recht günstig sein, denn auf dem Meer weht vermeintlich mehr Wind als an Land.

 Doch wie kommt die Energie zu Ihnen in die süddeutsche Metropole? Ein langer, teurer und derzeit noch nicht einmal vorhandener Transportweg wäre zu bewältigen. Bei Flaute würde man Ihnen nichts liefern können, und die Energie aus windreichen Stunden haben Sie nicht speichern können; und wenn doch, dann nur mit hohen Kosten.

 Geht es nach dem Willen zahlreicher Protagonisten in Politik und Energiewirtschaft, dann wäre solch ein zentrales, verbraucherfernes und damit teures Energiesystem ein elementarer Bestandteil der Energiewende. Doch Sie ahnen schon: Dieser Kurs kann nicht zum Erfolg führen – nicht nur wegen der fehlenden 4500 Kilometer Hochspannungstrassen.

 Mit Umweltminister Peter Altmaier steht nun ein neuer Kapitän auf der Berliner Brücke – und es wird höchste Zeit für eine Kehrtwende. Denn nur eine allein auf erneuerbaren Energien basierende Stromversorgung führt heraus aus der Abhängigkeit von atomaren und fossilen, hoch subventionierten Brennstoffen.

 Setzen wir vorrangig auf regional verteilte Solar- und Windenergieanlagen und bringen wir die Stromerzeugung in die Nähe gut ausgebauter Netze und der Verbraucher, dann sparen wir enorm: kein Netzausbau auf Höchstspannungsebene, dramatisch weniger Speicherbedarf, und obendrein gibt es Sonnenschein und Windströmungen auch noch kostenlos – überall und unbegrenzt verfügbar.

 Deshalb ist es mehr als sinnvoll, diese kostenlosen Ressourcen mit an den jeweiligen Standort angepassten Technologien direkt vor Ort zu nutzen. Unter dem Strich ist die lokal erzeugte, über kurze Distanzen transportierte und direkt nutzbare Kilowattstunde um den Faktor zwei bis drei günstiger als die in Norddeutschland hergestellte, weit transportierte und eventuell zwischengespeicherte Kilowattstunde. Und die Produktion auf dem Meer ist noch einmal um den Faktor zwei teurer als an guten Binnenlandstandorten.

 Der lokale Ansatz bringt Wertschöpfung in alle Regionen – im Norden ebenso wie im Osten, Westen und im Süden. Wir müssen uns lösen vom zentralen Energiedenken, von einem “Windpark Nordsee” und einem “Solarpark Bayern”. Ergänzend zum bestehenden regenerativen Kraftwerkspark in Deutschland sind künftig also gute Windenergiestandorte im Süden Deutschlands und geeignete großflächige Solarpotenziale im Norden zu erschließen.

 Dank deutscher Innovationskraft gibt es auch schon die Lösung für eine weitere Herausforderung: Windräder und Solaranlagen können noch besser an die regionalen Gegebenheiten angepasst werden. Was wir brauchen, ist mehr Energie pro installierte Leistungseinheit – das gelingt uns beispielsweise mit größeren Rotoren und höheren Türmen für Windenergieanlagen im Binnenland bei gleicher Generatorleistung. Solche Anlagen erzeugen schon bei einer frischen Brise ihre volle Leistung, und somit können auch im Binnenland statt 2000 dann über 4000 Volllaststunden erreicht werden. Das sind Werte, die auf dem Meer nicht wesentlich übertroffen werden. Doch der Vorteil an Land liegt auf der Hand: Es kostet nur die Hälfte.

 In der Diskussion um den richtigen Weg der Energiewende geht der Blick auf die Motivation zum Umschwung leider verloren: Konventionelle, seit Jahrzehnten hoch subventionierte Energieressourcen werden sich dramatisch verteuern. Für die Importe dieser Rohstoffe müssen wir bald – im wahrsten Sinne des Wortes – jedes Jahr mehr als 100 Mrd. Euro “verbrennen”! Uran, Kohle, Öl und Gas sind endlich und oft nur mit gravierenden Auswirkungen auf unsere Umwelt zu fördern und zu transportieren.

 Atomkraft ist zudem für den Menschen nicht beherrschbar. Wir sollten deshalb nicht ständig fragen, wie teuer uns die Energiewende kommt. Wir sollten besser darüber nachdenken, was uns ein Verzicht auf den Umstieg hin zu den Erneuerbaren kosten würde.

 Quelle:

juwi Holding AG 2012

 

Studie: Ausbau erneuerbarer Energien füllt kommunale Kassen

Die Energiewende in Deutschland wird in den Städten und Gemeinden mit entschieden. Aber haben die Kommunen etwas vom Ausbau erneuerbarer Energien, außer das Klima zu schützen? Eine neue Studie des Berliner Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) für das baden-württembergische Umweltministerium kommt zu einem klaren Fazit: Energie aus Wind-, Sonnen- oder Wasserkraft schafft demnach nicht nur neue Arbeitsplätze vor Ort, sondern generiert auch hohe zusätzliche Steuereinnahmen. Selbst 1.000-Seelen-Dörfer können ihre Kassen so mit mehreren Tausend Euro im Jahr füllen.

„Kommunen profitieren vom Ausbau erneuerbarer Energien, und das um so stärker, je mehr Schritte sie vom Bau bis zum Betrieb der Anlagen übernehmen“, sagt Steven Salecki, Energieexperte beim IÖW und einer der Autoren der im Februar veröffentlichten Studie. Die Wissenschaftler modellieren darin drei Kommunen, die unterschiedlich groß und beim Ausbau erneuerbarer Energien unterschiedlich weit sind: ein Bioenergiedorf mit 1.000 Einwohnern, das die Energiewende fast komplett vollzogen hat, eine Vorreiterkommune mit 50.000 Einwohnern, die beim Ausbau Erneuerbarer über dem Bundesdurchschnitt liegt und ein 250.000-Einwohner-Landkreis mit einem durchschnittlichen Ausbaugrad.

Das Bioenergiedorf versorgt sich im IÖW-Modell vollständig mit „grünem“ Strom und zu 80 Prozent mit Wärme aus erneuerbaren Quellen, unter anderem mit einer Biogasanlage, einem kleinen Wasserkraftwerk und knapp zwei Dutzend Fotovoltaikanlagen. „Über eine zwanzigjährige Laufzeit generieren diese Anlagen 4.000 Euro Wertschöpfung pro Kopf“, sagt Salecki, in Form von Gewinnen für die Anlagenbetreiber, durch Einkommen für Beschäftigte und durch steuerliche Effekte. Die Steuereinnahmen summieren sich im modellierten Bioenergiedorf auf 264 Euro für die Kommune und weitere 371 Euro für das Land – jeweils je Einwohner und über die gesamte Laufzeit der Anlagen gerechnet.

Das summiert sich: Bei 1.000 Einwohnern fließen so über zwanzig Jahre 264.000 Euro in die Kasse des Dorfes. Im Jahr sind das 13.200 Euro. Für Baden-Württemberg, das über Gewerbe- und Einkommenssteuern vom Bau und Betrieb der Anlagen mitprofitiert, fallen 18.550 Euro im Jahr ab. Überschaubar bleiben im IÖW-Modell die Arbeitsmarkteffekte im Bioenergiedorf: Lediglich ein Arbeitsplatz wurde dort geschaffen. Salecki sagt, das liege aber vor allem an der Einwohnerzahl und daran, dass die Anlagen in der Regel außerhalb der Kommunen konstruiert wurden und für den Betrieb vor Ort kaum Personal nötig ist.

In den modellierten Vergleichskommunen sind die positiven Arbeitsplatzeffekte wegen der höheren Einwohnerzahl sichtbarer: In der Vorreiterkommune, die ihren Strom zu 46 Prozent und die benötigte Wärme zu zwölf Prozent erneuerbar deckt, entstehen durch Bau und Betrieb der Anlagen über deren Laufzeit 77 Arbeitsplätze, im Landkreis 221. Die Pro-Kopf-Steuereinnahmen sind hier durch den geringeren Ausbaugrad zwar niedriger – in der Summe durch die größere Einwohnerzahl aber höher: In der Vorreiterkommune belaufen sie sich auf 655.000 Euro im Jahr, im Landkreis auf satte 1,45 Millionen Euro.

Norbert Allnoch, Geschäftsführer des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR), sagt, grundsätzlich stiegen die Steuereinnahmen der Kommunen um so stärker, je mehr sie bei Ausbau und Betrieb Erneuerbarer-Energien-Anlagen eingebunden seien. Das habe steuerrechtliche Gründe. „Für die Kommunen ist es daher sinnvoll, möglichst viele Glieder der Wertschöpfungskette in der Hand zu halten.“ Das könnten sie zum Beispiel durch Anlagenhersteller, die sie für ihre Gewerbegebiete gewinnen oder durch Entwicklung örtlicher Energieparks, an denen sich Bürger direkt beteiligen können.

IÖW-Volkswirt Salecki sagt, für Kommunen könne es auch sinnvoll sein, ihre Stadtwerke mit dem Ausbau Erneuerbarer zu betrauen. Sie würden damit selbst Anlagenbetreiber, profitierten steuerlich und seien nicht auf Ansiedlung von Produzenten oder Betreiber angewiesen. Um Bürgermeistern, Stadtplanern und Kämmerern die Einschätzung der wirtschaftlichen Effekte des Ausbaus erneuerbarer Energien zu erleichtern, bietet das IÖW seit Februar einen Online-Wertschöpfungsrechner. Er ersetzt keine Wirtschaftlichkeitsberechnung für konkrete Ausbauvorhaben, bietet kommunalen Entscheidern aber eine erste Orientierung über mögliche Profite.

Quelle: www.nachhaltigkeitsrat.de

5.3.2012

Windkraft ohne (neue) Masten

Reduziert Investitionen, spart Metall und nutzt bestehende Infrastrukturen

Dieser Artikel stellt Windkraftgeneratoren ohne (neue) Masten vor, eine der 100 Innovationen im Rahmen von “The Blue Economy”. Dies ist Teil einer breit angelegten Bewegung für mehr Unternehmertum, Wettbewerb und Arbeitsplätze.

Der Markt

Die Gesamtheit an vorhandener Windenergie übersteigt den heutigen menschlichen Bedarf um ein Hundertfaches. Es überrascht nicht, dass weltweit durch Wind erzeugte Elektrizität weltweit in den Jahren von 2006 – 2010 um durchschnittlich 21 Prozent zugenommen hat. 2009 lag das Wachstum sogar bei über 30 Prozent. Gegenwärtig werden 2 Prozent des weltweit produzierten Stroms durch Windkraft erzeugt. Momentan expandiert die Weltkapazität an Windkraft so stark, dass sie sich alle 3 Jahre verdoppeln wird. Dank jährlich 11 Milliarden jährlicher Investitionen ist Windenergie von einer marginalen Position zu einem Hauptbestandteil des Strommixes geworden. China führt das Windkraftgeschäft an und hat seine Produktion an Windstrom in den letzten 4 Jahren jährlich verdoppelt.

Abgesehen vom kapazitären Wachstum sind die einzelnen Windturbinen in den letzten 20 Jahren um ein Hundertfaches größer geworden, von 25 kW bis zu 2,5 MW. Heutzutage schaffen die größten sogar 7 MW. Der Zuwachs an Größe um das Hundertfache bewirkte eine Kostenreduktion um das Fünffache. Zudem rotieren die großen Turbinen langsamer und stellen daher eine weit geringere Gefahr für Vögel dar. Bei einer Drehgeschwindigkeit von 12 Runden pro Minute d.h. einer vollen Runde alle 5 Sekunden sinkt die Todesrate von Vögeln auf fast Null. Da Wind an Küsten und Berghängen zunimmt, wird Windenergie immer öfter vor den Küsten gewonnen (derzeit 20%). Auf offener See ist die Windgeschwindigkeit höher und konstanter.

Wir sind gerade erst dabei zu lernen, wie Wind „geerntet“ werden kann, und größere Konstruktionen sind nicht die einzige Möglichkeit. Kreative Lösungen schließen die Energiegewinnung in Jetstreams mit Flugdrachen und die Piezoelektrik aus künstlichem Laub ein. Da Windenergie in Zukunft eine Kernkomponente der Energieressourcen und der Sektor von Neuerungen durchdrungen wird, steigen auch die Budgets für Forschung und Entwicklung sowie die Anzahl der Arbeitsplätze. Für 2012 wird erwartet, dass bereits über eine Million Menschen rund um den Wind ihren Lohn beziehen werden.

Die Innovation

Die Vorteile des Windes gegenüber fossilen Brennstoffen wie Erdöl und Kohle stehen außer Debatte. Trotzdem gibt es noch Hindernisse. Für die Bauteile, Blätter und Turbinen werden seltene Erdmetalle benötigt. Wenn 30 Prozent der weltweiten Energie durch Wind gewonnen würden, wären diese seltenen Metalle bald sehr knapp. Da der Wind in größeren Höhen zunimmt, wird die Weitsicht zunehmend durch Masten verstellt. Die Kosten für die hohen Masten, an deren Spitzen die Mühlen rotieren, steigen bis auf eine Million Dollar. Vor diesem Hintergrund haben drei französische Architekten und Innovatoren, Nicola Delon, Raphaël Ménard und Julien Choppin eine Lösung gefunden, die einem Prinzip der Blue Economy genau entspricht: Nachhaltigkeit ist die Fähigkeit, Grundbedürfnisse mit dem zu befriedigen, was bereits vorhanden ist.

Es gibt Millionen von Masten auf der ganzen Welt. Die meisten von ihnen werden für die Übertragung von Handysignalen genutzt, viele von ihnen mit Diesel betrieben. Das älteste Netz von Masten hält Hochspannungskabel; sie wurden oft gegen den Willen der Anwohner gebaut, die befürchteten, dass in der Nähe der elektrischen Kabel das Krebs- bzw. insbesondere das Leukämierisiko steigt. Die Wissenschaft rund um die Gesundheitsrisiken hat sich bereits etabliert und viele Regierungen haben Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, während gleichzeitig dem Architektenbüro Encore Heureux zusammen mit Elioth (die Abteilung Forschung und Entwicklung des französischen Energiekonzerns Iosis) der Durchbruch gelungen ist, indem sie Windräder auf bereits bestehenden Masten installieren.

Fast 160 000 Meilen Stromkabel werden kreuz und quer durch die USA geleitet – auf bereits existierenden Masten. Im Vereinigten Königreich stehen etwa 78 000 Masten und der indische Minister für Umwelt und Wälder schätzt, dass in seinem Land etwa eine Million Strommasten stehen. Zum Vorteil der Einsparung visueller Verschmutzung und Investitionen kommt hinzu, dass die Verkabelung lediglich ein paar Meter – und nicht für mindestens mehrere Kilometer – beträgt. Der Vorschlag ist so simpel und praktisch, dass es kaum denkbar ist, ihn nicht in großem Maßstab für die Energiegewinnung umzusetzen.

Der erste Umsatz

Urban Green Energy, ein US-amerikanisches Startup-Unternehmen in New York, hat eine Partnerschaft mit dem französischen Telekommunikationsriesen Alcatel-Lucent geschlossen, um dieses Konzept an Mobilfunk-Übertragungsstationen umzusetzen. So werden Dieselgeneratoren vor Ort überflüssig. Die Windgeneratoren von Alcatel-Lucent nutzen die Energie vor Ort, eine exzellente Möglichkeit für das Mobilfunknetz. Jedoch steht die überwiegende Zahl der Masten außerhalb von Ortschaften, wo es keine Abnehmer für den Strom gibt. Als Lösung schlägt das Trio „Wind-It“ vor, den überschüssigen Strom ins bestehende Netz einzuspeisen.

Die Chance

Die Ingenieure für Windenergie, Masten und Stromgewinnung gewöhnen sich gerade erst an die Idee und sind oft beschämt, dass sie nicht selbst darauf gekommen sind. Spezialisten für Windenergie haben nun mit Berechnungen begonnen und Studie des französischen Stromnetzes hat ergeben, dass, wenn alle bestehenden Masten mit Windrädern aufgerüstet würden, zusätzlich 15% des landesweiten Strombedarfs gedeckt werden könnten. Die gleiche Strommenge könnte mit dem Bau von sechs Kernreaktoren erzeugt werden, die jedoch mehr als zehn Jahre Bauzeit benötigen und das Fünffache an Kosten verursachen; wobei hier die Kosten für die Lagerung der Brennelemente noch nicht eingerechnet sind, ebenso wenig die staatlichen Garantien für die Risiken, die alle Bürger im Falle eines GAU tragen.

Die Nutzung bestehender Masten mit einer Serie kleiner Generatoren mit senkrechter Achse, die in die bestehenden Metallkonstruktionen passen, kann unterstützt werden mit wind-leitenden Systemen wie Segeln, die die Luftströme in die Generatoren führen. So können bestehende Masten nachgerüstet werden und ab jetzt jeder neue Mast gleich mit integriertem Windsystem konstruiert werden. Dies ist ein System, das leicht überall auf der Welt umgesetzt werden kann. Vielleicht ist das einzige, was fehlt, die Kooperation der Regierungen und der Stromerzeuger, die diese Technologie bestellen müssten, sowie die Unternehmer, die sie liefern und das Netz im Netz pflegen.

GUNTER PAULI

http://www.facebook.com/video/video.php?v=1285835478047

Neue Perspektiven für den Betrieb von Biogasanlagen

von Prof. Dr. Jürgen Schmid, Institutsleiter Fraunhofer IWES

Biogasanlagen spielen in zukünftigen Energiesystemen eine zunehmend wichtiger werdende Rolle, denn mit Biogasanlagen lassen sich die Leistungsschwankungen aus Wind und Solaranlagen wirkungsvoll ausgleichen. Prinzipiell könnte dafür Biogas vor Ort gespeichert werden, bis es bei Strombedarf im Netz mit Hilfe eines Generators zu Strom umgewandelt und eingespeist wird. Dafür müssten allerdings extra große Gasspeicherkapazitäten in der Nähe der Anlagen errichtet werden, da die vorhandenen Gasspeicher verhältnismäßig klein sind. Deshalb eignet sich das bestehende Erdgasnetz mit seiner riesigen Speicherkapazität besser für die Langzeitspeicherung von Bioenergie. Diese Speichermöglichkeit kann von Biogasanlagen genutzt werden, die direkt in das Erdgasnetz einspeisen, denn das Erdgas besteht praktisch aus Methan. Voraussetzung für die Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz ist jedoch eine aufwendige Gaskonditionierung, die sich nur in Verbindung mit sehr großen Biogasanlagen wirtschaftlich betreiben lässt. Bei diesem herkömmlichen Prozess wird vom Biogas das CO2 abgetrennt und in die Atmosphäre abgegeben.

Weiterlesen

Neue Perspektiven für den Betrieb von Biogasanlagen

Weitere Informationen zu einem Pilotprojekt Hessen – Thüringen

PI-ern.Methan mit Hessen.neu

Wie lassen sich erneuerbare Energien ins Stromnetz einfügen?

Viele Bürger haben die Chance der erneuerbaren Stromerzeugung erkannt und in Photovoltaik-, Windkraft- und Biogasanlagen investiert. Damit der dezentral erzeugte Strom aufgenommen werden kann, müssen die Stromnetze umgerüstet und an einzelnen Stellen verstärkt werden. Findige Ingenieure haben Lösungen entwickelt, mit denen die Verteilnetze bis zu vier mal so viel Strom aufnehmen können ohne neue Kabel verlegen zu müssen. Das spart erhebliche Kosten. Ein Bericht von Josef Göppel

MdB Josef Göppel hat zwei vielversprechende Pilotprojekte in den letzten Wochen besucht. In Larrieden bei Feuchtwangen sorgt ein regelbarer Ortsnetztransformator dafür, dass Solaranlagen, Biogasanlagen und ein Windrad ohne Gefahr für die Netzstabilität zuverlässig einspeisen können.

In Unterfranken wurde der Wechselrichter einer Freiflächenphotovoltaikanlage so ausgelegt, dass er 24 Stunden am Tag Blindstrom bereitstellen kann. Blindstrom ist das Schmiermittel für den Stromtransport. Das Netz verträgt damit deutlich mehr Einspeisung von Sonnen- und Windstrom.

Doch wie funktioniert das Ganze genau? Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten: 2012 liefern erneuerbare Energien mehr als 20 % des deutschen Stromverbrauchs. Deshalb müssen sie auch mehr Verantwortung für die Netzstabilität übernehmen.

Also Bau neuer Stromleitungen?

Es gibt prinzipiell acht Möglichkeiten, das Stromnetz stabil zu halten:

  1. Erzeugungsmanagement (Lastdrosselung)
  2. Nachfragesteuerung (Lastverlagerung)
  3. Bau zusätzlicher Transformatoren
  4. Erweiterte Regelung im Mittelspannungsnetz
  5. Leitungsbau
  6. Speicherbau
  7. Blindleistung aus Wechselrichtern
  8. Regelbare Ortsnetztransformatoren

Alle Welt redet von Leitungs- und Speicherbau!

Ja, beides ist aber teuer und langwierig. Als schnell realisierbare Lösungen stehen zwei technische Neuentwicklungen zur Verfügung,

  • Spannungsstabilisierung mit Wechselrichtern und
  • Regelbare Ortsnetztransformatoren.

Schön, aber wie funktioniert das?

Begeben wir uns auf einen kleinen Ausflug in die Physik. Was geht in einer Stromleitung vor sich?

Strom – was ist das eigentlich?

Elektrischer Strom besteht aus Elektronen, die sich in eine bestimmte Richtung bewegen.

Warum bewegen sich Elektronen?Indem jemand am Ende einer Leitung zusätzliche Elektronen einspeist und so Druck aufbaut.

Stellen Sie sich zum Vergleich einen vollen Gartenschlauch vor.

Sie drehen den Wasserhahn etwas auf und sofort fließt am anderen Ende das Wasser heraus. So ist es auch beim Strom.

Ist das alles?

Nicht ganz! Das strömende Wasser entspricht dem Elektronenfluß. Den nennt man Stromstärke. Der Druck im Wasserschlauch heißt beim Strom Spannung. Entscheidend ist, dass die Spannung immer gleich hoch bleibt, sonst fließt bald kein Strom mehr.

Klar! Und wo ist dabei das Problem?

Jeder Verbraucher, der den Strom einschaltet, senkt die Spannung ab. In Millisekunden müssen von irgendwoher wieder neue Elektronen ins Netz kommen.Je ungleichmäßiger ein Stromnetz beansprucht wird, desto höher ist der Bedarf an Regelleistung.

Wie kann man regeln?

Eine Möglichkeit ist die sogenannte Blindleistung. Sie besteht aus einem kleinen Teil der Elektronen im fließenden Strom, die sich quer zur Hauptrichtung bewegen und so die Spannungsschwankungen ständig korrigieren. Zu viel Blindstrom belastet jedoch das Netz zusätzlich, weil er mit transportiert werden muss, aber beim Verbraucher keine Wirkleistung bringt.

Woher kommt die Blindleistung?

Die bedarfsgerechte Erzeugung der Blindleistung für die Spannungssteuerung ist eine Aufgabe der Kraftwerke. Im Prinzip können das auch dezentrale Anlagen mit erneuerbaren Energien übernehmen.

Wer weiß denn, wie viele Steuerelektronen gerade benötigt werden?

Mikrochips zur ständigen Messung der Stromspannung, schön verteilt über ganz Deutschland. Sie können in jeden Wechselrichter eingebaut werden. Bei größeren Anlagen braucht der Stromnetzbetreiber allerdings einen Zugriff zur Steuerung von außen.

Eine Rieseninvestition?

Keineswegs! Moderne Wechselrichter in Solarstromanlagen können die Optimalspannung von 230 Volt durch gezielte Impulse von Blindstromelektronen in ihrem Netzabschnitt bereit stellen. Das erspart manche zusätzliche Stromleitung im Verteilnetz, weil die vorhandenen Leitungen gezielter ausgelastet werden können.

Wirklich?

Ja. Im Stromnetz der Zukunft können Einspeiser spannungsgeführt betrieben werden. Die Wechselrichter können übrigens auch nachts Blindleistung erzeugen und damit rund um die Uhr zur Spannungshaltung beitragen.

Woher nehmen die Wechselrichter nachts den Strom?

Sie ziehen einen kleinen Impulsstrom aus dem Netz oder sie holen ihn aus ihrem Batteriespeicher.

Ein Speicher neben jeder Solaranlage?

Genau! Es geht nämlich bei plötzlichen Verbrauchspitzen darum, 30 Sekunden zu überbrücken, bis gasbetriebene Blockheizkraftwerke im Schwarm anspringen.Die Solaranlagen der Zukunft arbeiten nicht nur bei Sonnenschein, sondern liefern rund um die Uhr spannungshaltende Blindleistung und Kurzzeitüberbrückungen.

Klingt gut, aber was kostet das alles?

Die Entwickler dieser Technik sagen, mit einem „System-Dienstleistungs-Bonus“ von 1,5 Ct/kWh für den Betreiber der jeweiligen Solaranlage würde sich das neue System schnell verbreiten.

Ist damit das Stromnetz fit für die erneuerbaren Energien?

Nicht ganz! Das alte Stromnetz lief nur in eine Richtung, von den Großkraftwerken zu den Verbrauchern. Jetzt kommen Einspeisungen von den Enden her. Bisher lässt sich die Spannung nur in großen Umspannwerken beeinflussen. Nötig ist aber eine viel feinere Regelung in jedem Ortsnetz.

Zukunftsmusik?

Nein! Eine naheliegende Lösung besteht darin, den Ortsnetztransformator regelbar zu machen. Dadurch könnte bereits das Niederspannungsnetz deutlich höhere Spannungsschwankungen als bisher aufnehmen. Das kann die Aufnahmefähigkeit des Gesamtnetzes deutlich erhöhen und ist in vielen Fällen kostengünstiger und schneller zu realisieren als der Bau zusätzlicher Stromleitungen.

Wie funktioniert das genau?

Die Spannung am Transformator hängt von der Zahl der Drahtwicklungen um einen Magnetkern ab. Im schaltbaren Trafo sitzt eine Reihe unterschiedlicher Wicklungen nebeneinander. Ein Schalter springt von einer Wicklung zur anderen. Es ist wie beim Getriebe eines Autos.

Kann man die Spannung im Netz nicht auch mit intelligenten Stromzählern im Haushalt steuern?

Zähler können nicht direkt steuern, wohl aber Elektrogeräte gezielter einschalten.Die Ausstattung sämtlicher Haushalte mit intelligenten Stromzählern und steuerbaren Haushaltsgeräten braucht auch Zeit.Klüger ist es, jetzt strategische Punkte gezielt zu regeln. Das sind dann nur 600.000 Stationen, von denen jede 50 bis 250 Haushalte versorgt. Dort sitzt der Regler, der die Spannung konstant hält. Er kann 90% der spontanen Abweichungen ausgleichen!

Die deutsche Energiewende

Seit dem Beschluss für eine echte Energiewende mit Atomausstieg entstehen zahlreiche neue technische Lösungen. Deutsche Ingenieure stehen weltweit in der vordersten Reihe beim Einfügen der erneuerbaren Energien in die Stromnetze. Die Welt schaut gespannt auf das deutsche Experiment!


FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND vom 04.01.2012

Elektroautos bleiben Ladenhüter

Nissan und GM verkaufen im ersten Jahr nur 30 000 Batteriemodelle – Brände, hohe Preise und Lieferengpässe schrecken ab

John Reed, London und Bernard Simon, Toronto

 Der Verkauf von Elektroautos kommt nicht richtig in die Gänge. Die Kunden werden vor allem durch hohe Preise und Lieferengpässe abgeschreckt. Die Nachfrage nach den ersten Modellen, die bereits seit einem Jahr im Handel sind, blieb hinter den Erwartungen. Der Leaf vom japanischen Autobauer Nissan und der Chevrolet Volt vom US-Hersteller General Motors (GM) gehören zu den ersten Exemplare einer neuen Generation von Fahrzeugen, die mit Akkus angetrieben werden. Bislang haben beide Unternehmen zusammen nur rund 30 000 Stück dieser Elektromodelle verkauft.

 Die Bilanz ist ernüchternd, zumal hohe Investitionen für alternative Antriebe erforderlich sind. Einige kleinere Hersteller von Elektroautos mussten im vergangenen Jahr den Betrieb einstellen – unter anderem Think Global aus Norwegen und Aptera Motors in den USA.

Autohersteller und Branchenanalysten versuchen zu beschwichtigen: Es sei noch viel zu früh, eine Technologie zu beurteilen, bei der es voraussichtlich Jahrzehnte, nicht Jahre dauere, bis ihr Potenzial voll ausgeschöpft sei. Dennoch revidieren nun viele Analysten ihre Absatzprognose nach unten – auch diejenigen, die zuversichtlich sind, dass Elektroautos langfristige eine Alternative zu herkömmlichen Autos darstellen. Elektroautos seien “noch nicht bereit für den großen Auftritt”, urteilte Adam Jones, Analyst bei Morgan Stanley. Er senkte seine Erwartung für die Marktdurchdringung im Jahr 2025 von 8,6 auf 4,5 Prozent.

Nach Ansicht der Branchenexperten sind die mäßigen Absatzzahlen vor allem der geringen Anzahl an erhältlichen Modellen geschuldet. In diesem Jahr aber werden Toyota, Renault, BMW, Daimler und andere Autobauer weitere Elektroautos oder Hybridfahrzeugeauf den Markt bringen.

GM hatte die Entwicklung des Volt besonders stark forciert. Der US-Hersteller musste aber einen herben Rückschlag einstecken, nachdem Akkus Stunden oder auch Tage nach einem Crashtest Feuer fingen. Mittlerweile hat das Unternehmen die Gefahr nach eigenen Angaben unter Kontrolle. Dazu beigetragen habe unter anderem ein Verfahren, bei dem Akkus verunglückter Autos “entladen” werden. GM hatte sein Absatzziel für 2011 von 10 000 Volts schon einkassiert, bevor das Brandproblem bekannt wurde.

Dem Verkauf des Leaf von Nissan setzten unterdessen zunächst Vertriebsengpässe zu und dann die Naturkatastrophe in Japan. Von Anfang Januar bis Ende November 2011 wurden 20 000 Fahrzeuge dieses Modells verkauft. Damit sei das Unternehmen “marginal hinter den Erwartungen” geblieben, sagte Andy Palmer, der bei Nissan die Strategieplanung leitet. Das Interesse an dem Leaf sei jedoch groß genug, sodass das japanische Unternehmen in diesem Jahr 40 000 Fahrzeuge produzieren will. GM will die Produktion des Volt 2012 ebenfalls erheblich aufstocken.

Die Entwicklung der E-Autos wurde durch mehrere Faktoren vorangetrieben. Vor allem wurden Lithium-Ionen-Akkus entwickelt, die es ermöglichen, dass Autos längere Entfernungen zurücklegen können. Der Leaf von Nissan schafft rund 160 Kilometer, ohne wiederaufladen zu müssen. Zudem haben die seit 2006 steigenden Benzinpreise und die Finanzkrise ab 2008 Regierungen in einigen Ländern dazu veranlasst, den Autobauern zinsgünstige Kredite anzubieten, mit denen sie Technologien entwickeln, die den CO2-Ausstoß verringern.

Zudem bieten Länder wie Großbritannien und Frankreich einen Zuschuss für den Kauf umweltfreundlicher Autos an. Dennoch wurden in Großbritannien zwischen Januar und Oktober 2011 nur knapp 1000 Elektroautos angemeldet, in Frankreich waren es etwas weniger als 2000. Denn viele, die ein Elektroauto ausprobiert haben und von der Leistung der Fahrzeuge überzeugt sind, klagen über den Preis. So kostet das Stadtauto C-Zero von Citroën trotz der staatlichen Subvention von 5000 Euro immer noch 30 000 Euro. Und der Leaf von Nissan kostet mit dem Zuschuss von 5000 Pfund in Großbritannien ebenfalls mehr als 25 000 Pfund (30 000 Euro).

Studien von US-Autobauern zufolge bleiben die hohen Preise die größte Hürde. So soll die Elektroversion des Focus von Ford, die gerade in die Produktion gegangen ist, in den USA 32 000 Dollar (25 000 Euro) kosten, inklusive 7500 Dollar Steuervergünstigung. Eine Ladestation für zu Hause kostet weitere 1499 Dollar. Die Benziner-Version des Focus ist  dagegen schon ab 16.500 Dollar erhältlich. Vom schleppenden Verkauf der Wettbewerber will sich Sharif Marakby, Leiter des Bereichs Elektrofahrzeuge bei Ford, nicht verunsichern lassen: “Aus den Absatzzahlen des abgelaufenen Jahres wollen wir keine Schlussfolgerungen ziehen”, sagt er. Erst 2012 oder 2013 könne man Schlussfolgerungen ziehen. Dann würden Autobauer Elektrofahrzeuge in viel größerer Zahl herstellen.

 

 

 

Wirtschaftswald klimaökologisch wertvoll

Kreisanzeiger 22.12.2011 – SCHOTTEN

Durch Ersetzen anderer fossiler Energie- und Materialträger – Bindung von Kohlendioxid

(sw). Dem Thema „Der Wald und die Kohlendioxidbilanz“ war kürzlich ein Vortragsabend im Schottener Forum gewidmet. Der Referent, Forstdirektor Werner Weitzel von der Servicestelle für Forsteinrichtung und Naturschutz von Hessen-Forst, stellte dabei den Einfluss des Waldes und seiner Bewirtschaftung auf die Klimaveränderungen in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen.

Zunächst ging er auf den Klimawandel ein. Am Beispiel der Stadt Frankfurt verdeutlichte er den Anstieg der mittleren Jahrestemperaturen. Von 1826 bis 2004 betrage der Temperaturanstieg 1,8 Grad. „Mit der Industrialisierung ist es auf der Erde wärmer geworden“, so Weitzel.

Der dafür verantwortliche, vom Menschen verursachte Treibhauseffekt sei zu 60 Prozent auf das Einwirken von Kohlendioxid zurück zu führen.

Drei Viertel des produzierten Kohlendioxids entstehe bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle und Erdöl. 25 Prozent seien durch Waldrodungen verursacht. Im Jahr 2002 seien in Hessen insgesamt 44,6 Millionen Tonnen Kohlendioxid angefallen. Hauptverursacher sei mit 37 Prozent der Verkehr gewesen, gefolgt von den privaten Haushalten, Gewerbe und Dienstleistungen (34 Prozent), der Energiezeugung (20 Prozent) und der Industrie (9 Prozent).

Die Kosten des Klimawandels seien enorm, so der Referent. So verursachten in den vergangenen zehn Jahren große Hochwasser alleine Schäden in Höhe von 13 Milliarden Euro. Weitere 2,5 Milliarden Euro an Kosten hätten die Stürme und Orkane verursacht. Das Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin gehe bis 2050 von Kosten in einer Gesamthöhe von 200 Billionen US-Dollar aus.

Um das Ziel, den maximalen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf zwei Grad zu begrenzen, müssten weltweit die Treibhausgas-Emissionen bis 2050 auf die Hälfte des heutigen Niveaus gesenkt werden. Die Industriestaaten müssten ihre Emission sogar um 80 Prozent verringern, verdeutlichte Weitzel das Ausmaß der Aufgabe.

Ist nun ein „Urwald“, der von Menschenhand nicht berührt wird, dem Wirtschaftswald überlegen? Auf den ersten Blick scheine dies der Fall zu sein, erklärte der Referent. Als Beispiel führte er Untersuchungen in slowakischen Urwäldern an, wo ein etwa doppelt so hoher Kohlenstoffgehalt im Holz gefunden wurde, wie in einem bewirtschafteten Buchenwald mit guter Bonität.

Dass Wirtschaftswälder aber trotzdem viel wertvoller für eine Klimaverbesserung durch die Bindung von möglichst viel Kohlendioxid ist, führte Weitzel auf drei Gründe zurück. Zum einen könne der Urwald nur wenig zusätzliches Kohlendioxid binden, da beim Zerfall des Holzes die gleiche Menge Kohlendioxid freigesetzt wird, wie beim Wachstum. Der nachhaltig bewirtschaftete Wald ersetzt dagegen bei Energiegewinnung andere Rohstoffquellen. Bei der Verbrennung von Holz wird nur etwa der 15. Teil der Kohlenstoffmenge in die Atmosphäre abgegeben, wie bei der Verbrennung von Erdöl. „Energiesubstitution bedeutet unmittelbaren Klimaschutz“, betonte Weitzel. Wird Holz darüber hinaus zum Bauen verwendet und ersetzt es damit andere Baustoffe wie Aluminium, Stahl, Kunststoff, Glas, Ziegel oder Beton, entsteht ein weiterer Vorteil. Bei der Herstellung dieser Materialien werde große Mengen Kohlendioxid freigesetzt, die bei der Verwendung von Holz nicht mehr anfallen. Als Fazit bleibe festzuhalten, so Weitzel, dass bewirtschaftete Wälder als Ersatzlieferanten für Energie und Baumaterial anstelle anderer Rohstoffe der Atmosphäre permanent erhebliche Mengen Kohlendioxid entziehen und damit klimaökologisch wertvoller sind als Urwälder.

 

Fukushima: Sargnagel für Atomstrom

+ 16.12.2011 + Fukushima war einer der letzten Sargnägel für die zivile Nutzung der Atomenergie.

Zu dieser Einschätzung kommt Stefan Schurig, Programmdirektor für Klima und Energie beim Weltzukunftsrat. “Der bereits bestehende Zweifel an der Sicherheit der Kernenergie hat sich bestätigt und wird deshalb um so mehr fortbestehen. Es ist eine Frage der Zeit, wann die Atomenergie-Kiste endlich geschlossen wird”, so der Experte.

Sicherheitsglaube geplatzt

Neun Monate ist es her, seit der Tsunami die Explosion der Reaktoren 1, 2 und 3 im japanischen AKW Fukushima-Daiichi ausgelöst und somit zum Super-GAU geführt hat. Noch immer ist die Situation außer Kontrolle: Auslaufendes radioaktives Wasser, verseuchter Müll oder überschrittene Lebensmittel-Grenzwerte sind weiterhin ein Problem. Der Osten und Nordosten Japans ist mit radioaktivem Cäsium 137 belastet, während die Region um den Unglücksmeiler wohl für immer unbewohnbar bleibt. Rund 34 Mrd. Euro an Entschädigung wurden im laufenden Jahr von der Betreiberfirma Tepco eingefordert.

Die psychologische Wirkung Fukushimas auf den weltweiten Energiemarkt ist laut Schurig stärker gewesen als die Ölkatastrophe der Deepwater Horizon im Jahr davor. “Selbst bei Atomkraft-Befürwortern hat Fukushima einen enormen Eindruck hinterlassen. Denn führte man das Tschernobyl-Unglück oft auf die vermeintlich unsichere Führung in der Sowjetunion zurück, ist nun auch der Glaube an die ‘sichere’ Atomenergie in einem hochindustrialisiertem Staat endgültig geplatzt.”

Atomstrom teurer als Erneuerbare

Dabei sei die Atomkatastrophe für diese Erkenntnis gar nicht nötig gewesen. “Atomenergie ist gefährlich, scheitert langfristig an den immer knapperen Uranreserven und liefert keine Lösung für das Entsorgungsproblem. Doch auch der Kostenaspekt spricht klar gegen Atomstrom. Strom aus erneuerbaren Energien ist bereits deutlich billiger und die Schere wird künftig noch weiter auseinander klaffen.” Wie teuer neue AKWs sind, zeige jenes im finnischen Olkilouto vor, wo der aktuelle Bau eines dritten Reaktorblocks statt geplanten drei Mrd. Euro derzeit bereits 6,6 Mrd. Euro kostet und enorme Verzögerungen auftraten.

Wenn Staaten heute neu in die Atomkraft einsteigen, geschieht dies deshalb weniger aus energiepolitischen Motiven, sondern sondern aus rein geopolitischem Kalkül, betont Schurig. “Manche Länder spekulieren weiterhin darauf, als Atommacht ernster genommen zu werden, da zivile Atomenergienutzung stets auch die Möglichkeit einer Atomwaffen-Herstellung bedeutet. Dass dies noch immer gilt, zeigt der Iran vor, jedoch auch die Atompläne der Vereinigten Arabischen Emirate, die durch ein Überangebot von wesentlich günstigerer Sonnenenergie mit Sicherheit keine Atomkraftwerke zur Energieerzeugung bräuchten.”

Deutschland ist Vorreiter

Dabei wird das Potenzial der Atomkraft laut dem Energieexperten stark überschätzt: Die weltweit 210 AKWs mit ihren 442 Reaktorblöcken decken derzeit nur drei Prozent des Bedarfs an Primärenergie, während der Beitrag der erneuerbaren Energien knapp 20 Prozent beträgt. Deutschland hat sich hier als Vorreiter profiliert – einerseits mit der Rückkehr zum ursprünglichen Plan, 2022 alle Atomkraftwerke abzuschalten (Atomausstieg: Chancen besser als 2000), andererseits durch den Boom der erneuerbaren Energien.

“Seit 2000 stieg der Anteil der erneuerbaren Energien in Deutschland von drei auf 18 Prozent. Viele internationale Energieexperten schauen deshalb mit großem Respekt und Interesse nach Europa, um die Transformation des Energiesektors auch anderswo anzukurbeln”, berichtet Schurig.

Suche Atomkraft


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>