Solarstrom vom Balkon

Den selbst erzeugten Solarstrom im eigenen Haus verbrauchen

Es hört sich ganz einfach an: Man installiere ein oder zwei Solarmodule auf dem Balkon, stöpsele einen Schuko-Stecker in die Steckdose und schon könne man den selbst erzeugten Solarstrom ernten. Damit verdrängt Sonnenenergie ein Stück weit den Bezug von Netzstrom. Das Haushaltskonto wird entlastet und die Umwelt profitiert. In Österreich, der Schweiz und in den Niederlanden sei diese Technik inzwischen weit verbreitet. Allein in den Niederlanden sind 200.000 dieser Minianlagen installiert. Wie man solche Kleinst-Anlagen wirtschaftlich betreibt, wie man sie installiert und welche juristischen Regeln dabei zu beachten sind erläuterte Diplom-Ingenieur Wolfgang Müller vom Solar Info Zentrum in Neustadt an der Weinstraße. Der Verein Erneuerbare Energien für Schotten (EES) und die Mittelhessische Energiegenossenschaft (MiEG) hatten ihn in das DGH Rainrod eingeladen – mit großer Resonanz. Fast 50 Interessierte waren gekommen.

Referent Wolfgang Müller (Mitte) mit Jutta Kneißel und Diethardt Stamm

Referent Wolfgang Müller (Mitte) mit Jutta Kneißel und Diethardt Stamm

Mit einer steckdosenfertigen Solaranlage mit einem oder zwei Modulen an der Außensteckdose kann man nach Müller nahezu die Grundlast des eigenen Strombedarfs decken. Bereits nach knapp sieben Jahren amortisiere sich eine solche Anlage, wenn man den Preis für den nicht bezogenen Strom des Stromerzeugers dagegen rechnet. Man könne die eigene Stromrechnung um ca. 25 Prozent reduzieren und sich von steigenden Strompreisen unabhängiger machen. Die Anlagen laufen ohne EEG (erneuerbares Energiegesetz). Sollte mehr Strom produziert als verbraucht oder gespeichert werden kann, plädierte der Experte für die unentgeltliche Eispeisung in das Stromnetz.

Müller hatte eine Mini-Anlage mitgebracht. Das Modul hat einen integrierten Mini-Wechselrichter. Der Modulrahmen ist als Montagerahmen ausgelegt. Dazu gibt es passende Halterungen. So kann das Modul problemlos an einer Balkonbrüstung, auf einem Dach oder auch aufgeständert montiert werden. Mitgeliefert wird eine Systemsteckdose für den VDE-gerechten Einbau. Tagsüber zu viel produzierter Strom könne in einen Kleinst-Akku eingespeist und dann nachts verbraucht werden. Der Experte präsentierte verschiedene Lösungen zum Festanschluss an das Hausnetz, für einen separat abgesicherten Einspeisestromkreis und zum Anschluss an den Endstromkreis über eine Steckdose. Auch für Mieter sei dies interessant. Und bei einem Umzug könnten die Module ausgebaut und in die nächste Wohnung mitgenommen werden.

Und so funktioniert nach Müller das „kleine Wunder“: Man suche sich für das eine oder die zwei Module einen sonnigen Platz im Garten, auf der Terrasse, am Balkongeländer oder an der Hausfassade, stecke den Stecker in die Steckdose und schon könne man selbst erzeugten Strom nutzen, sobald die Sonne scheint. Selbst wenn die Module nicht optimal vom Neigungswinkel und nach Süden ausgerichtet werden können ließen sich noch gute Erträge erzielen. Dazu zeigte Müller Fotos verschiedener Montagebeispiele. Auch für netzferne Gegenden wie Campingplatz, Schrebergärten, 3. Weltländer etc. sei die Technik sehr gut geeignet. Der so erzeugte Strom würde in einen Akku eingespeist und könne dann nach Bedarf verbraucht werden.

Eine Mini-Solar-Anlage ließe sich mit fachlicher Unterstützung in wenigen Augenblicken montieren, so der Experte. Seit Januar 2017 sei der Anschluss über die Steckdose auch in Deutschland nach einer vorläufigen VDE-Richtlinie zugelassen. Sie müsse allerdings beim Netz-Stromlieferanten angemeldet werden. Der würde ggf. den Zähler austauschen. Das koste zwischen 30 und 50 Euro. Die EES-Vorsitzende Dr. Jutta Kneißel und MiEG-Vorstand Diethardt Stamm werteten das Konzept als einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einer dezentralen Energieversorgung.

Weitere Infos:  www.balkonmodul.de

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Dokumentarfilm im Vulkaneum

Tommorow

Foto DVD Film

In dem Film werden weltweite alternative ökologische, wirtschaftliche und demokratische Projekte und Initiativen gezeigt. Sie könnten unsere Zukunft sein.

Wurde  am  15. Februar 2017 gezeigt
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Das Unsichtbare sichtbar machen

Thermografie, eine Entscheidungshilfe für die energetische Sanierung

Es ist kalt geworden. Wir müssen mehr heizen. Doch aus vielen Wohnungen und Häusern entweicht Wärme und damit Energie nach draußen. Solche Energieverluste führen zu höheren Heizkosten und können zur Schimmelbildung und zu Nässeschäden führen. Wärmebrücken und schlecht gedämmte Bauteile sind dafür mögliche Ursachen. Sie lassen sich mit der Wärmebildkamera sichtbar machen. Auf Einladung des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten (EES) erläuterte der Gebäudeenergieberater Christoph Steinhäuser den richtigen Einsatz der Kamera und wie Thermografie-Aufnahmen zu lesen sind.

Gebäude-Energieberater Christoph Steinhäuser

Gebäude-Energieberater Christoph Steinhäuser

Eine Thermografie bietet sich an für Personen, die einen Überblick über den energetischen Gebäudezustand ihres Anwesens bekommen möchten und damit eine Entscheidungshilfe für eine mögliche Sanierung. Schimmel oder Feuchte im Gebäude lassen sich auf ihre Ursachen zurückführen. Wer sein Haus verkaufen bzw. ein Haus kaufen will und dafür einen Energiebedarfsausweis benötigt erhält mit einer Thermografie zusätzliche Informationen über den energetischen Zustand des Objektes. Eine Wärmebildkamera kann auch genutzt werden, um nicht gedämmte Heizleitungen, ungedämmte Zirkulationspumpen, überlastete Steckdosen oder lockere Klemmen im Stromkasten aufzuspüren. Feuchte Stellen lassen sich lokalisieren, bemaßen und eingrenzen. Der Sanierungsaufwand lässt sich so reduzieren. Selbst in der Tiermedizin werden Wärmekameras zur Diagnose von Krankheitsherden eingesetzt bspw. um Entzündungen an den Hufen von Pferden zu erkennen.

Eine Thermografie braucht eine Temperaturdifferenz von mindestens 15 Grad Celsius zwischen innen und außen. Am geeignetsten für solche Aufnahmen ist deshalb die Zeit von November bis März. Je nach Intensität werden die Wärmeabstrahlungen in verschiedenen Farben wiedergegeben. Doch nicht alle Temperaturunterschiede sind Schwachpunkte. Ohne eine Temperaturskala auf der Aufnahme können die dargestellten Farben nicht bewertet werden. Jede Aufnahme sollte deshalb von einem speziellen Computerprogramm analysiert und von einem qualifizierten Berater erklärt werden. Der Kunde erhält dann einen Bericht mit den Bildern und Erläuterungen sowie Sanierungsempfehlungen.

An verschiedenen Thermografie-Aufnahmen zeigte Steinhäuser die unterschiedliche Wärmeabstrahlung der Bauteile von Häusern und erläuterte die häufigsten Schwachstellen. So führen schlecht oder gar nicht isolierte Heizleitungen, die in das Mauerwerk eingestemmt sind, Heizkörpernischen unter den Fenstern, durchgängige Fensterbänke, nicht gedämmte Geschossdecken, schlecht isolierte Gaubenbacken oder undichte Haustüren zu Wärmeverlusten. Schwachstellen in der Dämmung von Fassaden lassen sich ebenfalls erkennen. Ein häufiges Problem bei Fertighäusern ist die fehlende Abdichtung der Kellerdecke zu den darauf gestellten Wänden. Schimmel bildet sich vor allem bei falsch eingebauter Dampfbremse aber auch durch mangelhafte Lüftung. Ein Vierpersonen Haushalt produziert täglich 12 Liter Wasser. Die müssen durch bewusstes Lüften entsorgt werden. Das gilt auch für neue sehr gut gedämmte Häuser.

Abschließend erläuterte Christoph Steinhäuser mit welchen Maßnahmen sich solche Schwachstellen beheben lassen um zukünftig Energieverluste zu vermeiden. Sinnvoll sei es, eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufzustellen. Rechnet sich eine Maßnahme in drei Jahren oder erst in 30 Jahren? Grundsätzlich empfahl er einen Gebäudeenergieberater für die Mängeldiagnose hinzuzuziehen. Außerdem könne der Vorschläge für Sanierungsmaßnahmen machen, dafür Angebote einholen und Fördermaßnahmen empfehlen. Bei größeren Vorhaben empfehle sich eine fachmännische Baubegleitung.

Die Zuhörer waren von den vielen Beispielen und dem großen Praxisbezug sehr angetan, was die Vorsitzende des EES, Jutta Kneißel dankend hervorhub.

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Klimaschutz-Manager für Schotten

Klimaschutz-Manager Peter Glasstetter

Schottens Klimaschutz-Manager Peter Glasstetter

Klimaschutz-Manager Peter Glasstetter im Schottener Umwelt-Ausschuss (Quelle Kreis Anzeiger 24.11.2016)

Peter Glasstetter im Schottener Umwelt-Ausschuss (Quelle Kreis Anzeiger 24.11.2016)

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Energiegenossenschaften – ein Modell für Griechenland?

Dr. Jutta Kneißel referiert auf der Jahrestagung der Deutsch-Griechischen Versammlung

Dr. Jutta Kneißel, die Vorsitzende des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten (EES), stellte auf der Jahrestagung der Deutsch-Griechischen Versammlung in Nafplio das Modell und die Geschäftsfelder der Energiegenossenschaft Vogelsberg eG vor. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hatte sie eingeladen.

Blick auf die Altstadt von Nafplio, der ehemaligen griechischen Hauptstadt

Blick auf die Altstadt von Nafplio, der ehemaligen griechischen Hauptstadt

Nafplio liegt auf dem griechischen Peloponnes und war die erste Hauptstadt Griechenlands. In der Deutsch-Griechischen Versammlung werden Partnerschaften von Unternehmen und Kommunen vermittelt, um die Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung regional zu fördern. So wurden auf dieser Jahreskonferenz ganz unterschiedliche Praxisbespiele vorgestellt: aus der Stadtentwicklung, der Bio-Abfallwirtschaft, in der Bewässerung von Olivenhainen mit gereinigtem Abwasser, im Tourismus wo griechische Fachkräfte im Winter in Hotels im Schwarzwald aushelfen, im Katastrophenschutz, in der dualen Berufsausbildung oder in der Energietechnik wie Green Chiller, wo mit Hilfe der Sonnenenergie Kälte für Klimaanlagen in Hotels produziert wird. Es gibt Hochschulkooperationen vor allem im technischen Bereich und die kommunale Partnerschaft von Kavala und Nürnberg bei Flüchtlingen. Es gibt Jugendbegegnungen und auf dem Weg ist ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk. Immer arbeiten eine griechische und eine deutsche Kommune zusammen. Kommunale Vertreter und Verantwortliche für die Projekte tauschen sich regelmäßig aus. Dabei legen die Griechen großen Wert darauf, dass dies „auf Augenhöhe“ passiert. Sie wollen sich nicht bevormunden lassen, sind aber immer an guten Lösungen interessiert, die sich übertragen lassen. Die Teilnehmer der Jahrestagung waren sich einig, dass solche gelebten Partnerschaften wichtig für den Zusammenhalt in Europa sind.

Jutta Kneißel referiert auf der Deutsch-Griechischen Versammlaung

Jutta Kneißel referiert auf der Deutsch-Griechischen Versammlaung

Der EES ist Mitglied in der Energiegenossenschaft Vogelsberg eG. Die Griechen wollten von Jutta Kneißel wissen, ob ein Genossenschaftsmodell ihre eigene Energiewende befördern kann. Viele ihrer Kraftwerke sind veraltet und werden mit Öl betrieben, das für viel Geld importiert werden muss. Dabei verfügt Griechenland über ideale Bedingungen, um Photovoltaik-, Photothermie- und Windkraft-Anlagen zu betreiben. Neben den noch immer komplizierten bürokratischen Hemmnissen fehlt es aber vor allem an kommunalen Investoren. Jutta Kneißel stellte ihren Vortrag unter das Motto „Wertschöpfung für die Region durch regionale Wertschöpfung“. In Deutschland finde die Energiewende vorwiegend im Ländlichen Raum statt, so ihre Beobachtung. Und dazu sei eine Genossenschaft die geeignete Gesellschaftsform. Sie ermögliche Beteiligungen bereits ab 100 Euro und habe vor allem eine demokratische Struktur. Denn jeder Genosse habe nur eine Stimme. Die Energiegenossenschaft Vogelsberg eG sei ein gutes Beispiel, dass dieses Modell funktioniere. Als sie 2011 gegründet wurde zeichneten 58 Mitglieder 331 Anteile zu 100 Euro. Heute habe sie über 500 Mitglieder und ein Kapital von über 1 Million Euro. Anfangs investierte sie in Solaranlagen überwiegend auf kommunalen Dächern. Mit der Übernahme einer Freiflächensolaranlage auf einer ehemaligen Erddeponie konnte sie dieses Geschäftsfeld stark ausweiten. Inzwischen sei sie auch im Geschäftsfeld Windenergie tätig. Hier habe sie sich mit der OVAG Energie AG zusammen getan. Dies ist eine Tochter des regionalen Energieversorgers OVAG, der im kommunalen Besitz sei. Bei der Windenergie brauche man einen erfahrenen Partner, so Kneißel. Anders seien die vielfältigen Genehmigungsverfahren und hohen Investionssummen kaum zu stemmen. Wichtig sei es aber, die Menschen in der Region, wo die Windkraft-Anlagen gebaut werden sollen, von Beginn an zu beteiligen. Das beträfe die frühzeitige Information aber auch die Möglichkeit, selber zu investieren.

EES-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Drinkuth, der ebenfalls auf der Jahreskonferenz anwesend war, betonte in seinem Diskussionsbeitrag, dass die Energiewende nur mit und nicht gegen die Menschen zu schaffen sei. Viele Menschen hätten Angst vor Veränderungen, seien skeptisch oder hätten Wissensdefizite. Das gelte besonders bei der Windkraft. Deshalb sei eine gute Öffentlichkeitsarbeit unabdingbar, die solche Vorbehalte aufnehme. Hilfreich seien auch regionale Strukturen wie Energiegenossenschaften, ein Verein wie der EES, der Aufklärung betreibe, kommunale Klimaschutzkonzepte und die Energieberatung vor Ort. Dabei helfe es, an den unmittelbaren Interessen anzusetzen wie der Energieeinsparung oder dem sparsamen Heizen. Wichtig seien auch Informationen über staatliche Fördermöglichkeiten. Wer sich als Bürger finanziell an Investitionen zu Erneuerbaren Energien beteiligen will, könne dies durch bürgernahe Beteiligungen tun. Die Zinserträge seien gerade in der gegenwärtigen O-Prozent-Zinsphase durchweg gut. Interessant sei inzwischen das Crowd-Funding, das für Erneuerbare-Energie-Projekte an Bedeutung gewänne.

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Heizkosten im Griff

Einsparung ohne Komfortverlust: so heizt man heute

Es wird Winter, wie ein Blick in die weiße Landschaft zeigt. Die Heizperiode hat seit einigen Wochen begonnen. Wie lassen sich dabei Kosten einsparen? Das wurde auf einer gut besuchten Veranstaltung der ovag Energie AG, der Stadt Schotten und des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten (EES) im Dorfgemeinschaftshaus Eschenrod diskutiert.

Beim Indoabend: Peter Glasstetter (Klimaschutzbeauftragter Schotten), Maik Rößler (Oberhessen-Gas), Jutta Kneißel (Vorsitzende EES), Willi Zinnel (Magistrat Schotten) und Stefan Hirth (ovag Energie AG)

Beim Indoabend: Peter Glasstetter (Klimaschutzbeauftragter Schotten), Maik Rößler (Oberhessen-Gas), Jutta Kneißel (Vorsitzende EES), Willi Zinnel (Magistrat Schotten) und Stefan Hirth (ovag Energie AG)

Referent Stefan Hirth von der ovag Energie AG zeigte zunächst anhand der Energiebilanz eines Hauses die möglichen Einsparpotenziale durch Modernisierungsmaßnahmen der Heizung und des Gebäudes. Die größten Energieverluste gibt es bei der Heizung (bis zu 18 Prozent) sowie bei schlechter Dämmung vom Dach, der Fenster und Außenwände (zusammen bis über 50 Prozent). Sie können auf bis zu 20 Prozent reduziert werden, abhängig vom Alter und Zustand des Gebäudes und der Heizung.

So seien Heizkessel, die vor 1986 installiert wurden „Museumsstücke“. Der Nutzungsgrad neuer Heizkessel liegt um ein Drittel höher. Ein weiterer Verlustbringer sind ungedämmte Leitungen für die Wärmeverteilung. Ein großes Einsparpotenzial ergebe sich durch den Austausch ungeregelter Umwälzpumpen. Hier hatte eine Austauschaktion des EES gemeinsam mit der Stadt und der ovag Energie AG vor einigen Jahren großen Zuspruch erfahren. Der Heizkörper muss seine Wärme ungehindert in den Raum abgeben können. Verkleidungen, Gardinen vor dem Heizkörper und auskragende Fensterbänke erfordern zusätzliche Heizungsenergie. Hirth erläuterte auch den Unterschied zwischen verschiedenen Endgeräten wie Heizplatte, Konvektor, Radiator und Fußboden-Heizung. Über moderne Heizkörperventile lässt sich heute die Wunschtemperatur tagesabhängig steuern. Wenn tagsüber niemand zu Hause ist, fährt die Heizung runter und entsprechend der eigestellten Zeit fährt die Heizung vor Rückkehr der Bewohner wieder hoch. Mit einem hydraulischen Abgleich der Heizung ließen sich Heizkosten sparen, Stromkosten für den Betrieb der Heizung senken und Fließgeräusche vermeiden. Der koste zwar Geld, so Hirth, lohne sich aber. Außerdem gäbe es dafür Zuschüsse vom Staat.

Ein weiteres Thema war die Brennstoffwahl bei einer neuen Heizung. Seit 2013 seien die Preise für Erdgas und Holzpellets relativ stabil. Gesunken sei der Preis für Heizöl. Das müsse jedoch nicht so bleiben, wie wir aus der Vergangenheit wissen. Die teuerste Energieform sei derzeit der Strom (ausgenommen hiervon sind die Wärmepumpen). Er sollte auf keinen Fall mehr „verheizt“ werden. Stefan Hirth zeigte dazu einen Vergleich der verschiedenen Energieträger.

Entscheidungsprobleme gibt es bei einer neuen Heizung – welche Technik soll ich wählen? Alternativen sind die Brennwerttechnik (Gas, Öl und Pellets), verschiedene Wärmepumpen (z.B. Luft-Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe), eine Kombination mit Solarthermie oder Photovoltaik. Für die Sanierung alter Heizungen gibt es je nach Anlage und Modernisierungsvariante Fördergelder. Private Hauseigentümer können Beratungsleistungen der Oberhessischen Energieagentur für einen Haus-Check Energie, Photovoltaik- und Solarthermie-Check und auch für die Neubauberatung in Anspruch nehmen. Dazu gibt es auch ein Internet-Informationsangebot mit einem Fragebogen. Auf der Homepage der Stadt Schotten finden sich Termine mit einem unabhängigen Energieberater vor Ort. Es gebe nicht die beste Heizung – jeder Fall sei individuell zu betrachten. Das bestätigte der Vertreter einer ortsansässigen Firma. Gastgeber und Ortvorsteher Ewald Appel sorgte für einen Imbiss gegen eine Spende. Der Überschuss ging in die Jugendarbeit.

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Feinstaub gefährdet die Gesundheit

Neue Grenzwerte sollen den Ausstoß für Kleinfeueranlagen reduzieren

Feinstaub entsteht im Straßenverkehr (20 Prozent) oder durch industrielle Produktionsprozesse (32 Prozent). 12 Prozent werden durch Kleinfeuerungsanlagen insbesondere durch das Heizen mit Holz erzeugt. Feinstaub gefährdet die Gesundheit und belastet die Umwelt. Der Gesetzgeber hat deshalb für bestehende und neue Einzelfeuerungsanlagen verschärfte Grenzwerte und Mindestwirkungsgrade festgelegt. Da im Vogelsberg viele Menschen mit Holz heizen lud der Verein Erneuerbare Energien für Schotten (EES) Harald Stehl ein, um über die neuen Grenzwerte und gesetzlichen Vorschriften zum Austausch alter Öfen zu informieren. Der gelernte Schornsteinfegermeister ist heute Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes des Schornsteinfegerhandwerks in Hessen, Ausbilder und Sachverständiger.

Der Referent Harald Stehl im Gespräch mit der Vereinsvorsitzenden Jutta Kneißel

Der Referent Harald Stehl im Gespräch mit der Vereinsvorsitzenden Jutta Kneißel

Zunächst wies er auf die gesundheitlichen Folgen erhöhter Feinstoffbelastungen hin. Feinstoffimmissionen bestehen u.a. aus Schwefeldioxyd, Stickoxyden, Staub und Blei. Abhängig von ihrer Partikelgröße können sich Feinstäube in den Atemwegen ablagern. Atemwegs-Beschwerden, lokale Entzündungen, chronische Bronchitis oder auch Lungenkrebs sind mögliche Folgen. Gelangen die löslichen Bestandteil ins Blut kann das zu Gewebeveränderungen in den Organen führen.

Nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz sollen die Immissionen jährlich auf 40 Milligramm pro Kubikmeter bei kleinen und mittleren Feuerungsanlagen begrenzt werden. Die danach zulässigen Holzbrennstoffe sollen deshalb möglichst naturbelassen sein. Sie dürfen keine chemischen Bindemittel enthalten. Die Holzfeuchte sollte unter 25 Prozent liegen. Das Holz darf aber auch nicht zu trocken sein. Unzulässig ist auch die Müllverbrennung. Gestrichenes, lackiertes oder beschichtetes Holz, Sperrholz, Spanplatten, Faserplatten oder verleimtes Holz – ohne Holzschutzmittel, halogenorganischen Verbindungen oder Schwermetallen – darf nur in Anlagen mit mehr als 30 Kilowatt Nennwärmeleistung verfeuert werden und das nur in holzverarbeitenden Betrieben wie Schreinereien. In automatisch beschickten Anlagen dürfen nachwachsende Rohstoffe verbrannt werden.

Feuerungsanlagen müssen mit nachgeschalteten Einrichtungen zur Staubminderung ausgerüstet sein. Ob die Immissionswerte eingehalten werden, bescheinigt der Hersteller oder der Schornsteinfeger misst sie. Die Immissionsgrenzwerte wurden ab 2015 für die meisten Feuerstätten beim CO-Ausstoß halbiert und bei den Staubimmissionen auf fünf Prozent reduziert. Außerdem gibt es einen Mindestwirkungsgrad. Feuerungsanlagen, die diesen Anforderungen nicht entsprechen sind entweder auszuwechseln oder mit einem Feinstaubfilter auszustatten. Dabei gelten Übergangsfristen. Das gilt auch für Zentralheizungen. Wer eine neue Anlage baut muss außerdem bestimmte Austrittbedingungen beim Schornstein einhalten abhängig von der Dachneigung und einem Mindestabstand zu anderen Gebäuden.

Harald Stehl gab dann ganz praktische Hinweise. So geht bei offenen Kaminen 70 Prozent der Energie im wahrsten Sinne des Wortes durch den Schornstein. Trockene Luft in Räumen kann die Wärme nicht transportieren. Deshalb sollte häufiger gelüftet werden, was im Übrigen auch der Schimmelbildung vorbeugt. Schließlich warb er für seinen Berufsstand. Der Schornsteinfeger hilft bei der Einhaltung der Anforderungen und gibt Informationen für die eventuell notwendige Umrüstung. Er berät bei handbeschickten neuen Feuerungsanlagen bzw. beim Betreiberwechsel. Alle zwei Jahre müssen Zentralheizungen von ihm überwacht werden. Und auch bei der Installation einer neuen Heizung oder anderen Feuerungsanlage macht es Sinn, sich vorher mit dem Schornsteinfeger zu beraten.

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Wetterextreme als Folgen des Klimawandels?

Was sind die Ursachen? Was tun?

Wetterextreme wie Orkane und Hochwasser nehmen weltweit zu. Schottens Ortsteil Sichenhausen wurde in diesem Sommer gleich dreimal durch Schlammlawinen nach Starkregenfällen in Mitleidenschaft gezogen. Wüstengebiete breiten sich aus und die Pole schmelzen. Unser Klima ändert sich. Das ist unbestritten. Aber was sind die Ursachen? Sind es natürliche Phänomene wie sie die Erde in ihrer langen Geschichte immer wieder erlebt hat? Oder ist der Klimawandel von Menschen verursacht? Der Klimaexperte Dr. Ing Jonathan Köhler vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe informierte auf einer sehr gut besuchten Veranstaltung im Historischen Rathaus interessierte Bürgerinnen und Bürger über Ursachen und Folgen des Klimawandels. Der Verein Erneuerbare Energien für Schotten (EES) hatte ihn eingeladen.

Klimaexperte Dr. Ing Jonathan Köhler vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe

Klimaexperte Dr. Ing Jonathan Köhler vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe

Der Klimawandel werde durch den Anstieg der Temperatur in der Atmosphäre verursacht, so Jonathan Köhler. Allerdings habe es in der Erdgeschichte immer wieder wärmere und kältere Perioden gegeben. Blickt man auf die Zeit von 1000 bis 1900 n.Chr., so bewegten sich die Klimaschwankungen um einen Mittelwert von plus/minus 0,5 Grad Celsius. Das lässt sich anhand von Eiskernbohrungen nachweisen. Von 1900 bis 2000 stieg die Durchschnittstemperatur aber um fast 1 Grad Celsius mit bis heute steigender Tendenz. Seit 1999 gab es in Deutschland acht der zehn wärmsten Jahre seit den Wetteraufzeichnungen vor 100 Jahren. Eine Schätzung für 2100 geht von einem weiteren Anstieg um 1,7 Grad Celsius aus. Es könnten aber bis zu 6 Grad Celsius und mehr werden. Die Ursachen werden vor allem auf den Anstieg der CO2-Emissionen um mehr als 40 Prozent seit 1750 zurückgeführt, also dem Beginn des industriellen Zeitalters.

Nun werde manchmal diskutiert, dass die Folgen des Klimawandels überzeichnet werden. Bei einem ist sich die Wissenschaft inzwischen weltweit einig. Mehr als 2 Grad Celsius werde zum weiteren Abschmelzen der Pole führen. Viele Küstengebiete, Inseln oder ganze Länder wie Bangladesch würden durch den Anstieg des Meeresspiegels überschwemmt. Wetterextreme nähmen zu. Unser Öko-System werde sich verändern. Es werde Wanderungen von Tieren und Pflanzen geben. So könnte bei uns die Fichte aussterben und die Buche dominant werden.

Seit dem letzten Jahr gibt es das Klimaschutzabkommen. Darin wurde vereinbart, die CO2-Emissionen weltweit ab 2030 nicht weiter ansteigen zu lassen – mit unterschiedlichen Vorgaben für einzelne Länder. Kohle und Erdöl müssten dann in der Erde bleiben. Die industrielle Produktion, der Verkehr auf dem Land, in der Luft und auf See müssten zukünftig ohne fossile Brennstoffe auskommen. Es dürften nur noch Niedrigenergiehäuser gebaut und alleine in Deutschland müssten Millionen Gebäude energetisch saniert werden. Was heißt das für uns, wurde gefragt. Müssen wir unseren Wohlstand aufgeben, weil andere Länder wie Indien, Lateinamerika, Russland und auch China pro Kopf viel weniger CO2 erzeugen als wir? Was ist mit den Ländern die von der Erdölförderung leben?

In der sehr lebhaften Diskussion wurde zunächst der Ruf nach der Politik laut. Natürlich könne und müsse sie Standards setzen, die beispielsweise den CO2-Ausstoß von Autos begrenzen. Aber es ist nicht nur die Politik. Immer mehr Menschen kaufen bei uns immer größere Autos wie SMUVs. Auch Marktmechanismen wie Umweltzertifikate können helfen. Dafür müssten sie allerdings teurer werden. Wir brauchen mehr erneuerbare Energien. Aber an vielen Orten verhindern Bürgerinitiativen den Ausbau von Windrädern, weil sie befürchten, damit werde die Landschaft verschandelt, während ganze Dörfer in den deutschen Braunkohlegebieten verschwinden und die Verstromung von Braunkohle als besonders umweltschädlich gilt.

Die Fakten sind bekannt und die möglichen Folgen des Klimawandel katastrophal. Aber ist die Menschheit überhaupt lernfähig wurde dann ganz grundsätzlich gefragt. Oder lernt sie nur bei großen Katastrophen wie Wirbelstürmen oder Kriegen und vergisst dann wieder ganz schnell? Eine Klimaschutzbeauftragte aus einer anderen Kommune sah das nicht ganz so pessimistisch. Man müsse ganz unten anfangen, um in der Politik etwas zu bewegen. Sie berichtete, dass ihre Kommune Mitglied in einem Arbeitskreis von 100-Prozent-Kommunen sei, die sich vollständig mit erneuerbaren Energien versorgen wollen. Da lerne einer vom anderen. So rege sie in ihrer Kommune Maßnahmen zur Gebäudesanierung an und koordiniere sie. Um sie jedoch gegenüber der Politik bei knappen Haushaltsmitteln durchzusetzen, bräuchte sie die Unterstützung von Bürgerinnen und Bürger. Andererseits müssten die Politiker auf den verschiedensten Ebenen den Menschen erklären, was für sie auf dem Spiel steht. Sie müssten sie bei ihren Maßnahmen beteiligen, damit sie ihre Einstellungen und vielleicht auch Lebensgewohnheiten verändern können. Das brauche allerdings seine Zeit. Schließlich seien riesige Investitionen über sehr lange Zeiträume notwendig, um den Klimawandel zu stoppen, so Klimaexperte Köhler abschließend. Aber daran läge auch eine Chance für neue Arbeitsplätze und zukünftigen Wohlstand. Auch Schotten habe seit kurzem gemeinsam mit Nidda einen Klimaschutzmanager, so die die Vereinsvorsitzende Dr. Jutta Kneißel. Vielleicht ließe sich mit ihm demnächst auch in Schotten mehr für den Klimaschutz bewegen.

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Umweltpreis “Courage beim Atomausstieg”

Dem japanischen Expremier Naoto Kan wurde im Frankfurter Römer der vom Elektrizitätswerken Schönau gestiftete Umweltpreis “Courage beim Atomausstieg” verliehen. Er hatte nach der Atomkatastrophe von Fukushima dafür gesorgt, dass alle japanischen AKWs abgeschaltet wurden. Vorher ein Anhänger der Atomenergie bekennt sich Naoto Kan heute für den Ausstieg aus der Atomkraft und zu den erneuerbaren Energien. Die Atomkatastrophe von Fukushima habe ihm  bewusst gemacht, dass diese Technik nicht beherrschbar sei und ein solcher Unfall immer wieder passieren könne.

Die 1. Vorsitzende des EES Dr. Jutta Kneißel hatte zur Preisverleihung eine Einladung erhalten. Nach der Preisverleihung hatte sie die Gelegenheit Naoto Kan den EES kurz vorzustellen.

Dr. Jutta Kneißel stellt dem Preisträger den EES vor

Dr. Jutta Kneißel stellt dem Preisträger den EES vor

Einladung und Programm

Einladung und Programm

Bericht in der Frankfurter Rundschau

Bericht in der Frankfurter Rundschau

Shake Hands zum Abschluss

Shake Hands zum Abschluss

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Naturräume im Vogelsberg durch umweltschonende Wassergewinnung erhalten

Kein zusätzliches Fernwasser für das Rhein-Main-Gebiet

Das Thema Wasser hat in den letzten Monaten in Schotten und im Vogelsberg wieder an Aktualität gewonnen. Hintergrund ist eine im Bau befindliche Wasserleitung, um das Versorgungsnetz des Zweckverbandes Mittelhessischer Wasserwerke (ZMW) über das OVAG-Netz an das Rhein-Main Gebiet anzuschließen. Im Gegenzug sollen Frankfurter Wasserwerke aufgegeben werden. Nun wird befürchtet, dass damit langfristig auch mehr Wasser aus dem Vogelsberg abgepumpt wird. Auf Einladung des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten (EES) erläuterte der Wissenschaftler Dr. Hans Otto Wack von der Schutzgemeinschaft Vogelsberg (SGV) den naturräumlichen Zusammenhang der Wassergewinnung und Grundwasserregenerierung und die Interessen der verschiedenen Akteure an der Fernwasserversorgung Frankfurts.

Referent Dr. Hans Otto Wack

Referent Dr. Hans Otto Wack

Wack erinnerte noch einmal an die erfolgreiche Bürgerinitiative aus den 1980er Jahren. Sie erkämpfte damals die umweltschonende Grundwasserbewirtschaftung, die im Vogelsberg erfolgreich praktiziert wurde, in Zukunft aber wieder gefährdet sein könnte. Das wäre für den Naturraum fatal, denn in den Feuchtgebieten gibt es viele Biotope aus deren riesigem genetischen Pool sich der Naturraum immer wieder regeneriere. Werden solche Gebiete trocken gepumpt würden Biotope „abgeschaltet“. Das hätte unmittelbare Auswirkungen auf die Artenvielfalt und die Bodenbeschaffenheit. Letzteres sei früher in Inheiden passiert, wo der Boden um bis zu eineinhalb Meter absackte und sich verdichtete. Die Regeneration von Boden dauere mehrere zehntausend Jahre. Zu viel Wasser für Frankfurt sei auch im hessischen Ried abgepumpt worden, was den Grundwasserspiegel dramatisch abgesenkt hätte, so ein Diskussionsteilnehmer. Buchen und Eichen seien dort bereits abgestorben, weil ihre Wurzeln das Grundwasser nicht mehr erreichen. Eine zu hohe Wasserentnahme führe also zu irreversiblen Schäden. Das ökologische Risiko steige vor allem durch die Folgen des Klimawandels den wir auch im Vogelsberg bereits spürten mit zu trockenen Sommern und zu wenig Schnee im Winter. Schnee sei jedoch sehr wichtig für die Grundwasserneubildung, da der Boden durch die langsame Schmelze das Wasser besonders gut aufnehme. Bei starken Regenfällen wie wir sie ebenfalls immer häufiger erleben, würde das Wasser dagegen zu schnell auf der Oberfläche abfließen. Auch gäbe es in den besonders warmen Sommermonaten einen wachsenden Konflikt zwischen der Natur und dem menschlichen Wasserverbrauch, der dann enorm ansteige, während gleichzeitig auch die Natur mehr Wasser benötige. So verdunste eine Buche an warmen Tagen bis zu 500 Liter Wasser.

Zusätzliche Fernwasserlieferungen in das Rhein-Main Gebiet wie sie mit der neuen ZMW-Wasserleitung bei längeren Trockenperioden geplant seien, gefährdeten also die Natur und damit eine umweltschonende Wassergewinnung. Sie seien deshalb für die Abdeckung von Tagesspitzen nicht geeignet, so der Wasserexperte Wack. Bisher würden solche Spitzenbedarfe durch die lokalen Wasserwerke im Ballungsraum selbst bewältigt. Aber 2004 habe die Stadt Frankfurt ihre eigene Wassergewinnung an die Hessenwasser GmbH übergeben. Diese wolle kostenintensive Wasserwerke schließen, sofern sie mehr Fernwasser beziehen könne. Frankfurt müsste sein Wasser dann nicht mehr wie im heutigen Maße selbst aufbereiten. Es befreie sich so von den Kosten für die eigene Wassergewinnung und erhalte durch die Aufgabe von Wasserschutzgebieten gleichzeitig Flächen für die industrielle Nutzung und Wohnbebauung. Hier träfen sich die Geschäftsinteressen der Hessenwasser GmbH mit denen des ZMW. Der verfolge das Ziel der „Verkaufsmengensteigerung durch das Erschließung neuer Versorgungsgebiete, um die eigenen Wasserpreise niedrig halten zu können“, heißt es im Geschäftsbericht 2014. Zudem würden Kosten für den Grundwasserschutz aus dem Ballungsraum in die ländlichen Gebiete verschoben. Das könnte alleine für Schotten jährlich 120.00 Euro ausmachen, ohne dass die Stadt dafür einen Ausgleich bekommt. Bezahlen müssten das die Schottener Bürger. Der Wasserpreis in Schotten ist für das eigene Vogelsberger Wasser nahezu doppelt so hoch wie in Frankfurt.

Die Schutzgemeinschaft Vogelsberg fordere deshalb, dass der steigende Wasserbedarf im Ballungsgebiet Rhein-Main durch Eigenversorgung gedeckt und die Fernwasserversorgung reduziert werde. Für das Fernwasser müssten die ländlichen Gebiete einen Lastenausgleich erhalten. Die „umweltschonende Wassergewinnung“ müsse ins Wassergesetz aufgenommen werden. In dem jetzt auf der Landesebene angestoßenen „Leitbildprozess Wasser“ könne dafür das Bewusstsein gestärkt und die Grundlagen geschaffen werden, hofft Hans Otto Wack. Der EES unterstütze diese Anliegen, so die Vorsitzende Dr. Jutta Kneißel. Sie übergab eine Spende des Vereins von 100 Euro an die SGV. Auch werde der EES demnächst der Schutzgemeinschaft beitreten.

Spendenübergabe: Dr. Jutta Kneißel mit Dr. Hans Otto Wack und dem 2. Vorsitzenden des EES

Spendenübergabe: Dr. Jutta Kneißel mit Dr. Hans Otto Wack und Walter Bruch, dem 2. Vorsitzenden des EES

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