Schotten spart an seiner Zukunft

Leserbrief im Kreis Anzeiger am 7. Juni 2019

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Die persönliche Energiewende mit selbstgenutztem Strom und LED-Beleuchtung

Warum sich eine neue Photovoltaik-Anlagen für den Selbstverbraucher rechnet

Rechnet sich heute noch eine Photovoltaik-Anlage, wo die Einspeisevergütung inzwischen auf 15 Cent pro Kilowattstunde abgesenkt wurde und monatlich weiter sinke? Yves Léonard, Geschäftsführer der Firma Alphasol in Bad Nauheim antwortete darauf mit einem klaren Ja! Seine Firma ist Systemanbieter für erneuerbare Energien und energieeffiziente LED-Beleuchtungen. Allerdings seien inzwischen viele potenzielle Investoren durch das Hin und Her in der Energiewende genau so verunsichert wie die Anbieter. Der Verein Erneuerbare Energien für Schotten (EES) hatte ihn gebeten, diese komplizierte Gemengelage aufzuhellen.

Der Anschaffungspreis für eine sechs KWp-Anlage betrage heute 9.000 Euro, so Léonard. Sie erfordere eine nutzbare Dachfläche von 50 Quadratmetern. Das entspreche der normalen Größe eines Eigenheims. Hinzu kämen laufende Kosten für Versicherung, Rückstellungen für Wechselrichter und Zählermiete von 150 bis 200 Euro jährlich. Selbst wenn die Anlage zu 100 Prozent fremdfinanziert werde, ließe sich noch immer eine angemessene Rendite für die nächsten 20 Jahre erzielen. Sie errechne sich aus der garantierten Einspeisevergütung von 15 Cent pro Kilowattstunde und von durchschnittlich 20 Prozent Eigenverbrauch, des selbst erzeugten Stroms. Er brauche bei weiter steigenden Preisen nicht vom Stromanbieter bezogen werden.

Wo denn der Stromspeicher in seiner Kalkulation versteckt sei, wurde Léonard von den Zuhörern gefragt. Der Strom werde doch vor allem am Abend gebraucht, wenn die Sonne nicht scheine. Den brauche man in seinem Beispiel nicht, so Léonard. Er hält 20 bis 30 Prozent Eigenverbrauch tagsüber für realistisch. So verbrauche ein normaler Haushalt Strom zum Kochen, für die Waschmaschine, den Kühlschrank oder die Gefriertruhe. Speicherlösungen seien gegenwärtig trotz Förderung noch zu teuer. In vielleicht fünf Jahren würden sie sich rechnen. Und dann könne man nachrüsten.  Dann ließe sich der Eigenverbrauch noch erhöhen. Bei einem passenden Gebäude und Eigenverbrauch, so sein Fazit, sei eine Photovoltaik-Anlage noch immer profitabel.

Die LED-Beleuchtung war zweites Thema an diesem Abend. Licht gebe zum Beispiel Sicherheit in einer S-Bahn-Station, fördere das Wohlbefinden abends vor dem Kamin, beleuchte effektvoll die Außenfassade eines Restaurants, werfe Schatten, kontrastiere das Hochhauspanorama Frankfurts am Main oder schaffe eine heimelige Atmosphäre in einer Kneipe. Die Geschichte des Lichts reiche vom offenen Feuer, Fackel, Öllampe, Glühlampe bis zur vielfach nutzbaren LED-Beleuchtung. Über den jeweiligen Verwendungszweck entscheide das Licht-Spektrum, so Léonhard. LED (Licht Emittierend Diaode) sei da nahe dem Sonnenlicht, welches das komplette Spektrum enthalte und der Glühlampe. Die jeweils benötigte Leuchtfarbe – abhängig vom Beleuchtungszweck – werde durch Phosphor-Leuchtschichten erzeugt.

Obwohl noch relativ teuer, überzeugen die LED-Vorteile. Im Vergleich zu Halogen und Glühbirne spare LED 80 Prozent und gegenüber der Leuchtstoffröhre mehr als 50 Prozent an Energie. Der Wirkungsgrad sei mit mehr Licht und weniger Wärme sehr hoch, die Lebensdauer vielfach länger. LED sei sehr umweltfreundlich (kein Quecksilber und recycelbar) und die Lichtfarbe in einem breiten Spektrum von 2700 bis 6500 Kelvin (das Maß für die Farbtemperatur) wählbar. Abschließend ersetzte der Beleuchtungsexperte in einer Stehlampe zwei von vier Glühbirnen durch LED-Lampen. Dieser direkte Praxisvergleich überzeugte auch die letzten Skeptiker unter den Zuschauern. „Beide Themen haben mir noch einmal gezeigt, dass unser Weg zu erneuerbaren Energien unumkehrbar ist“, befand die EES-Vorsitzende Dr. Jutta Kneißel zum Abschluss der Veranstaltung. „Daran werden auch die Störfeuer der großen Energiekonzerne und aus der Politik nichts ändern.“

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„Es braucht einen Kümmerer“

aus dem Kreis-Anzeiger vom 27. April 2019

 

Resolution

Der Verein Erneuerbare Energien für Schotten fordert die Stadt Schotten auf, den im Juli auslaufenden Vertrag mit dem Klimaschutzmanager Richard Lang zu verlängern.

Begründung:

Angesichts der zunehmenden Klimaerwärmung genügt es nicht mehr, sich auf die Politik der Bundesregierung oder der europäischen Union zu verlassen (wie auch die Schülerproteste „Fridays for Future“ eindringlich zeigen), sondern hier ist es wichtig, dass jeder soweit er kann seinen Beitrag leistet, um die absehbare Klimakatastrophe einzugrenzen. Das gilt auch für die Stadt Schotten, die sich in einem Leitbild schon vor Jahren darauf verpflichtet hat, auf fossile Energieträger soweit wie möglich zu verzichten.

Seit 2016 beschäftigt Schotten gemeinsam mit Nidda einen Klimaschutzmanager. Die Förderung für die ersten 3 Jahre lag bei 90 % der Personalkosten. Hier entfielen auf Schotten also 5 %. Für die weiteren Jahre liegt die Förderung bei 50 %. Schotten müsste also 25 % aufbringen. Das sind ca. 22.000 € pro Jahr.

Welchen Nutzen hat ein Klimaschutzmanager für die Stadt?

  1. Die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt im Bereich erneuerbare Energien hat mit einem Klimaschutzmanager eine bessere Wirkung. Das gilt z.B. für die Energieberatung mit Hinweisen zu Fördermitteln oder für thematische Ausstellungen wie die Passivhaus-Ausstellung und wechselnde Ausstellungen im Rathaus zum Thema Energieeinsparungen. Dazu gibt es auch Kontakte mit der Sparkasse, um ein breiteres Publikum anzusprechen.
  2. Ein Klimaschutzmanager treibt die Energieeffizienz in städtischen Gebäuden voran, wie den Heizungskesseltausch in den DGHs und plant gemeinsam mit der Stadt regelmäßige energetische Sanierungen, die mittel- und langfristig erhebliche Kosten sparen.
  3. Ein Klimaschutzmanager akquiriert Projekte für die Stadt wie Förderzuschüsse für eine PV Anlage auf dem Schwimmbad oder einen Förderzuschuss für den geplanten Pumpenaustausch.
  4. Ein Klimaschutzmanager plant gemeinsam mit der Stadt die E-Mobilität städtischer Fahrzeuge und beantragt Fördermittel für die Anschaffung von E-Fahrzeugen für die Verwaltung und den Bauhof.
  5. Ein zukünftiger Schwerpunkt liegt im Thema Energie-Effizienz und in Investitionen in erneuerbare Energien im Bereich „Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistung“ mit dem Ziel, die jeweiligen Akteure zu informieren und zu motivieren.
  6. Außerdem repräsentiert der Klimaschutzmanager Schotten im KENO (Kommunales Energieeffizienz Netzwerk Oberhessen), welches als Ziel hat die Energieeffizienz der Städtischen Liegenschaften zu verbessern und das Kommunale Energiemanagement zu steigern.

 

Diese Aktivitäten lassen sich im normalen Geschäftsbetrieb der Stadtverwaltung nicht nebenbei erledigen. Es braucht einen Kümmerer. Hungen und Wölfersheim, mit denen zusammen wir das Klimaschutzkonzept erstellt haben, haben einen. Nidda hat neben dem Klimaschutzmanager noch eine weitere halbe Stelle in dem Bereich. Die Stadt Schotten sollte dieses wichtige Thema für unsere Zukunft nicht vernachlässigen. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn sie auch vor Ort zielgerichtet und mit Nachdruck vorangetrieben wird.

Beschlossen auf der Jahresmitgliederversammlung am 9. April 2019

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Fridays for Future

Schülerdemo auf dem Frankfurter Römer

6.000 Schülerinnen und Schüler demonstrierten am 15. März 2019 in Frankfurt, dem weltweiten Aktionstag gegen den Klimawandel. Die Politiker hätten weltweit offensichtlich noch immer nicht begriffen, dass sie dabei sind die Zukunft von Natur und Menschheit  zu verspielen. Sie mü.ssten endlich handeln und zwar jetzt.

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Spende an den EES

Bericht im Kreis-Anzeiger vom 9. März 2019

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Autark – Leben mit der Energiewende

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Ursachen von Schimmelbildung

Im Anschluss an die Führung durch die neue Heizanlage im DGH Sichenhausen referierte Richard Lang, Klimaschutzmanager der Stadt Schotten, über die verschiedenen Ursachen von Schimmelbildung.

„Schimmel braucht Feuchtigkeit. Ab einer Luftfeuchtigkeit von 60% wird es kritisch. Nach 14 Tagen hat sich der Schimmel in der Regel gebildet und seinen Standort gefestigt. Daher ist es besonders wichtig täglich zu lüften um gegen eine hohe Luftfeuchtigkeit entgegenzutreten. Besonders nach Aktivitäten bei denen viel Wasserdampf freigesetzt wird, wie beim Duschen oder Kochen. Dabei ist es am effizientesten den Raum oder die gesamte Etage einmal Stoßzulüften“ erklärte Lang.

Wer jedoch schon einen Schimmelbefall im Eigenheim hat, kann versuchen, ihn mechanisch mit einem Schwamm und Wasser  zu entfernen. Wenn der gröbste Schimmel entfernt ist, kann man dann mit chemischer Unterstützung von Ethylalkohol oder Wasserstoffperoxid dem restlichen Schimmel an den Kragen gehen. Wichtig hierbei ist, dass man bloß nicht mit dem Staubsauger den Schimmel absaugt, da sonst die Sporen weiter verteilt werden und es gesundheitsschädigend ist.

Wer aber einen starken Schimmelbefall hat sollte besser einen Fachmann zu Rate  ziehen. Diese gibt es einerseits bei der Verbraucherzentrale aber auch Schottens Energieberater Roland Kolb kann da weiterhelfen. Er berät Sie kostenlos in seinen monatlichen Terminen zu Themen rund um Energie, Sanierungen und Förderprogrammen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Startseite unter www.schotten.de.

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Stadt Schotten investiert in die energetische Sanierung ihrer Gebäude

Bereits 4 Dorfgemeinschaftshäuser wurden in den letzten Jahren mit einer Umwelt- und verbrauchsfreundlichen Pelletheizung ausgestattet. Der Verein Erneuerbare Energien für Schotten hatte gemeinsam mit der Stadt zu einer Besichtigung im DGH Sichenhausen eingeladen.Der Referent Benjamin Göbl, Bauabteilung der Stadt Schotten, erläuterte die verschiedenen Vor- und Nachteile einer Pelletheizung.

Benjamin Göbl vor dem 8,5t Sacksilo der Pelletheizung im DGH Sichenhausen

„Das Umrüsten auf Pelletheizungen lohnt sich besonders, wenn man sowieso schon Raum für die Heizmittellagerung bereitstellt, so wie man es bei einer Ölheizung tut. Diesen Raum kann man optimal als Pelletbunker nutzen. Außerdem ist der Vorteil beim Pellet, dass es sich um ein regionales Erzeugnis handelt und nicht aus Fernost kommt und somit nicht von starken Preisschwankungen jeglicher Art beeinträchtigt wird.“ führte Göbl aus. Die Sorgen der Interessenten, dass man ständig den Aschebehälter leeren müsste, konnte Göbl direkt beruhigen. „Wenn man Holzpellets nach DIN beschafft, muss man nur einmal pro Jahr den Aschebehälter leeren.“

Ein weiterer Vorzug der Pelletheizung ist, dass man kein Gefahrengut mehr lagert, verglichen mit Heizöl. Dadurch hat man auch weniger Auflagen. Nach der theoretischen Einführung konnten die Interessierten sich dann ein Bild der Pelletheizung machen. Zum einen beeindruckte die Informationstechnik, welche am Pelletkessel angebaut ist. Auf dem Touchscreen konnte man sich unterschiedliche Informationen und Daten veranschaulichen lassen zum Beispiel den aktuellen Verbrauch, aber auch rückwirkend den Verbrauch des letzten Monats oder der letzten 24 Stunden. Dadurch ist es kein Problem sich einen Überblick zu verschaffen wie hoch der Pelletverbrauch ist, da er durch einen Blick in den Pelletbunker schwer ist abzuschätzen.

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Feuern mit Holz

80 Prozent weniger Emissionen sind möglich

Feuern mit Holz hat viele Anhänger im Vogelsberg, nimmt man die vielen Interessierten als Maßstab, die zum Vortrag von Harald Stehl, Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes der Schornsteinfeger in Hessen in das Dorfgemeinschaftshaus Rainrod gekommen waren. Der Verein Erneuerbare Energien für Schotten (EES) und Schottens Klimaschutzmanager Richard Lang hatten ihn eingeladen, um über eine optimale Verbrennungstechnik von Holz mit möglichst niedrigen Emissionen zu referieren.

Die EES-Vorsitzende Jutta Kneißel im Gespräch mit dem Referenten Harald Stehl

Harald Stehl gab zunächst einen Überblick über die verschiedenen Holzbrennstoffe wie Scheitholz, Holzbriketts, Holzpellets und Hackschnitzel. Scheitholz und Holzbriketts werden üblicher Weise in handbeschickten Heizsystemen durch manuelles „händisches“ Füllen der Brennkammer in Einzelfeuerstätten verbrannt und dienen der Beheizung einzelner Räume und Etagen. Pellets werden dagegen meistens in Zentralheizungen automatisch durch eine elektronische Regelung der Feuerung zugeführt. Zentralheizungen geben die im Abgas enthaltene Wärme zu nahezu 100% an das Wasser eines Zentralheizungsnetzes ab.

Die meisten Besucher interessierten sich für die Holzverbrennung in einer Einzelfeuerstelle. Harte Laubhölzer sind recht energiereich haben aber einen etwas geringeren Heizwert als Nadelhölzer, die höhere Verbrennungstemperaturen entwickeln und wegen des höheren Heizgehaltes schneller abbrennen. Entscheidend sei jedoch der Wassergehalt des Holzes. Waldfrisches Holz hat einen durchschnittlichen Wassergehalt von 50 Prozent. Da Wasser nicht brennt, hängt der Heizwert vom Wasseranteil ab. 20 Prozent Wassergehalt sei wünschenswert. Das verbessere zugleich das Abgasverhalten des Holzes, führe zu weniger Schadstoffemissionen und geringerem Brennstoffbedarf. Einfache Holzfeuchtmessgeräte erhält man bereits ab 16 Euro.

Wichtig sei deshalb das fachgerechte Trocknen. Sehr gut trocknet Brennholz, wenn es von Luft durchströmt werden kann. Die Luft nimmt Wasser von der Holzoberfläche auf, kühlt ab und entweicht nach unten. Zum besseren Abführen der feuchten Luft und zur Vermeidung von aufsteigender Bodenfeuchtigkeit sollte ein Bodenabstand von ca. 20 cm eingehalten werden. Gespaltenes oder längs aufgetrenntes Holz trocknet besser, da die Verdunstungsoberfläche vergrößert wird.

„Holz ist ein gasförmiger Brennstoff“, erfahren wir vom Fachmann. Das erstaunt auf jeden Fall den Laien für den Holz doch etwas Festes zum Anfassen ist. Das hängt mit den drei Phasen der  Verbrennung zusammen. In der ersten Phase, der Erwärmung und Trocknung, verdampft das im Brennstoff gespeicherte Wasser und sonstige leicht flüchtige Stoffe. In der zweiten Phasezersetzt sich der Brennstoff bei Temperaturen ab etwa 150 Grad Celsius. Dabei entsteht ein Gasgemisch. Daneben bilden sich Öle und Teere, die ab einer Temperatur von etwa 400 bis 500 Grad Celsius vergasen. Sie verbinden sich mit Luftsauerstoff überwiegend zu Kohlenmonoxid. Vom ursprünglichen Holz ist in diesem Stadium nur noch Holzkohle übrig. In der dritten Phase, der eigentlichen Verbrennung, reagieren die in den ersten beiden Phasen gebildeten Gase mit zusätzlichem Luftsauerstoff zu Kohlendioxid und Wasser. Auch übrig gebliebene Holzkohle verbrennt mit der Zeit im Glutbett vollständig. Als einziger Verbrennungsrückstand bleibt Asche übrig.

Um Emissionen zu reduzieren muss möglichst schnell der optimale Verbrennungszustand erreicht werden.Zum Anzünden eignet sich am Besten kleines trockenes Nadelholz und kein Papier, da es sehr viel Asche bildet. Der Brennraum darf nicht überfüllt werden. Die Luftzufuhr muss während des Brennvorganges jederzeit gewährleistet sein, um eine vollständige Oxidation der brennbaren Rauchgase zu erreichen. Dann entweicht nur noch Wasserdampf. Es sollten nur einzelne Scheite auf die heiße Glut nachgelegt werden und die Luftklappen erst geschlossen werden, wenn die Glut kaum noch sichtbar ist. Eine schlechte Verbrennung erkennt man an einem starken Verbrennungsgeruch und mittelfristig an Ablagerungen im Verbrennungsraum und im Schornstein.

Die Holzfeuerungsanlage muss in einem ordnungsgemäßen technischen Zustand sein, die es ermöglicht die zugelassenen Grenzwerte und Mindestwirkungsgrade einzuhalten. Die Grenzwerte sind abhängig vom Jahr der Errichtung immer wieder verschärft worden. Offen Kamine dürfen an maximal 30 Tagen im Jahr beziehungsweise acht Tagen im Monat für fünf Stunden befeuert werden.

Grenzwerte gelten im Übrigen auch für Zentralheizungen. Holzfeueranlagen müssen alle zwei Jahre überprüft werden. Selbst für Schornsteine sind Mindesthöhen (abhängig von der Dachneigung) und Abstände zu Nachbarhäusern vorgeschrieben.

Ein Ofentausch lohnt sich aber nicht nur wegen der Grenzwerte. Neue Holzfeuerungsanlagen sind deutlich effizienter mit höheren Wirkungsgraden und bis zu 80 Prozent weniger Emissionen.

Feuern mit Holz schien den Teilnehmern der Veranstaltung fast eine Wissenschaft zu sein. Aber Harald Stehl hatte Tröstliches zum Abschluss: „Ihr Schornsteinfeger hilft!“

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Unterwegs mit Strom – Alles Wissenswerte zu Elektromobilität

Elektromobilität ist weit mehr als nur der Austausch des Antriebsmotors. Zu diesem Fazit kamen die zahlreichen Besucher einer Informationsveranstaltung mit Diplom Ingenieur Udo Berger von der OVAG, die auf Einladung der Stadt Schotten und des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten stattfand.

Referent Udo Berger (re) mit der EES-Vorsitzenden Jutta Kneißel und Schottens Klimaschutz-Manager Richard Lang

Die ersten Elektrofahrzeuge gab es schon im 19. Jahrhundert. Allerdings war die Technik noch nicht ausgereift, so dass der Verbrennungsmotor stattdessen seinen Siegeszug antrat. Erst seit etwa 20 Jahren ist die Elektromobilität auf dem Vormarsch. Dabei unterscheidet man zwischen Hybridfahrzeugen, die sowohl mit Strom als auch mit Benzin fahren. Die Batterie wird nicht von außen geladen sondern lediglich durch das Bremsen. Diese Technik wird zunehmend durch reine Elektrofahrzeuge abgelöst, deren Batterie im Stromnetz aufgeladen wird.

Ein immer wieder angesprochenes Problem ist die Reichweite. Hier präsentierte Udo Berger zunächst eine überraschende Erkenntnis. Die Reichweite, die aus einer Kilowattstunde Energie gewonnen wird, ist beim Elektroauto etwa 5-mal so groß wie bei einem Verbrennungsmotor. Allerdings kann dieser mehr Energie speichern. Bei einer Batterie entstehen beim Laden immer Verluste von etwa 30 Prozent. Dennoch erreichen moderne Elektroautos heute Reichweiten zwischen 200 und 300 km. Die Reichweite hängt immer auch vom Fahrstil ab. Fährt man vorausschauend, gleichmäßig  und ohne starke Beschleunigung kann die Reichweite deutlich gesteigert werden.  Der mit am meisten gekaufte Renault Zoe kostet etwas über 21.000 € und liegt damit in einem mittleren Bereich. Seine Reichweite liegt bei 300 km. Super ist natürlich der Tesla, der 600 km Reichweite erreicht. Seine Anschaffungskosten betragen aber auch stolze 70.000 €.

Auch wenn die Anschaffungskosten eines Elektroautos zunächst höher sind, kann sich das durchaus lohnen. Die Betriebskosten sind deutlich geringer als bei einem Verbrennungsfahrzeug, da die Energiekosten günstiger sind. Außerdem gibt es weniger Verschleißteile, so dass die Wartungskosten geringer sind. Mittlerweile gibt es hinreichend öffentliche Ladesäulen mit genormten Steckern auch hier bei uns in Hessen. Die OVAG kooperiert z.B. mit einer Firma PlugSurfing, die über 75.000 Ladepunkte in ganz Europa hat. Hier bezahlt man pro Ladevorgang, wobei die Kilowattstunde mit 36 Cent allerdings relativ teuer ist. Am günstigsten tankt man zuhause an der Steckdose oder noch besser, wenn man eine Fotovoltaik Anlage installiert, damit eine Batterie lädt und diese nachts zum Auftanken benutzt. Bei richtiger Auslegung der Anlage auf den Strombedarf und geeigneten Standort-bedingungen liegen die Stromgestehungskosten für Solarstrom bei 13 – 16 Cent/kWh brutto. Allerdings dauert der Ladevorgang an der normalen Steckdose noch immer ca. 9 Stunden. Es gibt Schnellladesäulen, die die Ladezeit verkürzen.

Nach wie vor wird die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs von der Bundesregierung mit 4.000 € bei Neukauf gefördert. Außerdem sind Elektrofahrzeuge, die bis zum 1. Januar 2021 angeschafft werden für 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Die Bundesregierung hat das ehrgeizige  Ziel, dass bis zum 31.12. 2020 1 Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Dieses Ziel ist kaum zu erreichen. Bis zum 30.9.2018 wurde die Anschaffung von 80.274 Autos finanziell gefördert. Der Anteil an den Neuzulassungen liegt derzeit bei überschaubaren 0,1 Prozent.

Wegen der hohen Schadstoffbelastungen in deutschen Städten können Elektrofahrzeuge stark zu einer lokalen Emissionsfreiheit beitragen. Dies trifft allerdings nur zu, wenn sie auch mit Grünstrom betankt werden. Es ist auch davon auszugehen, dass die Batteriekosten in absehbarer Zeit spürbar sinken werden und dass die Reichweite weiter ausgebaut wird. Die kritische Frage eines Teilnehmers zur Umweltbilanz, die wegen der Produktionsprozesse etwa 8 Jahre betrage, bis von Klimaneutralität gesprochen werden könne, konnte der Referent nicht beantworten. Sollte das so sein, so sein Fazit, sei nach 8 Jahren eine Klimaneutralität erreicht. Ein konventionelles Auto mit Verbrennungsmotor erreiche diese dagegen nie.

Mit der Hoffnung, Lust  zumindest auf eine Probefahrt gemacht zu haben, endete der inhaltsreiche Abend, den die Teilnehmer mit viel Beifall und die Veranstalter mit großem Dank quittierten.

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