Autark – Leben mit der Energiewende

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Ursachen von Schimmelbildung

Im Anschluss an die Führung durch die neue Heizanlage im DGH Sichenhausen referierte Richard Lang, Klimaschutzmanager der Stadt Schotten, über die verschiedenen Ursachen von Schimmelbildung.

„Schimmel braucht Feuchtigkeit. Ab einer Luftfeuchtigkeit von 60% wird es kritisch. Nach 14 Tagen hat sich der Schimmel in der Regel gebildet und seinen Standort gefestigt. Daher ist es besonders wichtig täglich zu lüften um gegen eine hohe Luftfeuchtigkeit entgegenzutreten. Besonders nach Aktivitäten bei denen viel Wasserdampf freigesetzt wird, wie beim Duschen oder Kochen. Dabei ist es am effizientesten den Raum oder die gesamte Etage einmal Stoßzulüften“ erklärte Lang.

Wer jedoch schon einen Schimmelbefall im Eigenheim hat, kann versuchen, ihn mechanisch mit einem Schwamm und Wasser  zu entfernen. Wenn der gröbste Schimmel entfernt ist, kann man dann mit chemischer Unterstützung von Ethylalkohol oder Wasserstoffperoxid dem restlichen Schimmel an den Kragen gehen. Wichtig hierbei ist, dass man bloß nicht mit dem Staubsauger den Schimmel absaugt, da sonst die Sporen weiter verteilt werden und es gesundheitsschädigend ist.

Wer aber einen starken Schimmelbefall hat sollte besser einen Fachmann zu Rate  ziehen. Diese gibt es einerseits bei der Verbraucherzentrale aber auch Schottens Energieberater Roland Kolb kann da weiterhelfen. Er berät Sie kostenlos in seinen monatlichen Terminen zu Themen rund um Energie, Sanierungen und Förderprogrammen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Startseite unter www.schotten.de.

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Stadt Schotten investiert in die energetische Sanierung ihrer Gebäude

Bereits 4 Dorfgemeinschaftshäuser wurden in den letzten Jahren mit einer Umwelt- und verbrauchsfreundlichen Pelletheizung ausgestattet. Der Verein Erneuerbare Energien für Schotten hatte gemeinsam mit der Stadt zu einer Besichtigung im DGH Sichenhausen eingeladen.Der Referent Benjamin Göbl, Bauabteilung der Stadt Schotten, erläuterte die verschiedenen Vor- und Nachteile einer Pelletheizung.

Benjamin Göbl vor dem 8,5t Sacksilo der Pelletheizung im DGH Sichenhausen

„Das Umrüsten auf Pelletheizungen lohnt sich besonders, wenn man sowieso schon Raum für die Heizmittellagerung bereitstellt, so wie man es bei einer Ölheizung tut. Diesen Raum kann man optimal als Pelletbunker nutzen. Außerdem ist der Vorteil beim Pellet, dass es sich um ein regionales Erzeugnis handelt und nicht aus Fernost kommt und somit nicht von starken Preisschwankungen jeglicher Art beeinträchtigt wird.“ führte Göbl aus. Die Sorgen der Interessenten, dass man ständig den Aschebehälter leeren müsste, konnte Göbl direkt beruhigen. „Wenn man Holzpellets nach DIN beschafft, muss man nur einmal pro Jahr den Aschebehälter leeren.“

Ein weiterer Vorzug der Pelletheizung ist, dass man kein Gefahrengut mehr lagert, verglichen mit Heizöl. Dadurch hat man auch weniger Auflagen. Nach der theoretischen Einführung konnten die Interessierten sich dann ein Bild der Pelletheizung machen. Zum einen beeindruckte die Informationstechnik, welche am Pelletkessel angebaut ist. Auf dem Touchscreen konnte man sich unterschiedliche Informationen und Daten veranschaulichen lassen zum Beispiel den aktuellen Verbrauch, aber auch rückwirkend den Verbrauch des letzten Monats oder der letzten 24 Stunden. Dadurch ist es kein Problem sich einen Überblick zu verschaffen wie hoch der Pelletverbrauch ist, da er durch einen Blick in den Pelletbunker schwer ist abzuschätzen.

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Feuern mit Holz

80 Prozent weniger Emissionen sind möglich

Feuern mit Holz hat viele Anhänger im Vogelsberg, nimmt man die vielen Interessierten als Maßstab, die zum Vortrag von Harald Stehl, Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes der Schornsteinfeger in Hessen in das Dorfgemeinschaftshaus Rainrod gekommen waren. Der Verein Erneuerbare Energien für Schotten (EES) und Schottens Klimaschutzmanager Richard Lang hatten ihn eingeladen, um über eine optimale Verbrennungstechnik von Holz mit möglichst niedrigen Emissionen zu referieren.

Die EES-Vorsitzende Jutta Kneißel im Gespräch mit dem Referenten Harald Stehl

Harald Stehl gab zunächst einen Überblick über die verschiedenen Holzbrennstoffe wie Scheitholz, Holzbriketts, Holzpellets und Hackschnitzel. Scheitholz und Holzbriketts werden üblicher Weise in handbeschickten Heizsystemen durch manuelles „händisches“ Füllen der Brennkammer in Einzelfeuerstätten verbrannt und dienen der Beheizung einzelner Räume und Etagen. Pellets werden dagegen meistens in Zentralheizungen automatisch durch eine elektronische Regelung der Feuerung zugeführt. Zentralheizungen geben die im Abgas enthaltene Wärme zu nahezu 100% an das Wasser eines Zentralheizungsnetzes ab.

Die meisten Besucher interessierten sich für die Holzverbrennung in einer Einzelfeuerstelle. Harte Laubhölzer sind recht energiereich haben aber einen etwas geringeren Heizwert als Nadelhölzer, die höhere Verbrennungstemperaturen entwickeln und wegen des höheren Heizgehaltes schneller abbrennen. Entscheidend sei jedoch der Wassergehalt des Holzes. Waldfrisches Holz hat einen durchschnittlichen Wassergehalt von 50 Prozent. Da Wasser nicht brennt, hängt der Heizwert vom Wasseranteil ab. 20 Prozent Wassergehalt sei wünschenswert. Das verbessere zugleich das Abgasverhalten des Holzes, führe zu weniger Schadstoffemissionen und geringerem Brennstoffbedarf. Einfache Holzfeuchtmessgeräte erhält man bereits ab 16 Euro.

Wichtig sei deshalb das fachgerechte Trocknen. Sehr gut trocknet Brennholz, wenn es von Luft durchströmt werden kann. Die Luft nimmt Wasser von der Holzoberfläche auf, kühlt ab und entweicht nach unten. Zum besseren Abführen der feuchten Luft und zur Vermeidung von aufsteigender Bodenfeuchtigkeit sollte ein Bodenabstand von ca. 20 cm eingehalten werden. Gespaltenes oder längs aufgetrenntes Holz trocknet besser, da die Verdunstungsoberfläche vergrößert wird.

„Holz ist ein gasförmiger Brennstoff“, erfahren wir vom Fachmann. Das erstaunt auf jeden Fall den Laien für den Holz doch etwas Festes zum Anfassen ist. Das hängt mit den drei Phasen der  Verbrennung zusammen. In der ersten Phase, der Erwärmung und Trocknung, verdampft das im Brennstoff gespeicherte Wasser und sonstige leicht flüchtige Stoffe. In der zweiten Phasezersetzt sich der Brennstoff bei Temperaturen ab etwa 150 Grad Celsius. Dabei entsteht ein Gasgemisch. Daneben bilden sich Öle und Teere, die ab einer Temperatur von etwa 400 bis 500 Grad Celsius vergasen. Sie verbinden sich mit Luftsauerstoff überwiegend zu Kohlenmonoxid. Vom ursprünglichen Holz ist in diesem Stadium nur noch Holzkohle übrig. In der dritten Phase, der eigentlichen Verbrennung, reagieren die in den ersten beiden Phasen gebildeten Gase mit zusätzlichem Luftsauerstoff zu Kohlendioxid und Wasser. Auch übrig gebliebene Holzkohle verbrennt mit der Zeit im Glutbett vollständig. Als einziger Verbrennungsrückstand bleibt Asche übrig.

Um Emissionen zu reduzieren muss möglichst schnell der optimale Verbrennungszustand erreicht werden.Zum Anzünden eignet sich am Besten kleines trockenes Nadelholz und kein Papier, da es sehr viel Asche bildet. Der Brennraum darf nicht überfüllt werden. Die Luftzufuhr muss während des Brennvorganges jederzeit gewährleistet sein, um eine vollständige Oxidation der brennbaren Rauchgase zu erreichen. Dann entweicht nur noch Wasserdampf. Es sollten nur einzelne Scheite auf die heiße Glut nachgelegt werden und die Luftklappen erst geschlossen werden, wenn die Glut kaum noch sichtbar ist. Eine schlechte Verbrennung erkennt man an einem starken Verbrennungsgeruch und mittelfristig an Ablagerungen im Verbrennungsraum und im Schornstein.

Die Holzfeuerungsanlage muss in einem ordnungsgemäßen technischen Zustand sein, die es ermöglicht die zugelassenen Grenzwerte und Mindestwirkungsgrade einzuhalten. Die Grenzwerte sind abhängig vom Jahr der Errichtung immer wieder verschärft worden. Offen Kamine dürfen an maximal 30 Tagen im Jahr beziehungsweise acht Tagen im Monat für fünf Stunden befeuert werden.

Grenzwerte gelten im Übrigen auch für Zentralheizungen. Holzfeueranlagen müssen alle zwei Jahre überprüft werden. Selbst für Schornsteine sind Mindesthöhen (abhängig von der Dachneigung) und Abstände zu Nachbarhäusern vorgeschrieben.

Ein Ofentausch lohnt sich aber nicht nur wegen der Grenzwerte. Neue Holzfeuerungsanlagen sind deutlich effizienter mit höheren Wirkungsgraden und bis zu 80 Prozent weniger Emissionen.

Feuern mit Holz schien den Teilnehmern der Veranstaltung fast eine Wissenschaft zu sein. Aber Harald Stehl hatte Tröstliches zum Abschluss: „Ihr Schornsteinfeger hilft!“

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Unterwegs mit Strom – Alles Wissenswerte zu Elektromobilität

Elektromobilität ist weit mehr als nur der Austausch des Antriebsmotors. Zu diesem Fazit kamen die zahlreichen Besucher einer Informationsveranstaltung mit Diplom Ingenieur Udo Berger von der OVAG, die auf Einladung der Stadt Schotten und des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten stattfand.

Referent Udo Berger (re) mit der EES-Vorsitzenden Jutta Kneißel und Schottens Klimaschutz-Manager Richard Lang

Die ersten Elektrofahrzeuge gab es schon im 19. Jahrhundert. Allerdings war die Technik noch nicht ausgereift, so dass der Verbrennungsmotor stattdessen seinen Siegeszug antrat. Erst seit etwa 20 Jahren ist die Elektromobilität auf dem Vormarsch. Dabei unterscheidet man zwischen Hybridfahrzeugen, die sowohl mit Strom als auch mit Benzin fahren. Die Batterie wird nicht von außen geladen sondern lediglich durch das Bremsen. Diese Technik wird zunehmend durch reine Elektrofahrzeuge abgelöst, deren Batterie im Stromnetz aufgeladen wird.

Ein immer wieder angesprochenes Problem ist die Reichweite. Hier präsentierte Udo Berger zunächst eine überraschende Erkenntnis. Die Reichweite, die aus einer Kilowattstunde Energie gewonnen wird, ist beim Elektroauto etwa 5-mal so groß wie bei einem Verbrennungsmotor. Allerdings kann dieser mehr Energie speichern. Bei einer Batterie entstehen beim Laden immer Verluste von etwa 30 Prozent. Dennoch erreichen moderne Elektroautos heute Reichweiten zwischen 200 und 300 km. Die Reichweite hängt immer auch vom Fahrstil ab. Fährt man vorausschauend, gleichmäßig  und ohne starke Beschleunigung kann die Reichweite deutlich gesteigert werden.  Der mit am meisten gekaufte Renault Zoe kostet etwas über 21.000 € und liegt damit in einem mittleren Bereich. Seine Reichweite liegt bei 300 km. Super ist natürlich der Tesla, der 600 km Reichweite erreicht. Seine Anschaffungskosten betragen aber auch stolze 70.000 €.

Auch wenn die Anschaffungskosten eines Elektroautos zunächst höher sind, kann sich das durchaus lohnen. Die Betriebskosten sind deutlich geringer als bei einem Verbrennungsfahrzeug, da die Energiekosten günstiger sind. Außerdem gibt es weniger Verschleißteile, so dass die Wartungskosten geringer sind. Mittlerweile gibt es hinreichend öffentliche Ladesäulen mit genormten Steckern auch hier bei uns in Hessen. Die OVAG kooperiert z.B. mit einer Firma PlugSurfing, die über 75.000 Ladepunkte in ganz Europa hat. Hier bezahlt man pro Ladevorgang, wobei die Kilowattstunde mit 36 Cent allerdings relativ teuer ist. Am günstigsten tankt man zuhause an der Steckdose oder noch besser, wenn man eine Fotovoltaik Anlage installiert, damit eine Batterie lädt und diese nachts zum Auftanken benutzt. Bei richtiger Auslegung der Anlage auf den Strombedarf und geeigneten Standort-bedingungen liegen die Stromgestehungskosten für Solarstrom bei 13 – 16 Cent/kWh brutto. Allerdings dauert der Ladevorgang an der normalen Steckdose noch immer ca. 9 Stunden. Es gibt Schnellladesäulen, die die Ladezeit verkürzen.

Nach wie vor wird die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs von der Bundesregierung mit 4.000 € bei Neukauf gefördert. Außerdem sind Elektrofahrzeuge, die bis zum 1. Januar 2021 angeschafft werden für 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Die Bundesregierung hat das ehrgeizige  Ziel, dass bis zum 31.12. 2020 1 Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Dieses Ziel ist kaum zu erreichen. Bis zum 30.9.2018 wurde die Anschaffung von 80.274 Autos finanziell gefördert. Der Anteil an den Neuzulassungen liegt derzeit bei überschaubaren 0,1 Prozent.

Wegen der hohen Schadstoffbelastungen in deutschen Städten können Elektrofahrzeuge stark zu einer lokalen Emissionsfreiheit beitragen. Dies trifft allerdings nur zu, wenn sie auch mit Grünstrom betankt werden. Es ist auch davon auszugehen, dass die Batteriekosten in absehbarer Zeit spürbar sinken werden und dass die Reichweite weiter ausgebaut wird. Die kritische Frage eines Teilnehmers zur Umweltbilanz, die wegen der Produktionsprozesse etwa 8 Jahre betrage, bis von Klimaneutralität gesprochen werden könne, konnte der Referent nicht beantworten. Sollte das so sein, so sein Fazit, sei nach 8 Jahren eine Klimaneutralität erreicht. Ein konventionelles Auto mit Verbrennungsmotor erreiche diese dagegen nie.

Mit der Hoffnung, Lust  zumindest auf eine Probefahrt gemacht zu haben, endete der inhaltsreiche Abend, den die Teilnehmer mit viel Beifall und die Veranstalter mit großem Dank quittierten.

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Stadtradeln

Bildschirmfoto 2018-08-05 um 15.48.11

 

Quelle: Wochenpost 4.8.18

Quelle: Wochenpost 4.8.18

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Baudenkmäler energetisch sanieren

Alte Ortskerne wohn- und lebenswert erhalten

Die Leerstände in unseren alten Ortskernen nehmen zu. Häuser verfallen. Die Sanierung von alten Fachwerkhäusern ist aufwendig und kostet Geld. Stattdessen weisen die Kommunen neue Baugebiete am Ortsrand aus. Die Menschen bauen in diesen neu entstehenden Wohngebieten. Leider wirken diese als Gesamtensemble oft eintönig und haben keinen eigenständigen Charakter. Den besitzen jedoch unsere alten Dörfer und Städte im Vogelsberg und in der Wetterau. Der Verein Erneuerbare Energien für Schotten (EES) und der Klimaschutzbeauftrage der Stadt Schotten Peter Glasstetter hatten den Experten für Denkmalschutz und Altstadtsanierung Dr. Jochen Karl und die Innenarchitektin Julia Woisetschläger eingeladen, um über ihre Erfahrungen mit der Sanierung und den Umbau oft denkmalgeschützter Häuser in den alten Ortskernen zu berichten.

Die Referenten Jochen Karl und Julia Woisetschläger mit den Veranstaltern Jutta Kneißel und Peter Glasstetter vor dem Historischen Rathaus in Schotten

Die Referenten Jochen Karl und Julia Woisetschläger mit den Veranstaltern Jutta Kneißel und Peter Glasstetter (v.r.) vor dem Historischen Rathaus in Schotten

Dr. Jochen Karl konzentrierte sich in seinem Referat auf die energetische Sanierung von Fachwerkhäusern. Das sei kein ganz einfaches Unterfangen. Eine fachliche Beratung sei sinnvoll. Er fragte, wie sich die Ziele Behaglichkeit, Energieeinsparung und gesunde Bausubstanz auf einen Nenner bringen lassen. So werde die „empfundene Behaglichkeit“ – bei den meisten Menschen liegt sie zwischen 20 und 22 Grad Celsius – nicht allein von der Temperatur der Raumluft bestimmt. Eine höhere Luftfeuchtigkeit ermögliche niedrigere Wohlfühl-Temperaturen. Bei einer regelmäßigen Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent entstehe bei Zimmertemperaturen Schimmel. Große Fensterflächen und starke Nachtabsenkungen verleiteten zu höheren Heiztemperaturen. Im Winter drohe die Gefahr nicht von außen sondern von innen. Es müsse bei der Sanierung ein Ausgleich zwischen Wärme und Feuchtigkeit gefunden werden, so Karl. „Die Feuchtigkeit muss aus dem Gebäude entweichen können. Dafür muss Taupunkt am Außenrand der Mauer liegen.“

Der Taupunkt muss an der Außenmauer liegen

Der Taupunkt muss an der Außenmauer liegen

Inwieweit das gelinge hänge von der Wärmeleitfähigkeit der verwendeten Dämmmaterialien und deren Schichtstärke ab. Daraus lasse sich ein Wärmedurchgangskoeffizient errechnen, um herauszufinden, ob die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden können. Bei Baudenkmälern oder anderer schützenswerter Bausubstanz dürften die Vorgaben überschritten werden. An verschiedenen Exponaten wie Lehmziegel, Lehmdämmplatten oder Faserdämmplatten erläuterte Jochen Karl deren Vor- und Nachteile, welche Materialien sich für die Dämmung von Außenwänden eignen oder für den Wärmedämmputz. In zu sanierenden Fachwerkhäusern könne man eine Lehm-Innenschale auch mit einer Wandheizung kombinieren.

Die Innenarchitektin Julia Woisetschläger möchte die Menschen wieder in die Ortskerne zurückholen. Sie plädierte dafür, die alten für den Ort charakteristischen Gebäude nicht abzureißen sondern in ihrer Funktion neu zu denken. Wie das gelingen kann, zeigte sie am Beispiel einer typischen Wetterauer Hofreite – ihrem eigenen Elternhaus. Gewohnt wurde nach vorne an der relativ lauten Straße, während die Schreinerwerkstatt und die Ausstellungsräume im hinteren Bereich lagen. Ihre konzeptionelle Grundidee war, den Wohnbereich nach hinten in die ehemalige Scheune und die Werkstatt sowie den Ausstellungsraum zur Straße in das ursprüngliche Wohnhaus zu verlegen. Von den Schlaf- und Wohnräumen für zwei Familien blickt man jetzt auf einen großen Garten, abgeschirmt vom Straßenlärm. Auch optisch wurden die Häuser aufgewertet, indem alte Bausubstanz wieder vom Putz befreit wurde. Die ehemalige Hofeinfahrt erhielt ein neues Holztor. Ein Treppenaufgang  wurde als elegante Wendeltreppe nach außen verlegt. Der neue Ausstellungsraum mit großen Fenstern spricht jetzt unmittelbar mögliche Kunden an.

Der Wohnbereich wurde nach hinten verlegt

Der Wohnbereich wurde nach hinten in die ehemalige Scheune verlegt

Für die EES-Vorsitzende Dr. Jutta Kneißel sollte der Erhalt und die Sanierung unserer alten Ortskerne wieder eine höhere Priorität in den Kommunen eingeräumt werden. Beide Referate hätten gezeigt, dass dies möglich sei. Abschließend dankte sie dem scheidenden Klimaschutzmager Peter Glasstetter für die gute Zusammenarbeit in den letzten beiden Jahren und wünschte ihm alles Gute für seine neue Tätigkeit in Wiesbaden.

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Den Energieverbrauch senken

Energieverbrauch senken Bote 7.3

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Klimawandel in Hessen

In der Natur bereits zu beobachten – Jahreszyklen verschieben sich – Wetterextreme nehmen zu

In Bonn verhandelten die Staaten der Welt gerade über Maßnahmen, um den Klimawandel auf der Erde zu begrenzen. Inwieweit sind auch wir in Hessen davon betroffen? Lassen sich heute überhaupt Aussagen für eine so kleine Fläche im weltweiten Vergleich treffen, vielleicht sogar für Schotten? Dr. Andreas Hoy vom Fachzentrum für Klimawandel Hessen in Wiesbaden erforscht mit seinen Kollegen die Folgen des Klimawandels für unser Bundesland. Ihn hatten Dr. Jutta Kneißel, Vorsitzende des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten und Peter Glasstetter, Schottens Klimaschutzmanager eingeladen, um über die Klimaveränderungen und deren Folgen zu berichten.

Jutta Kneißel und Peter Glasstetter mit dem Referenten Andreas Hoy (Mitte)

Jutta Kneißel und Peter Glasstetter mit dem Referenten Andreas Hoy (Mitte)

„Was ist überhaupt Klima“, fragte der Experte gleich zu Beginn. „Inwieweit unterscheidet sich Klima vom Wetter?“ Klima sei die mindestens 30-jährige Langzeitbeobachtung von Wetter, dessen statistischer Mittelwert. Extrem heiße Sommer oder sehr kalte Winter machen noch kein Klima. Die habe es immer gegeben. Jetzt aber zeige der langfristige Trend von wärmeren Jahren eindeutig nach oben. So seien in Frankfurt – im Vergleich zu den mehr als 200 Jahren davor – seit 1988 fast alle Jahre zu warm gewesen. Die zehn wärmsten Jahre in der gesamten Zeit lägen nach der Jahrtausendwende.

Temperatur FrankfurtHeiße Sommer wie wir einen 2003 erlebten werden zunehmen, selbst bei Einhaltung des politisch angestrebten 2-Grad-Szenarios. Gelänge es nicht den Temperaturanstieg darüber hinaus zu begrenzen hätte das erhebliche Folgen für uns. Die Sommer würden trockener und die Winter nasser. Extreme Wetterphänomene wie lokale Starkregen vor allem im Sommer würden zunehmen. Folgen sind rapide Überschwemmungen an Bächen und kleinen Flüssen sowie Erdrutsche. Ein Beispiel dafür erlebten wir im letzten Jahr im Schottener Ortsteil Sichenhausen. Viele hessische Buchenwälder könnten absterben, weil sie trotz Starkregen in den heißen Sommern zu wenig Wasser hätten.

Niederschlagsänderungen Hessen

Zu beobachten sind die Klimaveränderungen inzwischen auch an der Verschiebung der phänologischen Jahreszeiten wie Beginn und Ende der Vegetationsruhe im Winter, dem Frühlingsanfang mit der Blüte der Haselnuss, dem Sommeranfang mit der Blüte des Schwarzen Holunder und dem Herbst mit der Blattverfärbung. Die Winter sind im Mittel bereits kürzer und milder geworden. Das führe zu einem verfrühten Blühzeitpunkt, wobei die Spätfrostgefahren bestehen bleiben. In diesem Jahr erlebten wir das bei der Apfelblüte, die in vielen Gegenden von Hessen durch den Frost im Mai zerstört wurde. Inzwischen beginne sie pro Dekade drei Tage früher.

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Diese längere Vegetationsperiode führe zur Zunahme von Schädlingen. So käme der Apfelwickler in heißen Sommern bereits auf zwei Generationen. Auch könnte bei einer weiteren Erwärmung der Winter der für bestimmte Pflanzen notwendige Kältereiz in manchen Jahren nicht mehr erfüllt werden. Viele Menschen leiden unter Pollenflug von blühenden Pflanzen. Die Haselblüte – ein Klimawandelfolgeindikator – beginne inzwischen im 30-jährigen Mittel Anfang März. Das sei ein halber Monat früher als noch vor 50 Jahren.

Pollenflug

Ein weiterer besorgniserregender Indikator sei der Rückgang des Arktischen Meereises seit 1979. Seitdem wird es mit Satelliten beobachtet. Das Gesamtvolumen schwankt erheblich zwischen dem größten Volumen am Ende des Winters im April und dem niedrigsten am Ende des Sommers im September um fast ein Drittel. 2016 erreichte das größte Volumen am Ende des Winters aber nur noch das Niveau des Sommers von 1979.

Rückgang Eis Arktis

Das Klima habe sich bereits geändert und werde sich weiter ändern, so das Fazit des Experten. Die Stärke hänge von den Treibhausgas-Emissionen der kommenden Jahrzehnte ab. Selbst wenn alle auf der Weltklimakonferenz in Paris zugesagten Emissionsminderungen eingehalten werden, bedeute das für Hessen einen mittleren Temperaturanstieg von ca. 3 Grad Celsius und in der Folge mehr heiße Tage über 30 Grad Celsius, die Verschiebung des Niederschlags vom Sommer in den Winter, mehr Starkregenereignisse, aber auch mehr Dürre im Sommer. Bei Einhaltung des 2-Grad-Zieles könnte ein Großteil der Änderungen vermieden werden.

Heiße Tage Hessen

Abschließend verwies Dr. Andreas Hoy auf die Projekte seines Fachzentrums. Sie arbeiteten an regionalen Klimamodellen für Hessen, die Aussagen über den Klimawandel auch für kleine Regionen zulassen. Der Deutsche Wetterdienst betreibt dafür hessenweit mehrere Dutzend meteorologische Messstationen, eine davon befindet in Schotten. Entwickelt würde eine Starkregen-Hinweiskarte, um den kommunalen Katastrophenschutz und Vorsorgeaktivitäten zu unterstützen. Sie enthielte Hinweise für die kommunale Flächennutzungsplanung, damit besonders gefährdete Stellen identifiziert und vorbeugend gesichert werden können. Es gäbe verschiedene Onlineportale des Fachzentrums Klimawandel Hessen, um sich über den allgemeinen Witterungsverlauf in Hessen sowie zu lokalen „Wetterextreme in Hessen“ (z.B. in Schotten) zu informieren.

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Klimawandel in Hessen – Schnee nur noch die Ausnahme

Wissenschaftler Andreas Hoy über die zukünftige Veränderungen im Vogelsberg

Interview Dr. Hoy

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